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Hall of Fame: Camillo Sitte

Im Portrait: Camillo Sitte – TU-Absolvent, Stadtplaner, Städtebau- und Kulturtheoretiker, Maler

Camillo Sitte: 17.04.1843 – 16.11.1903

Camillo Sitte: 17.04.1843 – 16.11.1903

Camillo Sitte: 17.04.1843 – 16.11.1903

Camillo Sitte: 17.04.1843 – 16.11.1903

Camillo Sitte studierte nach Absolvierung des Piaristengymnasiums ab 1863 Architektur am Wiener Polytechnischen Institut, unter anderem bei Heinrich von Ferstel. Nebenbei war er Gasthörer an der Universität Wien und besuchte bei Rudolf von Eitelberger Vorlesungen aus Kunstgeschichte und Archäologie.

Ab 1871 übernahm er von seinem Vater, Franz Sitte, den Auftrag für den Neubau der Mechitharistenkirche. Neben seiner Tätigkeit als Architekt war Sitte von 1875 bis 1883 Direktor an der neugegründeten Staatsgewerbeschule in Salzburg.1883  erhielt er den Auftrag, in Wien die erste Staatsgewerbeschule zu gründen, der er dann als Direktor bis zu seinem Tod im Jahr 1903 vorstand.
Besondere Bedeutung erlangte Sitte durch die intensive Beschäftigung mit Fragen des Städtebaus. Er galt als führender Stadtbautheoretiker des 19. Jahrhunderts, entwickelte Bebauungspläne für Klein- und Mittelstädte und war als Juror und Gutachter bei Bebauungsvorschlägen tätig. 1889 veröffentlichte er sein wohl bedeutendstes, richtungsweisendes Werk "Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen. Ein Beitrag zur Lösung der modernsten Fragen der Architektur und monumentalen Plastik unter besonderer Beziehung auf Wien", das mehrere Auflagen und Übersetzungen erlebte. Darin präsentierte er die Morphologie städtischer Räume und wies auf die Qualitäten organisch gewachsener Stadtstrukturen hin.

Gemeinsam mit dem Berliner Landesbauinspektor Theodor Goecke gründete er kurz vor seinem Tod die Zeitschrift „Der Städtebau“, die erstmals 1904 erschien. Camillo Sitte hat ein Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof. Sein Nachlass befindet sich im Universitätsarchiv der TU Wien, seine Bibliothek wird in der UB der TU Wien aufbewahrt.

Quellen:
Wilhelm, Karin, "Sitte, Camillo Franz" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 477-479 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn118797441.html
 „Sitte Camillo.“ in: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 309f. [Onlinefassung]; URL: http://www.biographien.ac.at/oebl_12/309.pdf
Universitätsarchiv der TU Wien
: http://www.tuwien.ac.at/dle/archiv


Bild: © Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek