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Erwin Rosenberg erhält Fritz Pregl-Preis 2004

Für die Entwicklung eines Verfahrens für die Ultraspurenanalytik von Organometall-Verbindungen wurde der TU Wien-Chemiker Erwin Rosenberg mit dem Fritz Pregl-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Der Fritz Pregl-Preis, benannt nach dem österreichischen Chemie-Nobelpreisträger von 1923, wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der mikroanalytischen Chemie verliehen und ist mit Euro 3.700,- dotiert.

 

Heuer gab es gleich zwei Preisträger - Erwin Rosenberg vom Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien und Leopold Jirovetz vom Institut für Pharmazeutische Chemie, Universität Wien. Sie haben sich den Fritz Pregl-Preis "brüderlich" geteilt. Die Preisverleihung fand am 15. Oktober 2004 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt.

 

Erwin Rosenberg wurde von der ÖAW für die Entwicklung eines Verfahrens ausgezeichnet, das die Bestimmung niedrigster Konzentrationen metallorganischer Verbindungen in kleinen Probenvolumina ermöglicht: Die hierzu erforderliche Anreicherung und Probenvorbereitung (Derivatisierung) der Analyten erfolgt in situ, d.h. in einer "Eintopfreaktion", bei der Umsetzung und Anreicherung der Analyten gleichzeitig stattfinden. Dazu wird ein neues Reagens und ein spezielles Anreicherungsverfahren (SPME, Festphasenmikroextraktion) verwendet, gefolgt von der Trennung und Detektion der Analyten mittels Gaschromatographie gekoppelt mit Atomemissionsdetektion (GC-AED).

 

Das neu entwickelte Verfahren findet insbesondere in der Umweltanalytik Einsatz, da es die Bestimmung umweltrelevanter Organometall-Verbindungen, wie etwa der als Antiklopfmittel bekannten Organoblei-Verbindungen oder der in Antifouling-Anstrichen oder bakteriziden Zusätzen und als PVC-Stabilisatoren verwendeten Organozinn-Verbindungen bis hinunter in den ppt-Bereich mit wesentlich geringerem Arbeitsaufwand und kleinen Probenvolumina ermöglicht. (Anmerkung:?ppt? steht für ?parts per trillion? und entspricht einem Nanogramm pro Kilogramm oder Liter.)

 

Erwin Rosenberg ist Leiter der Arbeitsgruppe für Organische Spurenanalytik am Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit an der TU Wien ist er auch Gastprofessor an der Montanuniversität Leoben.

 

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