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Peter Mörtenböck forscht und lehrt Kulturgeschichte der "neuen" Art

Der TU Wien - Kulturwissenschafter und Architekt Peter Mörtenböck erhielt ein Marie Curie Intra-European Fellowship im 6. Rahmenprogramm der EU. Er ist einer von 20 ausgezeichneten Kulturwissenschaftern aus dem EU-Raum, die für zwei Jahre ihre Forschungskompetenz an verschiedenen europäischen Spitzenuniversitäten transdisziplinär erweitern werden.

Der an der TU Wien am Institut für Kunst und Gestaltung tätige Kulturwissenschafter und Architekt Dr. Peter Mörtenböck wird bis 2007 am Department of Visual Cultures am Goldsmiths College der University of London über die räumliche Netzwerkbildung von Kulturen forschen. Netzwerke sind das Raummodell des 21. Jahrhundert und werden auch im Zusammentreffen verschiedener Kulturen in Europa die Hauptrolle spielen. Dem folgend untersucht das Forschungsprojekt räumliche Phänomene, die etwas über Art und Potenzial von Netzwerk-Verbundenheit an unterschiedlichen europäischen Schauplätzen aussagen.

 

?Networked Cultures? von London aus beforschen

Das nun von London aus gestartete Forschungsvorhaben ?Networked Cultures? wird Peter Mörtenböck in verschiedene Konfliktregionen Europas bringen, wo er das Aushandeln von Raum zwischen unterschiedlichen Kulturen untersuchen wird. Im Zentrum seines Interesses stehen dabei weniger die Schlagzeilen machenden Gebietsansprüche von konkurrierenden Kulturen, als der kulturelle Alltag in so genannten Konfliktregionen und die Fülle an temporären Räumen, die sich darin bilden: flüchtige Interessensformationen und grenzüberschreitende Netzwerke anstelle des alten Modells getrennter kultureller Identitäten.

 

Ein besonderes Augenmerk will der Forscher auf lokale Initiativen, Kunst- und Architekturprojekte legen, die mittels neuer Technologien interkulturellen Austausch betreiben. In einer eigens für das Forschungsprojekt entwickelten Mediendatenbank werden diese zukunftsträchtigen Praktiken gesammelt und miteinander vernetzt, um so ein neues Bild der kulturellen Entwicklung Europas zu zeichnen. Forschungsergebnisse werden laufend auf der Homepage des Projekts http://www.networkedcultures.org/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster publiziert.

 

Mörtenböcks Forschungswurzeln

Für Mörtenböck, der als außerordentlicher Universitätsprofessor für Kulturgeschichte an der TU Wien das hierzulande erst im Entstehen begriffene Feld der Visuellen Kultur lehrt, stellt das Fellowship eine Fortsetzung und Vertiefung bisheriger Arbeiten zum Verhältnis von Kultur und neuer Technologie dar. Ausgangspunkt bildete die Dissertation über die Ortsgebundenheit zeitgenössischer Identitätsproduktion, eine Habilitation zum ?Cyberspace-Dilemma? der Gegenwartsarchitektur folgte (2001 erschienen bei Böhlau als Die virtuelle Dimension) und mehrere Gastprofessuren im Ausland waren bisherige Stationen in Mörtenböcks Karriere.

 

Londoner Goldsmiths College als ?rising star of research?

Das Londoner Goldsmiths College zählt zu den führenden Universitäten für kreative, soziale und kulturelle Fragen und bildet als Teil des University College London gemeinsam mit Oxford und Cambridge das sogenannte ?goldene Dreieck? der Elite-Forschungsuniversitäten Großbritanniens. ?Times Higher? hat das Goldsmiths College vor wenigen Jahren als ?rising star of research? bezeichnet. Zu den AbsolventInnen dieser Universität zählen internationale Künstlerpersönlichkeiten wie Lucian Freud, Damien Hirst, Steve McQueen, Gillian Wearing oder Jane und Louise Wilson.

 

Für ausführliche Infos wenden Sie sich bitte an:

Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Peter Mörtenböck

Technische Universität Wien

Institut für Kunst und Gestaltung

Karlsplatz 13,1040 Wien

+43-1-58801-26402 / 26422

0664/6428379

moertenboeck@tuwien.ac.at

http://visualculture.tuwien.ac.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster