News

Konferenz: European Gender Summit

Über 400 TeilnehmInnen aus ganz Europa und den USA diskutierten am "2nd European Gender Summit" Ende November 2012 im Europäischen Parlament in Brüssel die Zukunft der Europäischen Forschungs- und Innovationspolitik aus Gender Perspektive.

Über 400 TeilnehmInnen aus ganz Europa und den USA diskutierten am "2nd European Gender Summit" Ende November 2012 im Europäischen Parlament in Brüssel die Zukunft der Europäischen Forschungs- und Innovationspolitik aus Gender Perspektive.

Ziel war die Ausgestaltung aktueller Schlüsselinitiativen wie HORIZON 2020, European Research Area, und Innovation Union. Diskutiert wurden good-practice Beispiele zu einer gelungenen Integration von Geschlechterperspektiven in Forschung und Innovation. EU-ParlamentarierInnen und Führungskräfte aus Forschung und Politik fanden hier eine Gelegenheit zur Information und zum Austausch. Die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) stellte in einem eigenen Panel die aktuellen Diskussionen und Entwicklungen in den USA vor.

"Gender in Research" – ein spannendes Forschungsfeld

Brigitte Ratzer, Leiterin der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies, setzte sich mit dem Thema "Gender expertise as knowledge transfer for better project design" auseinander. Grundlage für den Vortrag bildet das Forschungsprojekt "GENUINE – Gender Inclusive Design in der User Interface Entwicklung", das als Modellprojekt für geschlechterrelevante Fragestellungen in der Technikentwicklung gilt. "Einen Vortrag im vollen Plenarsaal des Europäischen Parlaments zu halten, ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Selten bekommt man so wie dort das Gefühl vermittelt, dass die eigene Tätigkeit und die eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse von Bedeutung sind. Eine wunderbare Motivation, das oft argwöhnisch betrachtete Forschungsthema "Gender in Research" weiter zu verfolgen", betont Ratzer.

Dreißig Jahre Forschung haben deutlich gemacht, dass auf biologischem und sozialem Geschlecht (Sex und Gender) basierende Verzerrungen gesellschaftlichen Schaden und hohe Kosten verursachen können (Details). So wurden zum Beispiel von 1997 bis 2000 in den USA zehn Medikamente wegen lebensbedrohlicher Gesundheitsrisiken vom Markt genommen: Acht davon verursachten bei Frauen weitaus mehr Nebenwirkungen als bei Männern.

Es ist neben der Medizin auch in den Technikwissenschaften von entscheidender Bedeutung, auf dem Geschlecht basierende Verzerrungen nicht nur zu identifizieren, sondern auch deren Auswirkungen in Naturwissenschaft und Technik zu verstehen. 

 

TU Freihaus Nummer 25,

Link: http://www.tuwien.ac.at/dle/pr/publishing_web_print/tufreihaus/tufreihaus25/campus/