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„Motoren-Papst“ Hans-Peter Lenz wird 80

Prof. Hans-Peter Lenz hat jahrzehntelang maßgeblich dazu beigetragen, Verbrennungsmotoren umweltfreundlicher zu machen. Nun feiert er seinen achtzigsten Geburtstag – die TU Wien gratuliert.

Prof. Hans-Peter Lenz

Prof. Hans-Peter Lenz

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Prof. Hans-Peter Lenz

Der Schadstoffausstoß eines Verbrennungsmotors hängt ganz entscheidend von der Gemischbildung ab. Nur wenn dort Kraftstoff und Luft perfekt gemischt werden, kann der Verbrennungsprozess effizient ablaufen. Will man die Schadstoffwerte dann noch weiter verbessern, müssen Katalysatoren oder Partikelfilter hinzukommen. Prof. Hans-Peter Lenz hat sich viele Jahre lang mit diesen Forschungsthemen beschäftigt und dabei große Erfolge erzielt. Von 1974 bis 2002 war er Vorstand des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau an der TU Wien, nun feiert der immer wieder als „Motoren-Papst“ titulierte Forscher seinen achtzigsten Geburtstag. Am 8. November findet an der TU Wien aus diesem Anlass eine Jubiläumsfeier statt.

Umweltfreundlichere Autos
"Mein Anliegen war immer eine umweltfreundliche Mobilität", sagt Hans-Peter Lenz. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Forschung war die Gemischbildung in Benzinmotoren. Ein gutes Gemisch aus Luft und Treibstoff, in dem die Benzintröpfchen gut verdampft sind und gleichmäßig unter den einzelnen Zylindern verteilt werden, ermöglicht ein zuverlässiges Starten des Autos und eine schadstoffarme Verbrennung mit höchster Effizienz.

„Ist die Gemischbildung schlecht, kann die Verbrennung nicht vollständig stattfinden, und beim Auspuff entweicht ungenutzter Kraftstoff“, erklärt Prof. Bernhard Geringer (Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik, TU Wien). „Hier hat Prof. Lenz mit seiner Forschung zweifellos Großes geleistet.“

Österreich als Vorreiter bei Katalysatoren
Lenz trug auch maßgeblich dazu bei, Abgaskatalysatoren für Kraftfahrzeuge in Europa einzuführen. „Als Berater der österreichischen Regierung hatte Hans-Peter Lenz einen großen Einfluss darauf, dass Österreich mit einer strengen Gesetzgebung zum internationalen Vorreiter wurde“, sagt Bernhard Geringer. Von der EU wurde dieses Modell später übernommen.

Heute beträgt der Schadstoffausstoß moderner Autos nur noch wenige Prozent dessen, was vor einigen Jahrzehnten üblich war. Trotzdem sieht Lenz nach wie vor Spielraum für weitere Verbesserungen – etwa bei Partikelfiltern, bei Lärmemissionen oder dem CO2-Austoß.

Das Internationale Wiener Motorensymposium
Hans-Peter Lenz betreute an der TU Wien zahlreiche Diplomarbeiten und Dissertationen, auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2002 blieb er der TU Wien eng verbunden. Auf seine Initiative geht auch das „Motorensymposium“ zurück, das einmal im Jahr in Wien stattfindet, und zu einem wichtigen Fixpunkt für die Motoren-Branche geworden ist. Die Größen der Fahrzeugindustrie und der akademischen Fahrzeug-Forschung treffen sich, um neue Entwicklungen zu diskutieren. Insgesamt lockt das Motorensymposium jährlich über tausend BesucherInnen an.

Am 8. November ehrt die TU Wien Hans-Peter Lenz mit einer Jubiläumsfeier anlässlich seines 80. Geburtstages. Auch hier werden zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Industrie mit dabei sein. Die TU Wien gratuliert dem Jubilar und wünscht weiter Glück, Gesundheit und Schaffenskraft.