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Standardisiertes Qualifizierungs- und Zertifizierungsmodell für Building Information Modeling in Österreich

In Zusammenarbeit mit dem unabhängigen und übergeordneten Verein buildingSMART entwickelt der Forschungsbereich Baubetrieb und Bauverfahrenstechnikt gemeinsam mit den Forschungspartner_innen ein neues modulares Ausbildungsprogramm.

© Daqri Holographics GmbH

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Building Information Modeling (BIM) ist die nächste unmittelbar anstehende Evolutionsstufe in der digitalen Planungskultur für Bauplanung und Bauausführung im Bauwesen. BIM stellt für alle Beteiligten am Planungsprozess im Bauwesen den „nächsten großen Schritt“ dar. Es ist absehbar, dass in wenigen Jahren – wie bei der Einführung von CAD im letzten Jahrtausend – BIM-Methode im gesamte Planungsprozess eine zentrale Rolle einnimmt. In Europa übernehmen skandinavische Länder und Großbritannien eine Vorreiterrolle, auch Österreich will hier mittelfristig nachziehen. Den ambitionierten Zielen steht jedoch eine sehr geringe Anwendungsquote gegenüber: Insbesondere in mittleren und kleinen Unternehmen bis 100 Mitarbeitende wird BIM aktuell nur sehr wenig genutzt (ca. 20% der Unternehmen). 

Als Gründe dafür führen Untersuchungen unter anderem zwei Aspekte an: Eine unzureichende Ausbildung, die zu einem Mangel an qualifiziertem Fachpersonal in den Unternehmen führt, sowie Probleme in der Zusammenarbeit, herbeigeführt durch fehlende einheitliche Standards. Diese Konstellation stellt ein zentrales Hemmnis für das Fortkommen der BIM-Einführung in Österreich dar. Das Projekt BIM-Zert widmet sich der Problemstellung der großen Heterogenität und darin begründet unzureichenden Qualität in der BIM-Ausbildung. 

In Zusammenarbeit mit dem unabhängigen und übergeordneten Verein buildingSMART entwickelt der Forschungsbereich Baubetrieb und Bauverfahrenstechnikt gemeinsam mit den Forschungspartner_innen ein modulares Ausbildungsprogramm. Dieses ermöglicht den Abschluss mit einer Zertifizierungsprüfung angegliedert an das „Professional Certification Program“ von buildingSMART International. Das Ausbildungsprogramm gewährleistet österreichweit und international vergleichbare Qualitätsstandards für personenbezogene Kenntnisse und Kompetenzen in BIM. 

Das Projekt gliedert sich in drei zentrale Elemente: 

  1. die Entwicklung eines modularen Ausbildungsmodelles, das für unterschiedliche BIM-Anwendungsgruppen (BIM-Projektleitung bis hin zu BIM-Erstellung) zielgerichtet die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt,
  2. die erstmalige Abhaltung des modularen Ausbildungsmodelles und 
  3. die Ausarbeitung eines nationalen Fragenkatalogs für die finale Zertifizierungsprüfung für die unterschiedlichen Anwendungsstufen nach dem „Professional Certification Program“. 

Die Projektpartner_innen stellen die Bildungsmaterialien den einschlägigen Ausbildungsstätten (private und öffentliche Aus- und Weiterbildung, Hochschulen, berufsbildende mittlere und höhere Schulen etc.) am Anschluss an das Projekt kostenlos zur Weiterverwendung zur Verfügung. Somit können sich mittelfristig österreichweit einheitliche Standards in der Ausbildung im Bereich von BIM etablieren.

Das Projekt fokussiert sich auf openBIM und verwendet den herstellerunabhängigen Standard IFC.

Projektdaten:

Auftraggeber: FFG Forschungskompetenzen für die Wirtschaft, 4. Ausschreibung „Qualifizierungsnetze“

Projektkonsortium: TU Wien (FB Baubetrieb und Bauverfahrenstechnik), FH Salzburg, TU Graz, FH Kärnten (wissenschaftliche Partner), buildingSMART Austria, Überbau Akademie (beide als Kooperationspartner), 20 Unternehmenspartner wie Bundesimmobiliengesellschaft, ASFINAG, ÖBB Infrastruktur, FCP etc.

Laufzeit: Jänner 2019 bis August 2020

Links:

Veranstaltungstipp:

Baustellentaugliche Lösungen für das „BIM am Bau“. Die TU Wien führt die neue Technologie Augmented Reality für die Baubranche anhand von Live Demos und Präsentationen vor.

Alle Infos hier.