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Karrieresprung für Forscherinnen

Bundesministerin Gehrer vergab Hertha-Firnberg-Stellen an Nachwuchswissenschafterinnen. Darunter ist auch Helga Lichtenegger vom Instiut für Werkstoffkunde und Materialprüfung der TU Wien.

Am 17. Dezember 2003 verleihte Bundesministerin Elisabeth Gehrer die diesjährigen Hertha-Firnberg-Stellen. Neun hoch qualifizierte Frauen können damit ein dreijähriges Forschungsprojekt beginnen. Die Spannweite der Themen reicht von einer Biographie der Schriftstellerin Christine Lavant über unterschiedliche Ansätze zur Bekämpfung von Allergien bis zur Materialforschung durch Lernen von der Natur.



Helga Lichtenegger, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, die erst heuer im Mai von einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in Santa Barbara/ Kalifornien zurückgekehrt ist, beschäftigt sich in ihrem Firnberg-Projekt "Zellulare Keramiken mit hierarchischer Struktur" damit, von der Natur inspirierte hierarchisch strukturierte zelluläre Keramiken herzustellen.



Materialwissenschafter lassen sich zunehmend von biologischen Materialien inspirieren. Die Natur selbst erzeugt Werkstoffe mit speziellen physikalischen Eigenschaften mit einem Minimum an Materialaufwand (wie Spinnweben oder Holz). Die Strategie dabei: Strukturelemente werden auf verschiedenen Längenskalen kooperativ angeordnet. Ziel des Projektes ist es, zelluläre Keramiken mit einer zusätzlichen Unter-Architektur herzustellen und ihre detaillierte Struktur und mechanischen Eigenschaften zu untersuchen.



Mit dem Hertha-Firnberg-Programm erhalten Frauen am Beginn ihrer akademischen Karriere größtmögliche Unterstützung. Das nach der ersten österreichischen Wissenschaftsministerin benannte Programm wurde 1998 ins Leben gerufen und richtet sich an Frauen aller Wissenschaftsdisziplinen, die ein Doktoratsstudium abgeschlossen haben. Zur Verfügung gestellt werden die Gehaltskosten für eine Postdoc-Stelle (derzeit jährlich 45.720 Euro), frei verfügbare Mittel von jährlich 8.000 Euro sowie die Kosten für einen großen Lehrauftrag pro Semester. Die Programmkosten für das Jahr 2003 betragen ca. 672.000 Euro.