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"Didaktik ist mehr als schöne Präsentationsfolien zu gestalten"

Beim Forum TU Vision 2025+ am 8. Mai 2017 hielt Prof. Dr. Peter Tremp, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule Zürich, einen aufschlussreichen Vortrag zum Thema "Forschungsorientierung in Studium und Lehre – Die Universität als 'Großes Laboratorium' "im Kontext einer Technischen Universität.

Gerald Steinhardt, Peter Tremp

Gerald Steinhardt, Peter Tremp

Prof. Gerald Steinhardt (links) und Prof. Peter Tremp (rechts)

Prof. Gerald Steinhardt (links) und Prof. Peter Tremp (rechts)

Votrag von Peter Tremp

Votrag von Peter Tremp

Votrag von Peter Tremp

Votrag von Peter Tremp

Peter Tremp beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Themenkomplex der forschungsgeleiteten Lehre bzw. dem forschungsorientierten Studieren und Lehren. Im seinem Vortrag ging er zum einen auf den Werdegang der Verschränkung von Forschung und Lehre an Hochschulen ein, zum anderen wurden Erkenntnisse aus seinen Untersuchungen und die daraus abgeleiteten Konzepte – welche teilweise an einigen Universitäten im deutschsprachigen und angelsächsischen Raum bereits umgesetzt wurden – detaillierter erläutert und exemplarisch dargestellt.

Hier stand im Speziellen das "Zürcher Framework" im Fokus. Besondere Erwähnung findet darin der Ansatz, dass Forschungsorientierung als Prämisse einerseits entsprechend der Bedürfnisse und Gegebenheiten der jeweiligen Fachdisziplinen ausgerichtet sein muss, da sich beispielsweise Forschung in der Chemie von der Forschung in den Ingenieurswissenschaften grundlegend unterscheidet. Daraus ergeben sich jeweils andere Ansprüche an die Forschungsorientierung.

Gleichzeitig sind die organisatorischen Voraussetzungen wie Studierendenzahlen, Laborplätze, Gruppeneinteilungen, finanzielle Struktur der Institute, Vorkenntnisse der Studierenden etc. zu berücksichtigen und in ein Gesamtkonzept miteinzubinden. Dementsprechend gilt es in weiterer Folge ebenso die Gestaltung einzelner Lehrveranstaltungsformate neu zu denken und das klassische System der Vorlesung, Übung usw. wo notwendig aufzubrechen bzw. mit fließenden Konturen den Bedürfnissen der Vermittlung von Forschungsarbeit durch Studierende anzupassen. Dieser Ansatz übersetzt sich in letzter Konsequenz auch in die etwaige Neukonzeption oder auch Umgestaltung ganzer Studiengänge oder einzelner Module.

Vor allem in der sehr angeregten Diskussion mit dem Publikum wurden anhand einschlägiger Beispiele aus unterschiedlichen Fachdisziplinen potentielle Lösungswege aufgezeigt, um sowohl zum nachhaltigen Vorteil für Studierende als auch für die Universität selbst forschungsorientiertes Studieren bestmöglich umzusetzen.

Zur Person:
Prof. Dr. Peter Tremp hat Erziehungswissenschaften, Deutsche Sprachwissenschaft und Geschichte der Neuzeit studiert und an der Universität Zürich mit einer bildungshistorischen Arbeit promoviert. Von 2004 bis 2011 war er Leiter der Hochschuldidaktik der Universität Zürich. Seitdem ist er Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule Zürich. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Akademische Bildung, Didaktik als Kultivierung des Lehrens und Lernens, sowie Lehrerinnen- und Lehrerbildung.

Forum TU Vision 2025+
Das Projekt TU Vision 2025+ ist eine Initiative von Rektorin Sabine Seidler zur langfristigen Strategieausrichtung der TU Wien. Es wurde im Zuge des 200-jährigen Jubiläums der TU Wien im Jahr 2015 ins Leben gerufen, um fakultätsübergreifend Fragen zu Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Rolle unserer Universität zu reflektieren und – in einem ersten Schritt – zu einem Visionspapier zu kondensieren. Dabei hat sich gezeigt, dass an der TU Wien ein Bedarf an Plattformen der fakultätsübergreifenden Diskussion und des fächerübergreifenden Austausches von Ideen besteht. Aus diesem Grund wurde das Forum ins Leben gerufen: Es soll für alle TU-Angehörigen ein Ort der Kommunikation und des Austausches sein.

Weitere Informationen finden Sie unter http://vision2025.tuwien.ac.at

Bilder: © TU Vision 2025+