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Was erwarten Studierende und Lehrende von Distance Learning?

Im Zuge des Projektstarts „eTUcation“ fanden im Jänner und Dezember 2021 sowie im Mai 2020 Umfragen bei Studierenden und Lehrenden der TU Wien zum Thema „Distance Learning“ statt. Die Ergebnisse wurden nun ausgewertet.

Serienbild Zukunft der Lehre, Monitor und links davon in weiß und silber Lampe und Stifthalter; auf  dem Monitor ist ein Bild von einem Monitor, Stift, Zettel und Kaffeetasse linke davon, am rechten unteren Ende ist eine Hand mit Fingern zu sehen

Das Projekt „eTUcation“, geleitet und koordiniert durch das Zentrum für strategische Lehrentwicklung, arbeitet derzeit Distance-Learning-Lösungen aus der Corona-Situation auf, um eine nachhaltige Etablierung erfolgreicher Formate zu erreichen. Ein erklärtes Ziel ist es, als Präsenzuniversität der Zukunft digitale Methoden und Werkzeuge als sinnvolle Ergänzung in den Hochschulalltag zu integrieren.

Zur Aufarbeitung der Lösungen ist eine umfassende Grundlagenerhebung notwendig. In den Befragungen wurden daher diverse Themen, wie die Eignung diverser digitaler Tools und Medien, die Eignung der Lehrveranstaltungstypen für Distance Learning oder Erwartungen in die Zukunft der Lehre erhoben.

Nutzung und Zeitaufwand

Dank der Umfrage ist klar erkennbar, dass die durch die TU Wien angeschafften Systeme, wie Zoom oder LectureTube, nicht nur von einem Großteil der Lehrenden benutzt werden, sondern diese sich laut Angaben der Studierenden und Lehrenden für die verwendeten Zwecke eignen. Knapp 80 Prozent der befragten Studierenden sehen beispielsweise Zoom als geeignet zum Abhalten der digitalen Lehre, bei den Lehrenden waren ca. zwei Drittel der Befragten ebenfalls dieser Meinung.

Auch bei der Eignung der Lehrveranstaltungstypen für Distance Learning sind sich Studierende und Lehrende an der TU Wien weitgehend einig. Gute Eignung wurde durch die Lehrenden vor allem den Lehrveranstaltungstypen „Vorlesung“ und „Vorlesung + Übung“ zugesprochen, bei ebendiesen Typen wünscht sich auch ein Großteil der Studierenden in Zukunft verstärkt Distance Learning angeboten zu bekommen. Schlechte Eignung, beziehungsweise ein geringer Wunsch nach Distance Learning, wurde dabei erwartungsgemäß den Lehrveranstaltungstypen „Projekt“, „Seminar“ oder „Laborübung“ ausgesprochen.

Wünsche und Anregungen

Die Lehrenden konnten im Rahmen der Umfrage außerdem ihre Erwartungen zur Zukunft der Lehre an der TU Wien äußern. Die folgende Aufzählung ist eine Auswahl der abgegebenen Kommentare auf die Fragen „Wie können Sie sich Ihre zukünftige Lehre vorstellen? Haben Sie vor, Elemente des Distance Learnings auch in Zukunft einzusetzen? Wenn ja, welche? Bitte begründen Sie Ihre Antwort.“:

  • „Ziel sollte es sein, vor allem Mastervorlesungen auch in Zukunft im Distance Learning abzuhalten. Dies bringt für Studierende und Vortragende eine Vielzahl an Vorteilen, die in der Regel besonders von Student_innen geschätzt werden. Berufstätige Studierende müssen ihren Tagesablauf sehr effizient planen – die digitale Lehre kann einen reibungslosen Tagesablauf üblicherweise unterstützen .“ 
  • „Es sollte bald und so umfangreich wie möglich zur Präsenzlehre zurückgekehrt werden. Für die Studierenden ist der Distanzunterricht durch die fehlenden Sozialkontakte nicht günstig.“
  • „Ich finde es gut, wenn den Studierenden Aufzeichnungen der Lehrveranstaltungen zur Verfügung stehen, und werde daher auch in Zukunft solche Aufzeichnungen anbieten, glaube aber, dass das dazu führt, dass weniger Studierende in die Lehrveranstaltungen kommen werden, was ich für einen gewissen Nachteil halte.“
  • „Nur als Ergänzung zu Präsenz-Lehrveranstaltungen, nicht als Ersatz.“
  • „Mir ist wichtig, kritische Studierende zu lehren und den akademischen Diskurs zu fördern. Und das ist im Distance Learning kaum möglich. Ich stelle daher meine Lehrtätigkeit im Distance Mode grundsätzlich in Frage, und denke das macht gar keinen Sinn.“
  • „Wir werden auf jeden Fall digitale Werkzeuge in unseren Flipped Classroom-Vorlesungen einsetzen: Theorie über PPT-Präsentationen, Videos, usw. vermitteln und Beispiele in Gruppen in Präsenz (oder über Zoom während eines Lockdowns) lösen. Für unsere Sprechstunden werden wir weiterhin Zoom verwenden.“