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Kunstraum Stephansplatz: Eine Operation am Herzen Wiens

im Sommersemester 2005 entwickelten. Das Ergebnis: 18 überraschende Perspektiven auf das vielfältige Kunst- und Kulturangebot rund um den Stephansplatz.


Der Stephansplatz im Herzen von Wien ist geprägt durch das Spannungsfeld zwischen Geschichte und Zukunftsvisionen, zwischen praktizierenden Christen und den Ansprüchen der Tourismusbranche, zwischen Denkmalpflege und den Erweiterungswünschen bestehender Institutionen wie dem Diözesanmuseum Wien und der Dombauhütte. Hinzu kommt die dringende Notwendigkeit, das Miteinander von Gläubigen und kulturinteressierten Besuchern, welche den Stephansdom mit der Pummerin und den Katakomben aufsuchen, neu zu organisieren.

 

Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen sowie angesichts eines 5.000 m2 großen und bis dato ungenutzten Raumes unter dem Stephansplatz erarbeiteten 18 Architekturstudierende der TU Wien im Rahmen des Entwerfen-Workshops "Kunstraum Stephansplatz" im Sommersemester 2005 Neuinterpretationen zur Kunst- und Kulturlandschaft rund um den Stephansdom, einem DER Wahrzeichen Österreichs. Die Ergebnisse ihrer Analysen und die daraus resultierenden Entwürfe präsentieren die Studierenden am 30. Juni im Rahmen einer Ausstellung in Form von Modellen und Raumsimulationen im Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Wien sowie in Schauvitrinen der Dombauhütte an der Nordseite des Stephansdoms.

 

Ziel des Workshops war es, Räume zu schaffen, die einerseits als Präsentationsfläche für Kunst und Kultur fungieren sowie andererseits bestehende und neue Raumvolumina geschickt miteinander verbinden. Gegensatzpaare wie "oben - unten", "Tag - Nacht", "hell - dunkel", "alt - neu" standen im Zentrum der Auseinandersetzung mit diesem besonderen Ort im Untergrund. Der Workshop stellte hohe Ansprüche an die gestalterische Kompetenz der Studierenden und erforderte einen virtuosen Umgang mit den eingesetzten Materialien sowie mit Kunst- und Tageslicht.

 

Weiters sollten für das Dom- und Diözesanmuseum neue, großzügige Ausstellungsflächen konzipiert werden: etwa für die gotische Skulpturen-Sammlung, das aus dem vierzehnten Jahrhundert stammende, älteste Fürstenportrait des Abendlandes von Rudolf dem Stifter, aber auch für die umfangreiche Kunstsammlung Monsignore Otto Mauers (u.a. mit Werken von Gustav Klimt, Egon Schiele,. . .).

 

Ergebnis des intensiven Arbeitsprozesses ist ein bunter Mix an neuen Kulturlandschaften, die dem Platz rund um den 'Steffl' neues Leben einhauchen. Die unter dem Platz liegende Strukturen bieten hervorragende räumliche Voraussetzungen für die Präsentation von Kunstobjekten und interpretieren das Umfeld auf phantasievolle Weise. Minimale Einschnitte leiten Passanten gezielt in die Tiefe, sensible Platzgestaltungen verleihen dem Stephansplatz ein neues Gesicht. Ass.-Prof. Dr. Anton Kottbauer, Leiter des Entwerfen-Workshops "Kunstraum Stephansplatz", über die Qualität der Entwürfe: "Die Arbeiten überzeugen hinsichtlich ihrer Kreativität ebenso wie im Hinblick auf Innovationsgehalt und Umsetzung. Besonders bei der Weg-Führung in den oft mehrgeschossig angelegten Ausstellungsräumen haben die Studierenden innovative Lösungsvorschläge erarbeitet. Viele haben sich darum bemüht, Einzelsituationen in ein Gesamtkonzept einzubinden."

 

Nähere Informationen sowie Photos zu den einzelnen Projekten finden Sie unter: http://www.raumgestaltung.tuwien.ac.at/_presse/_kunstraum/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

 

"Kunstraum Stephansplatz - Operationen am Herzen Wiens"

Vernissage:Donnerstag, 30.06.2005 (19:00)

Ausstellungsdauer: 1.07.2005 - 29.07.2005 (Dienstag - Samstag: 10:00-17:00)

Ort: Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Wien und im Werkhof der Dombauhütte (Stephansplatz 6/Passage, A-1010 Wien)

Der Eintritt für Studierende ist frei!