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Doktoratskolleg “Wasserwirtschaftliche Systeme” startet am 1. Oktober 2009

Am 1. Oktober 2009 startet an der TU Wien das Doktoratskollegs „Wasserwirtschaftliche Systeme“ (DK-plus) das vom FWF gefördert wird.

Bilderreihe

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v.l.n.r.: Günter Blöschl, Christian Bucher, Andras Farnleitner, Helmut Rechberger, Wolfgang Wagner, Matthias Zessner

v.l.n.r.: Günter Blöschl, Christian Bucher, Andras Farnleitner, Helmut Rechberger, Wolfgang Wagner, Matthias Zessner

v.l.n.r.: Günter Blöschl, Christian Bucher, Andras Farnleitner, Helmut Rechberger, Wolfgang Wagner, Matthias Zessner

v.l.n.r.: Günter Blöschl, Christian Bucher, Andras Farnleitner, Helmut Rechberger, Wolfgang Wagner, Matthias Zessner

Im Mittelpunkt der interdisziplinären Ausbildung, an der sich drei Fakultäten beteiligen, steht die Vernetzung einzelner Fachgebiete. Darunter sind Themen wie die Wasserbewegungen des Grundwassers und im Boden, die Konstruktion von Wasserbauten, die Vorhersage von Hochwasser sowie klimatische Auswirkungen auf die Bodenfeuchte, die mit Fernerkundungsdaten evaluiert wird,  aber auch mikrobiologische und chemische Verunreinigungen im Wasser. In den nächsten zwölf Jahren werden sich an der TU Wien rund 70 DissertantInnen des Kollegs mit Wasserversorgung, Qualität, der Bewegung des Wassers, der Wassermenge sowie der Wassergüte beschäftigen.

19 neue DissertantInnen

Am 1. Oktober 2009 startet das Doktoratskolleg mit 19 neuen DissertantInnen: Maximilian Billmaier, Martine Broer, Julia Derx, Marcela Doubkova, Michael Exner-Kittridge, Christine Gschöpf, Adam Kovac, Stanimira Markova, Gunilla Schlosser, Magdalena Rogger, Katerina Ruzicka, Arno Seltenhammer, Alicja Sobantka, Elena Solgayova, Margaret Stevenson, Simon Thaler, Michael Vetter, Julia Vierheilig, Sebastian Wolff. Frau Dr. Gemma Carr aus Großbritannien wird die Koordination übernehmen.

Ziel des Kollegs war es von Anfang an, internationale DissertantInnen nach Wien zu holen. Deshalb wurde das Kolleg international ausgeschrieben. Rund 600 InteressentInnen aus 74 Ländern haben sich beworben. Von diesen BewerberInnen wurden 30 zu einem Vortrag und Interview eingeladen. Danach wurde die Endauswahl getroffen. "Das aufwendige Auswahlverfahren garantiert, dass wir die geeignetsten und motivierten Bewerber der fünf Kontinente erhalten", so Prof. Blöschl, der Leiter des Doktoratskollegs.

Interdisziplinäre und internationale Forschung

Interdisziplinäre und internationale Forschung wird im Doktoratskolleg groß geschrieben. Gefahren und Risikofragen, die sich beispielweise durch Hochwasser ergeben, werden von den WissenschafterInnen in einer Art Symbiose zwischen Mensch, Natur und Umwelt betrachtet. „Der Mensch und die Infrastruktur soll vor dem Hochwasser geschützt werden. Von der anwendungsorientierten Seite setzt man sich hier mit dem integrativen Flussgebietsmanagement auseinander. Die wissenschaftlichen Grundlagen gehen aus Wahrscheinlichkeitsrechnungen und statistischen Analysen der Wasserstände der Flüsse hervor. Hier spielt sowohl der Klimawandel hinein, als auch Regulierungen und Versiegelungen der Landschaft und Wasserbauten im Allgemeinen“, so Blöschl, der sich in der Vergangenheit mit Frühwarnsystemen für Donau und Inn beschäftigte. Die Planung von Flussbewirtschaftungen habe einen Zeithorizont von Jahrzehnten. Zum einen ist die Wassermenge wichtig, zum anderen die Wassergüte. „Wir müssen das Wasser nicht nur in ausreichender Quantität sondern auch in entsprechender Qualität verfügbar haben.“ Mit neuen wissenschaftlichen Methoden kann man feststellen, ob Verunreinigungen im Quellwasser von Tieren oder Menschen stammen. Blöschl: „Das ist ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Wasserressourcen.“ Im Doktoratskolleg wird auch verfolgt, wohin die im Abwasser enthaltenen Stoffe wie Kupfer oder Zink gelangen.

Die Forschungsthemen des neuen Doktoratskollegs stehen vor allem im Fokus der Netzwerksbildung. Blöschl unterstreicht den Gruppenlerneffekt und die Kooperation zwischen den Lehrstühlen und Instituten. SpitzenwissenschafterInnen aus vielen Ländern der Welt sind als Gastvortragende in das Kolleg eingebunden. In insgesamt vier Phasen, die jeweils drei Jahre dauern, werden die DissertantInnen forschen und eine breitgefächerte wissenschaftliche Ausbildung im Bereich „Wasserwirtschafliche Systeme“ erhalten. Bei den sechs mitwirkenden TU-Professoren handelt es sich um Günter Blöschl (Hydrologie), Christian Bucher (Baumechanik), Helmut Rechberger (Ressourcenmanagement), Matthias Zessner-Spitzenberg (Wassergütewirtschaft), Andreas Farnleitner (Biowissenschaften) und Wolfgang Wagner (Fernerkundung). Um das Doktoratskolleg auf nationaler Eben zu verlinken, wird eine Reihe von Kooperationen eingegangen, wie mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft.

Nähere Informationen:
Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günter Blöschl
Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie           
Technische Universität Wien
Karlsplatz 13 // 222, 1040 Wien
T +43/1/58801 - 22315, - 22325
F +43/1/58801 - 22399
E guenter.bloeschl@tuwien.ac.at