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Große Wasserkraftprojekte brauchen Fingerspitzengefühl

Projekte im Wasserkraftsektor haben zahlreiche Auswirkungen, sei es in ökologischen, sozialen sowie wirtschaftlichen Bereichen. Im Rahmen einer Tagung an der TU Wien soll diskutiert werden, wie Wissenschaft, Technik und NGOs gemeinsam zu einer zukünftig verbesserten Nachhaltigkeit sowie Akzeptanz der Wasserkraft beitragen können.

Eine Staumauer: Energiewirtschaftlich höchst sinnvoll - doch welche anderen Auswirkungen kann sie noch haben?

Eine Staumauer: Energiewirtschaftlich höchst sinnvoll - doch welche anderen Auswirkungen kann sie noch haben?

Eine Staumauer: Energiewirtschaftlich höchst sinnvoll - doch welche anderen Auswirkungen kann sie noch haben?

Eine Staumauer: Energiewirtschaftlich höchst sinnvoll - doch welche anderen Auswirkungen kann sie noch haben?

Wasserkraft wird gerne als besonders umweltfreundliche Form der Stromerzeugung angepriesen. Trotzdem gibt es immer wieder Proteste gegen neue Kraftwerksprojekte – wie lässt sich dieser Widerspruch verstehen? Bei einer Konferenz über Wasserkraft an der TU Wien wird über Vorteile sowie Herausforderungen durch die Nutzung der Wasserkraft diskutiert. Nachhaltigkeit bei Wasserkraftanlagen lässt sich nicht alleine auf den geringen CO2-Ausstoß reduzieren. Ökologische, soziale und kulturelle Effekte müssen dabei gemeinsam in einem ausgewogenen Maß berücksichtigt werden.

Folgen bedenken, um nicht in chancenlose Projekte zu investieren
Vom ersten Planungsstadium an müssen bei Kraftwerksprojekten Fragen zur Nachhaltigkeit mit einbezogen werden. Besonders wichtig ist dies für Firmen, die solche Projekte koordinieren, aber auch in der Forschung und Entwicklung können diese Themen nicht ausgeklammert werden: „Auch wir müssen alle Aspekte der Nachhaltigkeit mitbedenken“, erklärt Prof. Christian Bauer vom Institut für Energietechnik und Thermodynamik der TU Wien. „Sonst wird möglicherweise ein technologisches Konzept entworfen, mit dem man am Markt und bei den relevanten Stakeholdergruppen niemals bestehen kann, weil es später zwangsläufig an den Nachhaltigkeitskriterien scheitern würde.“

Erfahrungsaustausch zwischen akademischer Forschung und Vertretern aus der Wirtschaft
Im Rahmen der Konferenz „Viennahydro 2012 – Pumped storage in the context of renewable energy supply“ vom 21. bis 23. November 2012 im Konferenzzentrum Laxenburg, findet am 21. November ab 15:30 eine Podiumsdiskussion statt, in der die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit in der Wasserkraft kontrovers diskutiert werden sollen. Moderiert von der Umweltexpertin Monika Langthaler werden Stakeholder aus ganz verschiedenen Bereichen ihre Erfahrungen austauschen – von Umwelt-NGOs über Energie- und Technologiefirmen bis hin zu Vertretern aus dem Finanzbereich.

Freilich beschränkt sich das Programm der Konferenz nicht ausschließlich auf das Thema Nachhaltigkeit. In den insgesamt 16 Sessions der Konferenz geht es auch um viele verschiedene technologische Fragen, von der Kraftwerkstechnik selbst bis hin zu Fragen der Stromeinspeisung in öffentliche Verteilungsnetze. Bereits zum siebzehnten Mal wird diese Konferenz (in zweijährigem Rhythmus) von der TU Wien, Institut für Energietechnik und Thermodynamik organisiert. Auch heuer werden wieder an die 350 Teilnehmer erwartet. Die Konferenz verbindet die akademische Forschung rund um den weiten Bereich der Wasserkraftwerke mit den Erfahrungen und Weiterentwicklungen der Hersteller- und Betreiberfirmen.

Speicher für Alternativ-Energie
Das übergreifende Hauptthema der Konferenz ist die Pumpspeicher-Technologie im Zusammenhang mit erneuerbaren Energieträgern. Pumpspeicherkraftwerke sind nach wie vor die beste Möglichkeit, große Mengen an Energie auf unbestimmte Zeit zu speichern. Wenn mehr erneuerbare Energie (etwa aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen) verfügbar ist, als gerade benötigt wird, pumpt man Wasser nach oben. Später, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird aus dieser Energie wieder elektrischer Strom erzeugt. Pumpspeicherkraftwerke gelten daher gerade im Zusammenspiel mit anderen umweltfreundlichen Stromerzeugungsmethoden noch immer als zukunftsträchtiges Konzept.


Mehr zur Konferenz 

Die Podiumsdiskussion

Nähere Information:
Prof. Dr.-Ing. Christian Bauer
Institut für Energietechnik und Thermodynamik
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43-1-58801-302401
christian.e302.bauer@tuwien.ac.at

 

Foto:
JJ Harrison,
Creative CommonsAttribution-Share Alike 3.0