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Hobbit, der Hilfsroboter

TU Wien und Haus der Barmherzigkeit präsentieren einen Pflegeroboter.

Hobbit - der Hilfsroboter (Foto: Michele Pauty, Haus der Barmherzigkeit)

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Hobbit - der Hilfsroboter (Foto: Michele Pauty, Haus der Barmherzigkeit)

Hobbit - der Hilfsroboter [1]

Hobbit - der Hilfsroboter [1]

Foto: Michele Pauty, Haus der Barmherzigkeit

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Foto: Michele Pauty, Haus der Barmherzigkeit

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Die Technische Universität Wien, das Haus der Barmherzigkeit (HB) und vier weitere internationale Partner haben im Rahmen des EU-Projektes „Hobbit“ den ersten Prototypen eines Pflegeroboters fertig gestellt. Langfristiges Ziel von Hobbit ist die Entwicklung eines leistbaren mobilen Heimassistenten für Senioren, der die Lebensqualität erhöht und die persönliche Unabhängigkeit sichert.

Anfang dieses Jahres hat ein Projektteam rund um DI Dr. Markus Vincze, Professor am Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der TU-Wien, den ersten funktionsfähigen Prototypen des Pflegeroboters Hobbit realisiert. Langfristig soll der mobile Heimassistent ältere Menschen in den eigenen vier Wänden bei einfachen Handgriffen auf Befehl unterstützten, Gefahren beseitigen und im Notfall Hilfe holen. Um eine intuitive Bedienung zu gewährleisten, ist das Gerät mit einem Touchscreen ausgestattet, kommuniziert über Sprache und ist in der Lage Gesten zu erkennen. Zudem liegt dem Projekt ein ambitioniertes Kostenziel zugrunde: Damit Hobbit den Massenmarkt erreicht, soll er einmal für weniger als 5.000 Euro zu haben sein.

Wichtigstes Einsatzgebiet: Sturzerkennung

Auslöser und Hauptgrund für die Entwicklung von Hobbit ist ein weit verbreitetes Problem, wie Projektinitiator und HB Institutsdirektor Dr. Christoph Gisinger schildert: „Es ist kein Geheimnis, dass Stürze die häufigste Ursache für den Eintritt in ein Pflegeheim sind. Hobbit kann hier auf zwei Ebenen Sicherheit schaffen: Dank Greifarm und Kamera kann er den Boden präventiv nach herumliegenden Objekten absuchen und diese einsammeln. Das vermindert das Sturzrisiko. Kommt es dennoch zu einem Unfall, wird dieser erkannt und Hilfe angefordert.“

Die Vorteile gegenüber anderen Methoden der Sturzerkennung erläutert Mag. Alexandra Schmid, Leiterin der HB Akademie für Altersforschung: „Hobbit ist mobil und passt sich an die jeweiligen Örtlichkeiten an – es müssen also keine Matten oder Sensoren in der Wohnung installiert werden. Systeme wiederum, die am Körper getragen werden – etwa Sturzarmbänder – stoßen auf wenig Akzeptanz. Da Ernstfälle sehr selten vorkommen, werden diese Geräte schnell als lästig und überflüssig empfunden.“ Zudem besteht bei diesen Technologien das Risiko, dass der Alarm aufgrund von Sturzfolgen nicht mehr eigenständig ausgelöst werden kann. Der mit Kameras und Sensoren ausgestattete Hobbit wird auch regungslose Personen erkennen und selbständig Angehörige und Rettungskräfte verständigen können.

