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Eiskuppel in Tirol - Obergurgl mit TU Wien Attraktion

Die TU Wien kann mit einer weiteren Neuheit aufwarten: die erste Eiskuppel mit einem Durchmesser von 13 Metern, 2 Metern Höhe und einer Wandstärke von 16 Zentimetern ist soben am Eislaufplatz in Obergurgl (Tirol) gebaut worden. Mit dem Pilotprojekt, das rund um Prof. Johann Kollegger vom Institut für Tragkonstruktionen entstanden ist, wird demonstriert, dass sich derartige Eiskuppel-Konstruktionen ausgezeichnet für Outdoor-Events eignen - allerdings nur bei frostigen Außentemperaturen.

 

Bisher wurden Eiskuppeln am Institut für Tragkonstruktionen an der TU Wien nur im Labor gebaut und ein einziges Mal - jedoch in viel kleinerem Ausmaß - im Freien (Klosterneuburg, NÖ, 2004) gebaut. Obergurgl ist für den Bau der neuen Eiskuppel aufgrund seiner Höhenlage geradezu prädestiniert, denn mit 1800 Metern Seehöhe sind im Winter die für den längeren Bestand der Eiskuppeln erforderlichen Minus-Temperaturen gewährleistet.

 

 

Eiskuppel Außenansicht, © Günter Richard Wett, öffnet in einem neuen Fenster Ist der Boden der Eiskuppel erst einmal richtig vorbereitet, steht sie relativ schnell. Die Weltpremiere in Obergurgl - zwei Meter Höhe, 13 Meter Durchmesser - ist in zwei Tagen erbaut worden. Mit einem kleinen Rückschlag am ersten Tag, denn da ist die Kuppel ein wenig gerissen. Die Risse wurden aber"ausgebügelt" - 50 Personen sind auf die Kuppel gestiegen und haben sie geglättet.

 

Eiskuppel Innenansicht, © Günter Richard Wett, öffnet in einem neuen Fenster Wie die Eiskuppel mit TU Wien-Technologie in Obergurgl entstanden ist, lässt sich schnell beschreiben: rund um eine gefrorene Scheibe aus Wasser (im konkreten Fall ca. 16 Zentimeter dick) mit eingearbeiteten Styroporkeilen liegt ein Spannglied, das zusammengezogen wird. Gleichzeitig wird die Scheibe in der Mitte aufgepumpt. Durch beides - Druck und Zug - entsteht dann die Kuppel. Damit die Kuppel auch hält und belastbar ist, muss sie bewehrt werden, d.h. Material in Werkstoffe und Bauteile eingearbeitet werden. Bei der Eiskuppel in Obergurgl wurde durchsichtiges Glasfasergewebe von der TU-Dresden gewählt. Und damit die Eiskuppel nicht nur technisch schön ist, wurden Glasfaserkabel eingelegt, die in der Nacht leuchten.

 

Eiskuppel bei Nacht, © Günter Richard Wett, öffnet in einem neuen Fenster Was sich in der Theorie so einfach anhört, erforderte allerdings viel Fingerspitzengefühl und viele Stunden Nachtarbeit.Johann Kolleger zu "seiner" Eiskuppel, deren Zukunft und seinem Team: "Ich möchte die Leistung meines Teams hervorstreichen, denn es wurde sehr viel in der Nacht gearbeitet. Für ihren Einsatz möchte ich daher explizit danken: Bernd Köberl, Andreas Kainz, Sebastian Zoran Ambro, Herbert Pardatscher." Die Eiskuppel wird über Weihnachten auf dem Eislaufplatz in Obergurgl stehen bleiben und die Eisläuferinnen und Eisläufer erfreuen.

Dass der Forschungsaufenthalt der Mitarbeiter des Instituts für Tragkonstruktionen so angenehm verlaufen ist, ist auch dem Universitätszentrum Obergurgl, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster zu verdanken, denn dort waren sie untergebracht.