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Dekane der TU Wien machen Bundesministerin auf die katastrophale Budgetsituation aufmerksam

Am 3. September 2003 haben 4 TU-Dekane die Bundesministerin auf die katastrophale Budgetsituation aufmerksam gemacht. Der Wortlaut des Briefes:

"Aus Ihren Äußerungen in der Öffentlichkeit müssen wir entnehmen, dass Sie sich der katastrophalen Lage an den Universitäten offensichtlich nicht bewusst sind. Die TU Wien scheint aus verschiedenen Gründen, die hier nicht im Einzelnen angeführt werden können, besonders arg betroffen zu sein.



Die kurzfristig überhaupt nicht beeinflussbaren Personalkosten steigen durch das neue Dienstrecht und die Augliederung stark an. Die völlig überraschend verordnete Virementfähigkeit im Rahmen eines Globalbudgets lässt trotz Vorgriffen, d.h. Schuldenlasten für das nächste Jahr, fast kein Geld für Sachmittelaufwendungen und Investitionen übrig.



Die unterfertigten Dekane hatten die ´dankbare´ Aufgabe, die nunmehr endlich bekannt gegebenen Mittel für das Jahr 2003 auf die Institute zu verteilen. Unabhängig von einem vom Vizerektor für Ressourcen vorgeschlagenen fiktiven Verteilungsschlüssel auf UT3- und UT8-Mittel konnten aus UT3-Mitteln nur ganz dringliche Berufungszusagen abgedeckt werden. Alle anderen Mittel mussten zum größten Teil auf UT8 umgebucht werden und trotzdem verfügen die meisten Institute kurz vor Beginn des neuen Studienjahres über keine Geldmittel mehr für den laufenden Instituts- und Lehrbedarf. Dies bedeutet, dass in diesem Jahr de facto ein Investitionsstopp stattgefunden hat. Die teuren Anlagen einer Technischen Universität, die ein immenses Anlagevermögen darstellen, können nicht mehr gewartet und repariert werden und Bedarfsartikel für Übungen nicht mehr beschafft werden.



Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute und die Studierenden werden miterleben, wie eine Regierung einerseits durch Studiengebühren Mehreinnahmen lukriert und dauernd davon spricht, wie sie die Universitäten zur ´Weltklasse´ führen will, andererseits Budgets vergibt, die ein noch nie da gewesenes Defizitszenario auslösen.



Wir fühlen und verpflichtet, deutlich darauf hinzuweisen, dass der zweifellos hohe Standard, den unsere Fakultäten auch im internationalen Vergleich haben, unter diesen Rahmenbedingungen sicher nicht gehalten werden kann."



Unterfertigt ist das Schreiben von Klaus Semsroth (Architektur und Raumplanung), Johann Litzka (Bauingenieurwesen), Bruno Grösel (Maschinenbau) und Herbert Stachelberger (TNI).



Bereits am 28. August hat Dekan Siegfried Selberherr gemeinsam mit allen Institutsvorständen der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ein "Memorandum" an die Bundesministerin gesendet. Darin heißte es u.a.: "Unter diesen budgetären Randbedingungen sind wir mit den international führenden Fakultäten nicht konkurrenzfähig. Unsere besten jungen Angehörigen werden sich andere Forschungsstätten suchen und unser Hebel zur Kooperation mit Industrie und Wirtschaft wird verkürzt. (...) Weltklasse, die wir heute wohl haben, ist massiv gefährdet."



Auf beide Schreiben ist bis dato keine Reaktion erfolgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Letzte Änderung am 16.09.2003

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