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Staatspreis Patent für „Künstliche Wolken“

Ein Gemeinschaftsprojekt von TU Wien und BOKU gewann den „Staatspreis Patent“. Weitere Projekte der TU Wien schafften es in die Endauswahl.

Das Patentamt zeichnete am 9. November gemeinsam mit Bundesminister Jörg Leichtfried (BMVIT) die besten österreichischen Patente des Jahres aus. „Als Patent des Jahres“ wurde ein ressourcenschonendes Verfahren zu Herstellung von Schnee ausgezeichnet, das gemeinsam von der TU Wien und der Universität für Bodenkultur (BOKU) patentiert wurde. Ein an der TU Wien entwickelter Sensor zur Überwachung von Flüssigkeitseigenschaften schaffte es in die Endauswahl. Auch auf der Shortlist für den Spezialpreis "Hedy Lamarr" für Frauen mit Erfindungsgeist fand sich ein TU Wien-Projekt.

Künstliche Wolken
Das Siegerprojekt soll Kunstschnee revolutionieren: In einer bis zu sechs Meter hohen, zylinderförmigen Kammer (der „künstlichen Wolke“) wird Schnee mit unterschiedlichen Dichten für spezifische Anwendungen erzeugt. Einerseits werden durch das Einspritzen von winzigen Wassertropfen in die Kammer mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Kristallisationskeime gebildet, andererseits wird durch das Einführen von feuchten Luftmassen eine Umgebung geschaffen, die das Wachstum der Schneekristalle begünstigt.

Die Prozesse ähneln den Vorgängen in natürlichen Wolken, in der künstlichen Wolke können sie allerdings gesteuert werden. Dadurch erzielt man eine höhere Schneequalität und benötigt weniger Wasser und Energie als mit herkömmlichen Methoden. Zum Erfinderteam gehören Meinhard Breiling, Michael Bacher, Sergey Sokratov und Frederick George Best.

Flüssigkeits-Sensor und Herzmuskelzellen
Zu den drei Einreichungen, die für die Auszeichnung "Patent des Jahres" vorgeschlagen wurden, gehört ein TU-Projekt, in dem es um spezielle Sensoren zur Überwachung von Flüssigkeitseigenschaften (z.B. von Schmierstoffen) geht.

Für den Spezialpreis "Hedy Lamarr" war außerdem ein TU-Projekt nominiert, das sich der Herstellung von Herzmuskelzellen widmet: Mit speziellen Wirkstoffen kann man erreichen, dass sich leicht zugängliche Körperzellen – etwa aus dem Muskelgewebe – in Herzmuskelzellen umwandeln.

Der Forschungs- und Transfersupport der TU Wien unterstützt Erfinder_innen der TUW bei Patentanmeldungen und beim Patentmanagement ebenso wie bei der Umsetzung und Verwertung von Erfindungen.