News

Helmut Rauch erhält das Große Silberne Ehrenzeichen

Der Atomphysiker und TU Wien-Wissenschafter Helmut Rauch erhält am 22. Juni 2005 das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.


Der gebürtige Niederösterreicher hat sich schon in sehr jungen Jahren ? im Bundesgymnasium Oberschützen - der Physik und Mathematik verschrieben. Seiner Leidenschaft für die beiden Fächer kommt er nach, indem er 1957 an der TU Wien mit dem Physik-Studium beginnt. Die ?Zweite Staatsprüfung? legt er im Juni 1962 ab, das darauffolgende Doktorats-Studium schließt Helmut Rauch mit der Dissertation ?Anisotroper â-Zerfall nach Absorption polarisierter Neutronen? ab. 1970 habilitiert sich Rauch für das Fachgebiet ?Neutronen- und Reaktorphysik?, seit 1972 leitet er das Atominstitut der Österreichischen Universitäten, einst ?interuniversitäres Institut?, seit 1998 Einrichtung der TU Wien.

 

Seine Forschungsaktivität wird wesentlich durch seinen Besuch des Forschungsreaktors in Garching bei München im Jahr 1965 beeinflusst. Dort ging man 1965 der Frage nach, ob es möglich sei, nicht nur Licht oder Röntgenstrahlen zum ?Interferieren?, d.h. Überlagern, zu bringen, sondern auch massive Teilchen wie Neutronen. Das Experiment klappt dort jedoch nicht ? entgegen der Überzeugung der deutschen Wissenschafter.

 

Helmut Rauch packt daraufhin der wissenschaftliche Ehrgeiz. Er sucht nach dem am besten geeigneten Ausgangsmaterial für sein Neutronen-Interferometer. Im Jahre 1974 kommt es dann zur großen Sensation: gemeinsam mit Ulrich Bonse und Wolfgang Treimer gelingt ihm der erstmalige Nachweis von Materiewellen auf makroskopischem Maßstab und somit der Beweis, dass ein und das selbe Teilchen sowohl Materie als auch Welle sein kann.

 

Bekannte Schüler des bisher mehrfach ausgezeichneten Wissenschafters sind der Quanten- und Atomoptik-Spezialist Harald Weinfurter, der Festkörperphysiker Kurt Binder, der Halbleiterphysiker Heinrich Kurz, der Atomphysiker Jörg Schmiedmayer und der weithin bekannte Experimentalphysiker Anton Zeilinger.