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Going down the drain?

Am 9. Oktober wurde zum fünften Mal das „World University Ranking“ des Times Higher Education Supplement veröffentlicht. Die gute Nachricht: die TU Wien ist noch immer dort zu finden. Die schlechte Nachricht: es geht weiter bergab.

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Der Versuch, die Leistung aller Universitäten der Welt zu bewerten, kommt der Quadratur des Kreises nahe. Allerdings steigern solche „Rankings“ Auflagen und sind – wohl oder übel – ein Faktum, mit dem sich die Betroffenen auseinandersetzen müssen.

Neben dem etwas skurrilen „Shanghai-Ranking“ (dort erhält man einen Gutteil der Punkte für – vergangenheitsbezogene – Nobelpreisträger) hat sich seit 2004 das „World University Ranking“ des Times Higher Education Supplement (THES-Ranking) etabliert. Trotz des Generalvorbehalts, dass hier unterschiedliche Systeme miteinander verglichen werden – quasi Äpfel mit Birnen – und die Indikatoren nur einen sehr schmalen Ausschnitt aus der Realität repräsentieren, werden hier durchaus interessante Indikatoren herangezogen:

  • 40% Peer Review: 6.354 ExpertInnen werden nach ihrem Urteil befragt.
  • 10% Employer Review: 2.339 ArbeitgeberInnen werden nach ihrem Urteil befragt.
  • 20% Staff/Student: Verhältnis Studierende zu WissenschafterInnen.
  • 20% Citations/Staff: Zitationen pro WissenschafterIn.
  • 5% International Staff: Anteil der AusländerInnen am wissenschaftlichen Personal.
  • 5% International Students: Anteil der AusländerInnen an den Studierenden.

Die TU Wien hat im THES-Ranking einen glänzenden Start an den Tag gelegt und war 2004 und 2005 unter den besten 100 Universitäten weltweit (2004: 77., 2005: 86.)! In der Folge ging es über Platz 138 (2006) und 166 (2007) bis zur aktuellen Platzierung (244) nach unten.

Nach allen Regeln der Kunst lässt sich keine gravierende Änderung der Leistungen in Forschung und Lehre der TU Wien feststellen. Publikationen, Projektvolumina und Studierendenzahlen sind stabil bis leicht steigend. Und das trotz der nicht überbordenden finanziellen Ausstattung! In den Spezialwertungen „Engineering & IT“ wird für die TU Wien Rang 76, in „Natural Sciences“ 125 ausgewiesen. Allerdings haben wir offensichtlich ein Reputationsproblem: Beim „Academic Survey Rank“ gab es nur Rang 253, beim „Employer Survey Rank“ 268. Diese beiden Katagorien machen die Hälfte der Gesamtplatzierung aus!

Summa summarum liegt der Schluss nahe, dass nicht die TU Wien schlechter, sondern die internationale Konkurrenz besser geworden ist und sich dieser „Gap“ im Reputationswettbewerb verstärkt. An der Spitze des Rankings finden sich die „üblichen Verdächtigen“ aus der anglo-amerikanischen Sphäre: Harvard, Yale, Cambridge, Oxford ... Die Stabilität der Platzierungen auf den weiteren Plätzen ist mit unter aber besorgniserregend. So war die Universität Genf im ersten Ranking (2004) gar nicht vertreten, kam 2005 auf Rang 88 und sich 2006 bis zum 39. Platz vorzuarbeiten. 2007 fiel sie wieder auf 105 um 2008 schließlich auf Platz 68 zu landen! Das deutet auf methodische Probleme hin. Allerdings kann der Wert der Informationen als Indikation für globale Entwicklungen nicht geleugnet werden. Österreich ist demnach nicht auf dem Weg zu Weltklasse-Unis ... das Gegenteil ist der Fall!

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