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Reinhard Liepolt Preis für Domenico Savio

Der Reinhard Liepolt Preis für Donauforschung 2016 wurde an Domenico Savio, Mitarbeiter des Interuniversitären Kooperationszentrums Wasser & Gesundheit (ICC Water & Health) und des FWF DKplus Vienna Doctoral Programme on Water Resource Systems, verliehen.

Das Forschungsschiff ARGUS auf der Donau während des Joint Danube Survey 2013, das auch 2007 zum Einsatz kam.

Das Forschungsschiff ARGUS auf der Donau während des Joint Danube Survey 2013, das auch 2007 zum Einsatz kam.

Das Forschungsschiff ARGUS auf der Donau während des Joint Danube Survey 2013, das auch 2007 zum Einsatz kam.

Das Forschungsschiff ARGUS auf der Donau während des Joint Danube Survey 2013, das auch 2007 zum Einsatz kam.

Toller Erfolg bei der diesjährigen Vergabe des Reinhard Liepolt Preises für Donauforschung am 29. September 2016. Einer der beiden Hauptpreise wurde an Mag. Domenico Savio, Dissertant des Interuniversitären Kooperationszentrums Wasser & Gesundheit (ICC Water & Health) und des Vienna Doctoral Programme on Water Resource Systems verliehen.

Die Arbeit untersuchte erstmals die Veränderungen der genetischen Zusammensetzung der Bakterienpopulationen entlang eines gesamten Flusses, der Donau, über eine Länge von 2600 km. Die Proben wurden im Rahmen einer Forschungsexpedition im Jahr 2007 genommen (Joint Danube Survey 2, JDS), die seit 2001 alle 6 Jahre durch die ICPDR (International Commission for the Protection of the Danube River) organisiert wird. Die DNA-Proben für diese Untersuchung wurden seit damals in einer Probenbank bei -80°C gelagert und nun retrospektive analysiert. Der mikrobiologische Teil der Expedition wurde zum überwiegenden Teil durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert und durch Prof. Alexander Kirschner (Meduni Wien, Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie) und Prof. Andreas Farnleitner (TU Wien, Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften, Fakultät für Technische Chemie) geleitet. Darüber hinaus kam für diese interdisziplinäre Studie, im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem FWF Doktoratsprogramm, wesentliche hydrologische und statistische Expertisen und Hilfestellungen von Prof. Günter Blöschl, Prof. Juray Parajka und Prof. Alfred Paul Blaschke (alle am Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie, Fakultät für Bauingenieurwesen, TU Wien, tätig). Mag. Domenico Savio setzte für die genetischen Analysen modernste DNA-Sequenzierungstechniken ein sowie speziell mit einem Partner der Universität Uppsala entwickelte Auswertungsstrategien (Prof. Alexander Eiler). Dadurch konnte erstmals gezeigt werden, dass die Bakterienpopulationen in der Mitte der Donau sich nur langsam ändern und große Zuflüsse und Abwassereinleitungen großer Städte nur einen vernachlässigbaren Einfluss haben. Typische boden- und grundwasserassoziierte Bakterien im Oberlauf wurden graduell durch typische Süßwasserbakterien ersetzt. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass das für makrobiotische Organismen entwickelte River-Continuum Konzept auch für Mikroorganismen Gültigkeit besitzt, eine wesentliche Erkenntnis zum biogeochemischen Verständnis großer Flusssysteme.

Das Zitat des ausgezeichneten Artikels:
Savio D, Sinclair L, Ijaz UZ, Parajka J, Reischer GH, Stadler P, Blaschke AP, Blöschl G, Mach RL, Kirschner AK, Farnleitner AH, Eiler A (2015) Bacterial diversity along a 2600 km river continuum. Environ Microbiol.17(12):4994-5007



Bild: © Igor Liska, ICPDR, Wien