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Gastvortrag DI Johannes Linortner

DI Johannes Linortner - Managing Director, Resident Site Engineer der Pöyry Energy GmbH, Türkei - spricht zum Kraftwerksbau in der Türkei. Am Besipiel des Kraftwerks Ermenek wird Planung, Ausführung und Bewertung der Bogenmauer und des Dichtschirms während des Aufstaus erklärt.

Luftseitige Sperrenansicht

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Luftseitige Sperrenansicht

Luftseitige Sperrenansicht

Luftseitige Sperrenansicht

Sperrenaushub in extremer Schlucht

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Sperrenaushub in extremer Schlucht

Sperrenaushub in extremer Schlucht

Sperrenaushub in extremer Schlucht

Errichtung der Sperre Ermenek

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Errichtung der Sperre Ermenek

Errichtung der Sperre Ermenek

Errichtung der Sperre Ermenek

Gastvortrag DI Johannes Linortner
Dienstag, 11. Mai 2010, 18.00 Uhr
Hörsaal 8 (Heinz Parkus), Hauptgebäude, Erdgeschoß
Technische Universität Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien

Das Kraftwerk Ermenek  liegt im Süden der Türkei und wird im Rahmen eines bilateralen Abkommens von einem österreichischen-türkischen Konsortium errichtet.
Der Auftragswert beträgt 550 Mio. Euro. Die Anlage gliedert sich in die fünf wesentlichen Hauptbauwerksteile:

  • Bogenmauer (218 m hoch, doppelt gekrümmt),
  • Dichtschirm (582.00 m²),
  • Krafthaus (302,4 MW installierte Leistung, 1.014,1 GWh Regelarbeitsvermögen),
  • Druckstollen (Länge 8,064 km; innerer Durchmesser 5.6 m)
  • Erik-Bachbeileitung mit Kavernenkrafwerk (6,5 MW; 33,7GWh).

Die Bogenmauer bildet einen Speicher von 27 km Länge und 4.600 Millionen m³ Inhalt.
Der Druckstollen wurde mittels Tunnelbohrmaschine (TBM) mit einem Durchmesser von 6,7 Meter  aufgefahren.
Seine Innenschale ist mit bewehrtem und teils mit unbewehrtem Beton ausgeführt und wird mit einer Vorspann-Injektion versehen (12 bis 27 bar).
Der Schrägschacht mit 1.125 m Länge und einer Neigung von 26,5° hat einen Innen-Durchmesser von 4,7 m. Er hat eine Stahlauskleidung mit einer Wandstärke von 30 – 58 mm.
Der Druckstollen ist für einen maximalen Durchfluss von 106 m³/s ausgelegt.
Im Krafthaus sind zwei Francis Turbinen installiert. Die Nettofallhöhe beträgt 327 m.

Eines der aufwendigsten und auch teuersten Bauelemente ist der Dichtschirm. Der stark karstifizierte und durchlässige Kalksteinblock ist in einer Tiefe von ca. 250m auf undurchlässigem Flysch gelagert. In diesen wird der Dichtschirm eingebunden.

Insgesamt ist mit ca. 720.000 Laufmetern Injektionsbohrungen zu rechnen um entsprechende Dichtigkeit zu erzielen. Mit der Baufertigstellung wird noch in diesem Jahr gerechnet. Die Inbetriebnahme wird sich in das nächste Jahr verzögern, weil mit dem Aufstau verspätet begonnen wurde.