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Intelligente Bremse soll E-Scooter sicherer machen

Ein Forschungsteam von TU Wien und AIT untersucht Fahrerassistenzsysteme für E-Scooter unter praxisnahen Bedingungen.

Ein Mann erklärt einem anderen Mann, der bereits auf dem E-Scooter steht, wie dieser funktioniert.

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Einweisung in den E-Scooter mit Fahrassistenzsystem

Blick über die Schulter eines Mannes mit organenem Helm auf den Lenker mit mehreren Displays.

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Hightech am Lenker des E-Scooters mit Bremsassistenzsystemen

Mann mit Helm auf E-Scooter

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E-Scooter im Test.

Frau mit Helm auf E-Scooter. Am Lenker ein TU Wien Logo.

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Mann auf E-Scooter, der mit Technik ausgestattet ist. Im Bild Nummern, die das Display, die Einhand-Bremsbedienung, die Vehicle Control Unit, die Nässe- und Kraftsensoren und das Brake-by-Wire System markieren.

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Projektleiter Florian Klinger von der TU Wien testet das für E-Scooter entwickelte Brake-by-Wire-Bremsassistenzsystem. Im Forschungsprojekt FANFARE untersuchen die Projektpartner TU Wien und AIT, welchen Beitrag solche Fahrerassistenzsysteme zu mehr Sicherheit in der Mikromobilität leisten können.

E-Scooter sind aus dem urbanen Verkehr nicht mehr wegzudenken – zugleich rücken steigende Unfallzahlen sicherheitsrelevante Herausforderungen immer stärker in den Fokus. „E-Scooter sind kein Sportgerät, sondern ein Alltagsfahrzeug. Dementsprechend sollte die Fahrsicherheit an oberster Stelle stehen“, sagt Florian Klinger vom Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien, der das gemeinsame Forschungsprojekt FANFARE leitet. 

Im Rahmen des Projekts untersuchen Forschende der TU Wien und des AIT Austrian Institute of Technology nun unter praxisnahen Bedingungen ein Bremsassistenzsystem für E-Scooter, das am Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien entwickelt wurde. Mit Hilfe freiwilliger Studienteilnehmer_innen wird analysiert, wie gut Alltagsnutzer_innen mit dem System zurechtkommen und welchen Beitrag Fahrerassistenzsysteme zur Sicherheit von Fahrzeugen der Mikromobilität leisten können. 

Wenn Bremsen zur Herausforderung wird

Allein in Österreich wurden im Jahr 2024 laut Kuratorium für Verkehrssicherheit rund 7.500 Personen nach E-Scooter-Unfällen im Spital behandelt. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die polizeilich erfassten Straßenverkehrsunfälle zeigen einen Anstieg: Laut Statistik Austria verletzten sich im ersten Halbjahr 2025 bereits 1.125 E-Scooter-Fahrer_innen, zwei weitere kamen ums Leben. 

„Wer schon einmal mit einem E-Scooter im Stadtverkehr unterwegs war, kennt die Herausforderungen: ungewohnte Bremsbedienung, geringe Verzögerung, Stabilitätsverlust bei falscher Standposition oder Wegrutschen beim Bremsen auf nasser Fahrbahn“, so Klinger. Lange Bremswege, geringe Bremsverzögerung sowie das Risiko von Wegrutschen oder Aufkippen machen Notbremsungen anspruchsvoll, insbesondere auf nasser oder rutschiger Fahrbahn.

Forschende des TU Wien-Instituts für Mechanik und Mechatronik entwickelten daher ein neuartiges elektronisches Bremsassistenzsystem speziell für E-Scooter. Das Brake-by-Wire-System ersetzt die mechanische Verbindung zwischen Bremshebel und Rad durch eine elektronische Steuerung. Diese entscheidet situationsabhängig, wie stark Vorder- und Hinterrad gebremst werden. Dabei berücksichtigt das System auch fahrer_innenbezogene Parameter wie die Masse und die Standposition am E-Scooter, die wesentlichen Einfluss auf die optimale Bremsverteilung haben. Zusätzlich erkennt das System nasse Fahrbahnen, um die Reibung zwischen Reifen und Untergrund besser abschätzen zu können. So sollen Bremswege verkürzt, die Fahrstabilität erhöht und Stürze beim Bremsen vermieden werden.

Wie FANFARE Mikromobilität sicherer machen will

„Auch aus unseren bisherigen Forschungsarbeiten zur Fahrdynamik von Fahrrädern und E-Scootern wurde deutlich, dass hier technologische Unterstützung notwendig ist. Mit Hilfe mehrerer Studierender haben wir daher am Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien ein Bremsassistenzsystem speziell für E-Scooter entwickelt. Im Projekt FANFARE untersuchen wir nun gemeinsam mit dem Projektpartner AIT, wie gut Alltagsnutzer_innen mit dem Assistenzsystem zurechtkommen, welchen Sicherheitsgewinn es bringt und wie wir diese Erkenntnisse für die Weiterentwicklung sicherer Mikromobilität nutzen können“, erklärt Florian Klinger.

FANFARE wird vom Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds VSF im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert. Ziel des von der TU Wien und dem AIT durchgeführten Projekts ist es, Fahrerassistenzsysteme für Fahrzeuge aus dem Bereich der Mikromobilität systematisch zu analysieren und deren Potenzial zur Erhöhung der Verkehrssicherheit messbar zu machen. Dabei wird auch untersucht, inwieweit aus anderen Fahrzeugarten bekannte Assistenzsysteme auf E-Scooter und andere Mikromobilitätsfahrzeuge übertragbar sind. Betrachtet werden unterschiedliche Assistenzfunktionen – von informierenden und warnenden Elementen bis hin zu aktiv eingreifenden Systemen. Am Beispiel des am Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien entwickelten Bremsassistenzsystems soll mit objektiven Testmethoden gezeigt werden, welchen Beitrag solche Technologien zu mehr Sicherheit bei E-Scootern und anderen Fahrzeugen der Mikromobilität leisten können.

Assistenzsysteme im Praxistest

Als Teil des Forschungsprojekts wird eine Proband_innenstudie mit dem Brake-by-Wire-System durchgeführt. Neben der erzielten Bremsleistung wird dabei auch die Interaktion zwischen dem Assistenzsystem und Alltagsnutzer_innen untersucht. Vergleichende Messfahrten mit einem herkömmlichen, ebenfalls messtechnisch ausgestatteten E-Scooter sollen zeigen, welchen messbaren Sicherheitsgewinn das Bremsassistenzsystem gegenüber konventionellen E-Scootern erzielen kann. Ergänzend geben Fragebögen Aufschluss über subjektives Sicherheitsgefühl und Akzeptanz. Die Versuche finden im Mai und Juni auf dem Gelände des AIT statt.

Rückfragehinweis

Dr. Florian Klinger
Technische Universität Wien
Institut für Mechanik und Mechatronik
+43 1 58801 325118
florian.klinger@tuwien.ac.at 

Aussenderin: 

Sarah Link, M.A.
PR und Marketing
Technische Universität Wien
+43 664 60588 2412
sarah.link@tuwien.ac.at