News

Prof. Winfried Huppmann – ein Nachruf

Die Technische Universität Wien trauert um Univ.Prof. Dr.phil. Winfried Josef Huppmann, den langjährigen Forschungschef der HILTI AG und Professor am Institut für Chemische Technologien und Analytik, der am 13.8.2016 nach längerer Krankheit verstorben ist.

Winfried Huppmann: 1945 - 2016

Winfried Huppmann: 1945 - 2016

Winfried Huppmann: 1945 - 2016

Winfried Huppmann: 1945 - 2016

Winfried Huppmann, am 22.1.1945 in Scheibbs geboren und in Tulln aufgewachsen, studierte Physik an der Universität Wien und promovierte dort 1971 "sub auspiciis praesidentis". Nach kurzer Industrietätigkeit in Kanada ging er 1973 ans Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, wo er am Pulvermetallurgischen Laboratorium bahnbrechende Untersuchungen zum Sintern mit flüssiger Phase durchführte. Auf der Basis dieser Arbeiten habilitierte er sich 1979 an der Technischen Universität Wien für das Fach "Pulvermetallurgie" und wurde dem damaligen Institut für Chemische Technologie anorganischer Stoffe zugeteilt. Im gleichen Jahr wechselte er in die Industrie, als Leiter Forschung und Entwicklung am Sintermetallwerk Krebsöge in Radevormwald, einem führenden Hersteller von gesinterten Präzisionsteilen für die Automobilindustrie. 1987 nahm er ein Angebot der HILTI AG, Liechtenstein, an, als Leiter der Konzernforschung mit Sitz im erweiterten Vorstand einzutreten. Er war damit für die gesamte Forschung und Innovation in dieser weltweit tätigen Firma verantwortlich. Trotz der umfassenden Pflichten, die mit dieser Position verbunden waren, hielt er aber an der Technischen Universität Wien regelmäßig seine Vorlesung "Moderne Sinterwerkstoffe in der Technik", in der er den Nachwuchs für die moderne Materialforschung begeisterte.

Winfried Huppmann war auch  intensiv in wissenschaftlichen Vereinigungen tätig, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender des Gemeinschaftsausschusses Pulvermetallurgie und einer der "Väter" des jährlich abgehaltenen Hagener Symposiums Pulvermetallurgie, und als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) 2003-2004. 2000 erhielt er den "Ivor Jenkins Award" des Institute of Metals, London; 2001 zeichnete ihn der Gemeinschaftsausschuß Pulvermetallurgie mit dem Skaupy-Vortrag, der höchsten Auszeichnung dieses Verbandes, aus, und  2008 wurde er zum Ehrenmitglied der DGM  ernannt und erhielt in gleichen Jahr den "Distinguished Service Award" der European Powder Metallurgy Association. 

Auch nachdem Winfried Huppmann 2005 bei HILTI in den Ruhestand getreten war, engagierte er sich  weiter in vielfältiger Weise in der Öffentlichkeit, vor allem im Kulturbereich, unter anderem war er Gründungpräsident der Gemeinnützigen Stiftung Internationale Musikakademie in Liechtenstein. 2012 wurde er von der Regierung von Liechtenstein mit Zustimmung des Fürsten zum Präsidenten der Kulturstiftung Liechtenstein ernannt – eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod erfüllte.

Die Technische Universität Wien wird Winfried Huppmann ein ehrendes Angedenken bewahren.