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Österreichische Forschungseinrichtungen starten europäisches Projekt

>Forschungszentrum Telekommunikation Wien (ftw.) und Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik (EMST) der TU Wien leiten und koordinieren europaweite Forschung im Bereich Leistungsverstärker für den Mobilfunk.

Wien ? Das Projekt "TARGET - Top Amplifier Research Groups in a European Team" wurde im 6. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission gestartet. Dem ftw. und Prof. Dr. Gottfried Magerl von der Technischen Universität Wien ist es gelungen, ein europäisches Exzellenznetzwerk ("Network of Excellence") zu initiieren.


Insgesamt 47 Forschergruppen aus Europa ? darunter auch aus drei Beitrittsländern ? forschen gemeinsam im Bereich der Leistungsverstärkung und Mikrowellen. Dies macht TARGET zu einem der ersten und größten Projekte seiner Art. Ausschlaggebend für den erfolgreichen Start des Projektes war die am Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik der Technischen Universität Wien verfügbare Laborausstattung auf dem neuesten Stand der Technik. Insgesamt acht Millionen Euro stellt die europäische Kommission den Projektpartnern über eine Laufzeit von vier Jahren für die gemeinsame Forschung zur Verfügung. Die wissenschaftliche Leitung sowie die Koordination der einzelnen Forschungsaktivitäten liegen in österreichischer Hand: Das Forschungszentrum Telekommunikation Wien (ftw.) erweist sich in der Gesamtleitung des Projekts als erfolgreicher Partner in der Koordination von Forschungsprojekten. Prof. Dr. Gottfried Magerl zeichnet für die inhaltliche Ausrichtung von TARGET verantwortlich.



Anlässlich der ersten Generalversammlung (Board Meeting) am 19. und 20. Februar 2004 kam es zu einem großen Zusammentreffen aller 47 teilnehmenden Partner aus ganz Europa. In den Räumlichkeiten der Technischen Universität Wien setzten alle teilnehmenden Forschergruppen die Arbeitsschwerpunkte innerhalb der einzelnen Arbeitspakete für die ersten 18 Monate fest. Das Treffen gab auch Gelegenheit, die für das Projekt relevante Laboreinrichtung und den Reinraum am MISZ (Mikrostrukturzentrum der TU Wien) sowie das "Laserprobing Lab" am Institut für Festkörperelektronik zu besichtigen. Prof. Dr. Franz G. Rammerstorfer (Bild), Vizerektor für Forschung der TU Wien, begrüßte die europäischen Teilnehmer und zeigt sich über den erfolgreichen Start von TARGET erfreut: "Durch die Beteiligung an TARGET wird die Spitzenposition der Technischen Universität Wien auf einem wichtigen Forschungsgebiet international bestätigt."

Die Idee zu TARGET stammt von Prof. Magerl vom Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik, der einen europaweiten Forschungsbedarf bei Leistungsverstärkern für Kommunikationsdienste sieht. Eine Bestandsaufnahme in Kooperation mit Prof. Dr. Tom Brazil, Professor am University College Dublin, zeigte, dass exzellentes Know-how in Europa vorhanden ist, die Zusammenarbeit unter den Forschergruppen ? darunter einige der weltbesten ? allerdings nur vereinzelt und meist regional stattfindet. "TARGET zielt auf Verbesserungen des Gesamtsystems ab, von den Halbleitermaterialien über die Bauelemente bis zur Schaltungstechnik in Handys und Sendeanlagen", erklärt Prof. Dr. Magerl die Hauptzielsetzung von TARGET.

Die Koordination des Projekts wurde vom europäischen Konsortium dem ftw. anvertraut, da hier die erforderliche Erfahrung und Kompetenz in der Durchführung umfangreicher Kooperationsprojekte besteht.

Das Exzellenznetzwerk TARGET wird im 6. Rahmenprogramm der europäischen Kommission durchgeführt. Im Zuge der Ausschreibung wurde nur jedes vierte Projekt ausgewählt. Inhaltlicher Schwerpunkt bildet die Leistungsverstärkung für den Mobilfunk. Darunter fallen Dienste wie UMTS, Digital Audio, Ultra Wideband, Wireless Lan, Personal Networks, usw. Um Signale in diesen neuen Standards senden und empfangen zu können, sind optimale Verstärker von besonderer Wichtigkeit. Diese müssen sich auszeichnen durch hohe Effektivität und Linearität: Sie sollen möglichst wenig Energie verbrauchen und dabei das gesendete Signal nicht verzerren. In diesen beiden Anforderungen liegt ein Widerspruch, den es zu optimieren gilt und an diesem Punkt setzen die Forschergruppen von TARGET an. Insgesamt 47 Partner ? darunter Universitätsinstitute und Industrieunternehmen ? forschen an unterschiedlichsten Komponenten: der Beschaffenheit von Halbleitermaterialien, Messungen und Modellierung von Halbleiterbauelementen, Entwurf von Verstärkern sowie den optimierten Bau von Sendeanlagen.



Zentrales Element von TARGET ist das gemeinsame Forschen aller Partner in einem Netzwerk: Erstmals sollen so alle Phasen vom Halbleitermaterial über das Modellieren und Simulieren bis hin zu den Endgeräten im Verstärkerbau gemeinsam betrachtet werden. Dies erfolgt unter anderem durch den Aufbau einer elektronischen Plattform, die alle Partner regelmäßig mit Informationen rund um das Projekt versorgt. Für die wissenschaftliche Diskussion wird ein projektinternes Forum eingerichtet. Weiters wird ein Austauschprogramm für Forscher und Dissertanten gestartet um für eine kontinuierliche Kooperation zu sorgen. Im Aufbau eines "virtuellen Exzellenzzentrums" spielt die vom Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik erstandene Laborausstattung eine Trägerrolle: alle Forschergruppen haben die Möglichkeit, gemeinsam die vorhandene Forschungsinfrastruktur zu nutzen. Um einen breiteren Interessentenkreis von TARGET anzusprechen, werden Tutorials, Summer Schools und Special Sessions bei Konferenzen organisiert. Letztlich soll sich das Projekt als "Top-Adresse" für Forschungsaktivitäten für den Bereich der Leistungsverstärker etablieren.



TARGET soll über die Jahre der Förderung hinaus bestehen: Schon während der Projektlaufzeit wird TARGET als Plattform genützt werden, um spezifische Forschungsprojekte vorzubereiten und dafür nationale und europäische Förderungen zu beantragen.



Wissenschaftlicher Koordinator:

O.Univ.Prof. DI Dr. Gottfried Magerl

Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik

TU Wien

gottfried.magerl@tuwien.ac.at



Koordination:

Forschungszentrum Telekommunikation Wien (ftw.)

Dr. Markus Kommenda

+43 1 5052830-10

kommenda@ftw.at