News

Rainer Mlitz – ein Nachruf

Die TU Wien, die Fakultät für Mathematik und Geoinformation sowie das Institut für Analysis und Scientific Computing trauern um Univ. Prof. Dr.phil Rainer Mlitz.

Prof. Rainer Mlitz

Prof. Rainer Mlitz

Prof. Rainer Mlitz

Prof. Rainer Mlitz

Mit tiefer Betroffenheit mussten wir erfahren, dass unser Kollege Rainer Mlitz am Sonntag, dem 11. Dezember 2016, nach langer, schwerer Krankheit im 73. Lebensjahr verstorben ist.

Rainer Mlitz ist uns als liebenswerter, hilfsbereiter, lebensfroher und geselliger, hart arbeitender Kollege in Erinnerung. Neben seiner erfolgreichen wissenschaftlichen Tätigkeit hat er sich in besonderem Maße in der Lehre engagiert, wo er trotz angemessener Strenge bei den Studierenden beliebt war. Studieninteressierte begeisterte er für Mathematik nicht nur bei der BeSt3, der Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung, in Wien, sondern fuhr auch regelmäßig auf Messen in die Bundesländern. Als vielfach für die Lehre verantwortlicher akademischer Funktionär hat er durch viele Jahre die Ausbildung von Mathematiker_innen geprägt und damit wesentlich zur Entwicklung und zum Wohl unseres Instituts und der Fakultät für Mathematik und Geoinformation beigetragen. Eine Vielzahl sehr erfolgreich tätiger Mathematiker_innen haben ihre Grundkenntnisse aus Analysis und Differentialgleichungen bei Rainer Mlitz erworben, unter anderem A. Arnold, P. Auer, M. Beiglböck, M. Drmota, P. Markowich, N. Mauser, A. Panholzer, P. Szmolyan, Ch. Schmeiser, A. Unterreiter (Berlin) und R. Winkler.

Nach Absolvierung des Studiums der Mathematik in Verbindung mit dem Nebenfach Physik an der Universität Wien promovierte Rainer Mlitz mit einer Dissertation bei W. Nöbauer im März 1970 zum Dr. phil. Bereits seit Anfang 1969 war er an der damaligen III.ten Lehrkanzel für Mathematik (Prof. Dr. R. Inzinger) tätig und blieb fortan der TU Wien treu. 1976 habilitierte er sich und wurde 1980 zum Professor an der TU Wien ernannt.

Aufgrund seiner hervorragenden Tätigkeit als Vorsitzender der Studienkommission für Technische Mathematik & Versicherungsmathematik wurde er 1999 mit dem Amt des Vizestudiendekans betraut und ab 2004 zum Studiendekan berufen, ein Amt, welche er bis 2010 innehatte. In dieser Zeit hat er die mehrfachen universitären Umstrukturierungen mitgetragen und umgesetzt. Weiters hat er zahlreiche internationale Austauschprogramme initiiert, und dadurch die studentische Mobilität in besonderem Maß gefördert. Dabei war ihm der Bezug zu Anwendungen der Mathematik stets ein Anliegen.

Seine wissenschaftliche Tätigkeit ist dem abstrakten Gebiet der Radikaltheorie und Strukturtheorie und Interpolation zuzurechnen, wo es ihm sowohl eigenständig wie auch in langjähriger Zusammenarbeit mit den bekannten ungarischen Algebraikern L. Marki und R. Wiegandt gelungen ist, zahllose bis dato in der Fachliteratur bekannte Verallgemeinerungen des Amitsur-Radikals unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt zu vereinheitlichen.

Die Emeritierung von Rainer Mlitz war auch Ausdruck der Tatsache, dass sein großer Einsatz weiterhin unverzichtbar war, und die Verleihung der Simon Stampfer-Medaille der Fakultät für Mathematik und Geoinformation im Jahr 2009 war eine weitere sichtbare Würdigung seines enormen Engagements.
Rainer Mlitz, als geprüfter Fremdenführer (Französisch und Italienisch), hat auch Englisch und Russisch ausgezeichnet beherrscht. Etliche Fakultätsmitglieder haben unter seiner Leitung an Exkursionen wie etwa in den Kaukasus teilnehmen können, welche die Kunst und Kultur des Ziellandes vermittelten. Seine vielfältigen kulturellen Interessen betrafen Opern, Musik, Baukunst und Ausstellungen. Auch seine Wander- und Tourenangebote beim Alpenverein Edelweiss ("Wandern und Kultur") waren sehr beliebt und wurden zahlreich in Anspruch genommen. Rainer Mlitz hat in den letzten Jahren trotz fortschreitender Krankheit noch Touren und Wanderungen veranstaltet und bis vor Kurzem Vorlesungen und Prüfungen abgehalten. Bei vielen Gelegenheiten zu gemeinsamem Zusammensein hat er seine Verbundenheit mit unserem Institut und der Fakultät zum Ausdruck gebracht.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Online-Kondolenzbuch

Die Seelenmesse für den Verstorbenen findet am Dienstag, 20. Dezember 2016, um 18 Uhr in der Pfarrkirche Nussdorf, St. Thomas (1190 Wien, Greinergasse 25) statt.