Alltagsnutzen ermöglicht Sturzprävention

„Akzeptanz ist der Schlüssel zu wirksamer Sturzprävention“, betont auch Christoph Gisinger. „Nur wenn das System gerne und regelmäßig genutzt wird, kann es seinen Zweck erfüllen. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns intensiv mit dem Zusatznutzen. Die zentrale Frage ist: Was muss Hobbit können, damit er täglich verwendet wird?“

Das Projektteam verfolgt den Ansatz, dass eine Kombination aus konkretem Alltagsnutzen, ansprechendem modernem Design und einfacher Bedienbarkeit zu einer Erhöhung der Akzeptanz beiträgt. Weiters könnten empathische Interaktionen die Bindung an das Gerät fördern. Unter dem Schlagwort „Mutual Care“ (gegenseitige Fürsorge) wird derzeit ein Konzept entwickelt und überprüft, das davon ausgeht, dass das Akzeptanzniveau wächst, wenn die Beziehung zwischen Mensch und Maschine auch die emotionale Ebene umfasst.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, soll der fertige Hobbit über eine Reihe von Fähigkeiten verfügen. „Neben dem Lernen, Erkennen, Finden und Bewegen von Gegenständen wird der Heimassistent die Wohnung eigenständig erkunden und fixe Hindernisse wie Wände oder das Mobiliar selbständig erkennen. Per Sprachausgabe kann das Gerät an Arzttermine oder die Einnahme von Medikamenten erinnern. Außerdem soll Hobbit seinen Besitzer dank Gesichtserkennung von Besuchern und statischen Objekten unterscheiden können“, erklärt Projektkoordinator Markus Vincze. „Auch im Hinblick auf Entertainment-Funktionen bieten sich viele Möglichkeiten, die wir aber noch durchdenken müssen“, so Vincze.

Labortest bestanden, Probanden gesucht
Erste Tests hat Hobbit bereits erfolgreich absolviert. Im Rahmen einer Studie hatte eine Gruppe von 22 Personen die Gelegenheit, Kernfunktionen des Roboters unter Laborbedingungen zu erproben – mit überwiegend positiver Resonanz. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters zeigten die ProbandInnen reges Interesse und gingen durchwegs offen auf Hobbit zu. Für das nächste Jahr ist ein Feldversuch in realen Wohnungen geplant. Im Zuge der Testreihen werden laufend ProbandInnen gesucht. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 70 Jahren, der/die TeilnehmerIn muss alleinstehend leben und auditiv, visuell oder mobil eingeschränkt sein.

„Unsere Gesellschaft wird älter. Diese Entwicklung ist positiv, aber viele dieser Menschen werden in den nächsten Jahren in irgendeiner Form Unterstützung brauchen. Wir glauben, dass assistive Technologien zu einem längeren selbstbestimmten Leben in den eigenen vier Wänden beitragen können“, betont HB Institutsleiter Christoph Gisinger. „Was echte Pflegeleistungen betrifft, ist der Mensch aber unersetzlich. Richtige Pflege erfordert nicht nur Wissen und Fähigkeiten, sondern vor allem auch Einfühlungsvermögen und Verständnis. Und diese beiden Fähigkeiten haben nur Menschen“, so Gisinger abschließend.

Das Hobbit Team
Aktuell arbeitet ein Team aus sechs Partnern am Projekt Hobbit: Projektkoordinator ist die Technische Universität Wien, die außerdem zentrale Komponenten im Bereich Hard- und Software einbringt. Hella Automation steuert den Greifarm und Funktionen im Bereich Ambient Assisted Living bei. Die Gesten-, Sturz- und Gesichtserkennung wird von der Foundation for Research and Technology Hellas entwickelt. Die Universität Lund arbeitet am künftigen Design des Hobbit und die Plattform des Hobbit stammt von Otto Bock Mobility Solutions. Die Akademie für Altersforschung des Haus der Barmherzigkeit steuert Know-How im Bereich Pflege bei und engagiert sich in der Feldforschung.

Weitere Information zu Hobbit finden Sie hier.

Rückfragehinweise:
Prof. Markus Vincze
Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik
Technische Universität Wien
Gußhausstraße 25, 1040 Wien
T: +43-1-58801-376611
markus.vincze@tuwien.ac.at 

Mag. Christian Zwittnig
Haus der Barmherzigkeit
T: +43/664/610 12 16
christian.zwittnig@hausderbarmherzigkeit.at


[1] Foto: Michele Pauty, Haus der Barmherzigkeit