News

Prof. Kopetz ist Exner Laureat 2005

TU-Professor Kopetz wurde mit Österreichs traditionellster und höchstrangigster Ehrung für Techniktransfer ausgezeichnet.

Am 20. November überreichte Bundespräsident Heinz Fischer die Wilhelm-Exner-Medaillen 2005 an Prof. Hermann Kopetz vom Institut für Technische Informatik, Prof. Jan Egbert de Vries (Novartis Forschungsinstitut Wien) und Prof. Anton Zeilinger vom Institut für Experimentalphysik der Uni Wien.



Hermann Kopetz leitet das Institut für Technische Informatik der TU Wien. Er gilt als Pionier von fehlertoleranten Echtzeitcomputersystemen, die von besonderer Bedeutung insbesondere im Fahrzeugbereich sind.

Als Beispiel kann die Regelung einer Diesel-Einspritzpumpe angeführt werden. Dabei muss die Treibstoffzufuhr zu einem Motor in Abhängigkeit vom Betriebszustand, der wiederum von einer Anzahl von Sensoren überwacht wird, geregelt werden. Bei Vollgas ist das Zeitfenster für diesen Einspritzvorgang sehr schmal, denn der Dieselmotor ist inhärent instabil und würde bei Vollgas "durchgehen", die Drehzahl würde sehr rasch - und dabei reichen Sekundenbruchteile - auf katastrophale Werte steigen, mit der Folge, dass sich der Motor selbst zerstören würde. Dieser Betriebszustand muss daher sehr rasch erkannt und die Treibstoffzufuhr unverzüglich gedrosselt werden. Eben diese industrielle Umsetzung, die auch von der von Kopetz gegründeten Firma TTTech vorgenommen wird, war neben den herausragenden wissenschaftlichen Leistungen Grund für die Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille.



Jan Egbert de Vries trat nach einer beachtlichen internationalen wissenschaftlichen Karriere 1997 als Leiter in das Novartis Forschungsinstitut Wien (NFI) ein. Besonders hervorzuheben ist, dass in der Zeit seiner Leitung die in Wien entdeckte Wirksubstanz Elidel, zur topischen Behandlung von Neurodermitis abgeschlossen werden konnte.



Anton Zeilinger leitet das Institut für Experimentalphysik an der Universität Wien. Derzeit versucht er, verschränkte Photonen von einer kanarischen Insel zu einer anderen zu beamen. Er will diese Testreihen aber auch zwischen der Raumstation ISS und der Erde durchführen.



Die Exner-Medaille, die 1921 erstmalig an Wilhelm Exner selbst vergeben wurde, wird von der Wilhelm-Exner-Stiftung des
Österreichischen Gewerbevereins, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster Persönlichkeiten zuerkannt, die sich besonders für den Techniktransfer engagieren. Geschäftsführer der Stiftung ist Univ.-Prof. Dr. Uwe Sleytr.