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Erinnerungsorte in Bewegung

Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

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Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen befindet sich in einer Phase der Neugestaltung. 2013 konnten zwei neue  Dauerausstellungen sowie ein neuer Gedenkraum eröffnet werden.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Erschließung des 28 Hektar umfassenden Lagergeländes. Mittels der Neukonzeption der räumlichen Gestaltung soll den BesucherInnen bei der Besichtigung die geschichtliche Ausdehnung des Lagers, dessen Topografie und auch dessen Bedeutung für die nähere Umgebung und die umliegende Region bewusst gemacht werden.

Im Wintersemester 2013/14 beauftragte das Bundesministerium für Inneres, Memorial Mauthausen den Fachbereich für Örtliche Raumplanung (Prof. Rudolf Scheuvens, Univ.Ass. Daniela Allmeier) mit dem Institut für Kunst und Gestaltung 1 (Prof. Peter Mörtenböck, Univ.Ass. Inge Manka) an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, sich im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit der Neugestaltung der Außenbereiche der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie deren Einbindung in die Region zu befassen.

Die Studierenden der Architektur und der Raumplanung erarbeiteten interdisziplinär entlang von Fragen zu (Un)Sichtbarkeiten, Grenzen, Zugängen, Bewegungen und Verbindungen im Bereich einer zeitgenössischen, öffentlichen Erinnerungskultur eigene geschichts- und erinnerungspolitische Haltungen, aufgrund derer die weiteren gestalterischen Entscheidungen getroffen wurden.

Ergänzend unterstützt wurden die Studierenden von ExpertInnen der Universität Wien (Prof. Bertrand Perz, Institut für Zeitgeschichte; Prof. Claudia Theune-Vogt, Institut für Urgeschichte und historische Archäologie).

 

Vortragsreihe „Erinnerungsorte in Bewegung“

Vorträge nationaler und internationaler ExpertInnen aus unterschiedlichen Disziplinen begleiteten die Überlegungen zur Neugestaltung und zeigten unterschiedliche praktische wie theoretische Perspektiven für den Umgang mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen als einem Gedächtnisort für die Verbrechen der NS-Zeit auf.

Abschluss und Höhepunkt der Reihe ist der Vortrag von Irit Rogoff, Kuratorin und Professorin für Visuelle Kultur in London, am Dienstag, 28. Jänner 2014 um 19 Uhr im Festsaal des Innenministeriums. In ihrem Vortrag "Zugänge" wirft sie provokante Fragen über noch nicht gedachte Zugänge zu einem Ort historischen Traumas auf. Dr. Wolfgang Paul, ehemaliger österreichischer Botschafter in Tel Aviv und ehrenamtlicher Sonderbeauftragter für die KZ-Gedenkstätte Mauthausen, wird den Vortrag einleiten. Die TU Wien/Fakultät für Architektur und Raumplanung lädt gemeinsam mit der Universität Wien/Institut für Zeitgeschichte, Institut für Urgeschichte und historische Archäologie und dem Bundesministerium für Inneres/KZ-Gedenkstätte Mauthausen zu diesem Vortrag ein.  

Irit Rogoff, London: "Zugänge"
28.01.2014 ab 19:00 Uhr
Bundesministerium für Inneres
Großer Vortragssaal/Eingang Minoritenplatz
Minoritenplatz 9
1010 Wien

Im Wintersemester 2013/14 haben sich Studierende der Architektur und Raumplanung an der TU Wien mit  der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen auseinandergesetzt und Fragen von (Un)Sichtbarkeiten, Grenzen, Zugängen, Bewegungen und Verbindungen im Bereich einer öffentlichen Erinnerungskultur reflektiert und erkundet. Unterstützt wurden sie dabei von vom Bundesministerium für Inneres sowie von ExpertInnen der Universität Wien.

Vorträge nationaler und internationaler ExpertInnen aus unterschiedlichen Disziplinen platzierten die gestalterische Aufgabe in einen praktischen wie theoretischen Kontext und eröffneten neue Perspektiven für die Annäherung an das Gedenken vor Ort. Abschluss und Höhepunkt ist der Vortrag von Irit Rogoff.

Kurzbiografie von Irit Rogoff:
Irit Rogoff ist Kunsthistorikerin, Autorin, Kuratorin und Professorin der Visuellen Kultur am Department of Visual Cultures des Goldsmith College in London. Dort leitet sie auch das Masterprogramm Global Arts, das Ph.D-Programm Curatorial/Knowledge sowie das neue Geo-Cultures Research Center. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Verbindungen von kritischer Theorie und zeitgenössischer Kunst, insbesondere in Hinblick auf Geographie, Lokalisierung, Performativität und kulturelle Differenzen. Ihr neues Buch "Looking Away—Participating Singularities, Ontological Communities" erscheint demnächst.

Kurzfassung des Vortrags: "Zugänge"
Für den Schauplatz eines historischen Traumas gibt es immer mehrere Einstiegspunkte. Meist wird der Zugang zu derart komplexen Umgebungen über Vermittlungsangebote oder andere Arten von performativer Erfahrung angelegt. Im Mittelpunkt dieser Konfiguration steht der Bedarf, vielzählige Affekte für unterschiedliche Interessensgruppen zu bedienen. Diese Dramatisierung von Erinnerung soll oft die Verbindung zu einem bestimmten historischen Trauma schaffen, vor allem zur Frage, wem was durch wen widerfahren ist.
Aber Orte weisen immer auch andere Leben auf. Ihre Räume bergen sehr viele Widersprüche in sich, und die übergeordnete Frage, die wir daher an sie richten müssen, ist: Wie kann im Verlangen nach Erhaltung auch eine Reihe von zeitgenössischen Forderungen eingebracht werden? In ihrem Vortrag wird Irit Rogoff eine spekulativere Art von Zugang vorstellen, der Schauplätze als heterologisch anerkennt: Als Gegenstand voneinander abweichender Logiken. "Zugang" beschreibt dann den Moment, in dem ein Problem, dem man begegnet, zum eigenen wird.

Rückfragenhinweise:
Univ.Ass. DI Daniela Allmeier
Fachbereich Örtliche Raumplanung
Technische Universität Wien
Karlsgasse 13/2, 1040 Wien
T: +43-1-58801-280424
daniela.allmeier@tuwien.ac.at

Univ.Ass. DI Ingrid Manka
Institut Kunst und Gestaltung 1
Technische Universität Wien
Karlsgasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-26411
ingrid.manka@tuwien.ac.at

Aussender:
Martin Olesch
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41023
martin.olesch@tuwien.ac.at 

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Foto: © Cathrine Stukhard