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Die schnellsten Österreicher am Computer

Wissenschaftler der Technischen Universtät (TU) Wien erreichen am derzeit schnellsten Computer der Welt eine Rechenleistung von 60 Teraflop/s - 60.000 Milliarden Rechenschritte pro Sekunde - und belegen damit den zweiten Platz beim internationalen Gordon-Bell-Award.

Mit dem Award, benannt nach dem amerikanischen Computerpionier Gordon Bell, werden einmal im Jahr Wissenschaftler geehrt, die mit selbst entwickelter Software eine möglichst gute Nutzung der schnellsten Parallel-Computer der Welt nachweisen können. Der 1. Platz ist mit $ 1.000dotiert. Vergeben wird der Preis im Rahmen der jährlichen Supercomputing-Konferenz, die Bewerbung erfolgt in Form eines eingereichten Papers für die Konferenz.

 

Bei der diesjährigen Preisverleihung auf der Supercomputing-Konferenz in Seattle eroberte das Team rund um Prof. Christoph Überhuber, Institut für Analysis und Scientific Computing an der TU Wien, den zweiten Platz. Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen wurde auf einem Blue-Gene-Computer bei molekular-dynamischen Simulationen die spektakuläre Leistung von 60 Teraflop/s (Floating point Operations Per Second) -60.000 Milliarden Rechenschritte pro Sekunde - erzielt. Diese enorme Rechenleistung entspricht etwa der vierfachen Leistung sämtlicher an allen österreichischen Universitäten vorhandenen Computer, inklusive aller Arbeitsplatz-PCs und zentralen Server. Das erstplazierte Paper konnte zum Vergleich dazu etwas 100 Tersflop/s erzielen, das Drittgereihte lag bei etwa 20Teraflop/s.

 

Die Leistung sowie die internationale Bedeutung von Prof. Überhubers Arbeit auf diesem Gebiet wird allerdings nicht erst durch den hervorragenden zweiten Platz beim Gordon Bell Award deutlich: die University of California (Lawrence Livermore National Lab) beispielsweise finanziert dem Team von Prof. Überhuber einen Mitarbeiter, um auf diese Weise den Know-how-Transfer von Österreich in die USA zu fördern. Bemerkenswert dabei ist, dass der Transfer von Österreich in Richtung USA stattfinden wird, obwohl die USA am Sektor des Supercomputings international führend sind.

 

Zurückzuführen ist die seit 50 Jahren anhaltende exponentielle Leistungssteigerung von Computersystemen vor allem auf zunehmende Parallelverarbeitung. Der derzeit schnellste Computer der Welt - der BlueGene/L-Server - hat mehr als 130.000 Prozessoren (Recheneinheiten). Aber auch bei "Standard-PCs" wird Parallelverarbeitung immer stärker eingesetzt. Die Lösung einer gegebenen Aufgabenstellung muss dafür in angemessene Teilschritte zerlegt werden, was die Software-Entwicklung für Parallelrechner zu einer besonderen Herausforderung macht.

 

Benötigt werden solche Höchstleistungsrechner - Supercomputer - immer dann, wenn "normale" Rechner nicht mehr in der Lage sind, die enormen Anforderungen an Rechenleistung und Speicherplatz zu erfüllen, die für eine wirklichkeitsnahe Simulation von Vorgängen in der Natur und der Technik nötig sind, wie z.B. in der Biologie bei Simulationen der Proteinentfaltung oder in der Physik bei der Quantenmechanik von Vielteilchensystemen.

 

Rückfragehinweis:

Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Christoph Überhuber

Institut für Analysis und Scientific Computing

Technische Universität Wien

Tel.: +43-1-58801-10152

E-Mail: c.ueberhuber@tuwien.ac.at

Web: http://www.math.tuwien.ac.at/ascot/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Letzte Änderung am 02.12.2005

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