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Gottfried Ungerböck revolutionierte die Nachrichtentechnik

gebührend gefeiert wird. Die TU Wien gratuliert ihrem Absolventen und Ehrendoktor ganz herzlich.


Die Erfindung der "Trellis codierten Modulation" durch den TU Wien-Absolventen Gottfried Ungerböck hat zu einem Paradigmenwechsel in der Telekommunikation geführt. Bis dahin war man allgemein der Meinung, dass eine Qualitätsverbesserung (d.h. eine Reduktion der Fehlerrate) bei der Datenübertragung über einen störungsbehafteten Kanal nur durch eine Erhöhung der Sendeleistung oder durch eine Codierung, die zwangsläufig zu einer Verkleinerung der Datenrate führt oder durch eine Vergrößerung der Frequenz-Bandbreite möglich ist.

 

Ungerböck hat dagegen gezeigt, dass für eine Qualitätsverbesserung keine dieser (recht unerfreulichen) Maßnahmen unbedingt notwendig ist, sondern dass man eine Qualitätsverbesserung auch mit Hilfe der "Trellis codierten Modulation", einer cleveren Signalverarbeitung beim Sender und beim Empfänger, erreichen kann.

 

Nachdem die Fachwelt auf diese Erkenntnis zunächst sehr skeptisch reagierte, hat Ungerböck sein Verfahren selbst im Rahmen einer Satelliten-Kommunikation implementiert und die Richtigkeit seiner Überlegungen damit auch praktisch unter Beweis gestellt. Heute wird die "Trellis codierte Modulation" praktisch in allen modernen Übertragungssystemen angewendet.

 

Ungerböck-Fest mit Weggefährten

Ende Mai findet anlässlich Ungerböcks 65. Geburtstag am Vierwaldstätter See ein privat organisiertes Treffen ("Ungerböck-Fest") mit den meisten seiner Weggefährten statt. Dabeiwerden führende internationale Experten der Telekommunikation auch die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Telekommunikation diskutieren.

 

Gottfried Ungerböck hat seine Wurzeln an der TU Wien immer betont und Kontakt zu "seiner" Universität gehalten. Die TU Wien wünscht Herrn Ungerböck zu seinem Geburtstag das Allerbeste und weiterhin viel Erfolg!

 

Zur Person Gottfried Ungerböck

Gottfried Ungerböck studierte an der TU Wien Elektrotechnik/Nachrichtentechnik. Danach hat er einige Zeit bei den Wiener Schwachstrom Werken gearbeitet und ist 1967 in das IBM Forschungslabor bei Zürich übersiedelt. Im Jahr 1970 promovierte er an der ETH Zürich. 1976 präsentierte er erstmals die Grundlagen der ?Trellis codierten Modulation? auf einer wissenschaftlichen Tagung in Schweden. Es dauerte allerdings noch etliche Jahre bis die Tragweite seiner Erfindung in der Fachwelt wirklich erkannt und allgemein akzeptiert wurde.

 

1998 wechselte Dr. Ungerböck zur Broadcom Corporation, für die er auch heute noch als Technischer Direktor arbeitet. Heute lebt Herr Dr. Ungerböck in der Schweiz und ist besonders in internationalen Normungsgremien sehr aktiv.

 

Für seine wissenschaftlichen Leitstungen wurde Ungerböck mehrfach ausgezeichnet. So ernannte ihn die TU Wien 1993 zum Ehrendoktor, 1994 wurde ihm die Richard W. Hamming Medaille verliehen. Im gleichen Jahr erhielt er auch den Eduard Rhein Preis für bahnbrechende Grundlagenforschung. 1996 folgte der Marconi International Fellowship Award, 1997 wurde ihm der Australia Prize verliehen.