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Neues Zentrum für Logik und Algorithmen an TU Wien

Das „Vienna Center for Logic and Algorithms“ (VCLA) der TU Wien soll die Forschung und internationale Vernetzung in einem weltweit anerkannten Exzellenzgebiet der Fakultät für Informatik weiter ausbauen. Die Eröffnung erfolgt im Rahmen eines internationalen Symposiums am 25. und 26. Jänner an der TU Wien.

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Logik und Algorithmen sind die wissenschaftlichen Grundlagen für zahlreiche Zukunftstechnologien der Informatik: Sie dienen der Darstellung menschlichen Wissens in Computerprogrammen und Datenbanken, der raschen Wissensverarbeitung mit Hilfe intelligenter effizienter Programme, und nicht zuletzt dem Erkennen menschlicher Fehler beim Erstellen dieser Programme.

In den vergangenen Jahren wurde die TU Wien zu einer weltweit anerkannten Exzellenzinstitution in diesem Forschungsgebiet. Zahlreiche Auszeichnungen (Wittgenstein-Preis, START-Preis, ERC Grant) ebenso wie internationale Studiengänge belegen die Schwerpunktbildung an der TU Wien. Die Gründung des „Vienna Center for Logic and Algorithms“ (VCLA) soll die hervorragende Position der Fakultät für Informatik weiter ausbauen und sie zu einem internationalen Brennpunkt der Forschung in Logik und Algorithmen machen.

Zur Eröffnung des VCLA werden hochkarätige WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland anreisen. So wird der US-amerikanische Informatiker Edmund M. Clarke in seinem Vortrag auf die drei Jahrzehnte seit seiner Erfindung des „Model Checking“ zurückblicken, für die er 2007 den ACM Turing Award erhielt (der Turing Award ist die höchste Auszeichnung in der Informatik, vergleichbar mit dem Nobelpreis oder der Fields-Medaille).

Internationales Zentrum an der TU Wien
Der wissenschaftliche Schwerpunkt von VCLA liegt auf den Forschungsbereichen Knowledge Representation, Verification of Hardware and Software, Constraint Satisfaction. Das VCLA fördert internationale Kooperationen, unterstützt den internationalen wissenschaftlichen Austausch durch Gastaufenthalte führender Forschungspersönlichkeiten in Wien und organisiert Workshops. Außerdem werden spezielle Winter- und Sommerschulen für Studierende aus dem In- und Ausland angeboten – die erste VCLA Winter School findet gleich im Februar statt. Betrieben wird das VCLA von vier Forschungsgruppen der Fakultät für Informatik an der TU Wien. 

Knowledge Representation – Menschliche Logik für Computer
Logik ist längst keine rein abstrakte, anwendungsferne Disziplin mehr: Eine Schlüsselanwendung ist der automatische Erwerb von Wissen aus dem Internet und die automatische Internet-Recherche (Stichwort „Semantic Web“). Solche Anwendungen erfordern ein intelligentes Zusammenspiel von Logik und Algorithmen. Die Inhalte des Internets sind oft mehrdeutig, unpräzise oder sogar widersprüchlich. „Wir Menschen haben gelernt, mit solchen unzuverlässigen Informationen umzugehen“, erklärt Stefan Szeider. „Die klassische Logik ist dafür ungeeignet – aber es gibt faszinierende neue Logiken, die das können.“ Die riesigen Datenmengen des Internets stellen große Herausforderungen an die Algorithmen zur effizienten Lösung dieser logischen Aufgaben. 

Verification of Hardware and Software – Garantiert korrekte Computerprogramme
Ein weiteres wichtiges Thema von VCLA ist die automatische Fehlersuche in Programmen. Im Forschungsgebiet „Verification of Hardware and Software“ werden Computerprogramme entwickelt, die andere Computerprogramme oder Mikroprozessoren auf Fehler untersuchen. Anfang der 80er Jahre gelang der Forschungsgruppe von Edmund M. Clarke mit der Entwicklung von Model Checking ein entscheidender Durchbruch. „Auf dieser Grundlage arbeiten Forschungs- und Entwicklungsteams nicht nur in der Computerindustrie, sondern auch in der Luft- und Raumfahrt sowie der Automobilbranche“, erläutert Helmut Veith den Einfluss des Turing-Preisträgers und baldigen TU-Ehrendoktors Clarke.

Constraint Satisfaction – Logische Lösungen für komplizierte Aufgaben
Auch das automatische Auflösen schwieriger logischer Zusammenhänge in der so genannten „Constraint Satisfaction“ gehört zu den zentralen Forschungsbereichen am VCLA. Wer je versucht hat Sudoku-Rätsel zu lösen oder für viele Personen Termine zu koordinieren, kennt das Problem: Wenn viele Bedingungen und Vorschriften gleichzeitig eingehalten werden müssen, ist es schwierig zu ermitteln, ob es tatsächlich eine Lösung gibt. Noch viel schwerer wiegen diese Fragen, wenn es etwa um die Optimierung von Fahrzeugkonfigurationen oder Arbeitsplänen in der Industrie geht. Mit speziellen Algorithmen und logischen Methoden können Computer immer komplexere Fragen lösen.

Das detaillierte Programm finden Sie unter: http://www.informatik.tuwien.ac.at/aktuelles/556 
Die Webseite von VCLA finden Sie unter http://www.vcla.at 

Nähere Informationen:
Dr. Florian Aigner


Technische Universität Wien


Büro für Öffentlichkeitsarbeit
T: +43-1-58801-41027


florian.aigner@tuwien.ac.at  

Mag. Elisabeth Lueginger


Technische Universität Wien


Zentrum für Koordination & Kommunikation der Fakultät für Informatik
T: +43-1-58801-19568
elisabeth.lueginger@tuwien.ac.at