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Daten, die die Welt bedeuten

Unterschiedlichste Wissensbereiche haben mit Geoinformation zu tun: Sie beschäftigt sich mit raumbezogenen Daten aller Art. An der TU Wien findet eine internationale Konferenz dazu statt.

Geoinformation: Arbeit mit raumbezogenen Daten

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Geoinformation: Arbeit mit raumbezogenen Daten

Geoinformation: Arbeit mit raumbezogenen Daten

Geoinformation: Arbeit mit raumbezogenen Daten

Die "GIScience 2014" in Wien

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Die "GIScience 2014" in Wien

Die "GIScience 2014" in Wien

Die "GIScience 2014" in Wien

Landkarten beschreiben bloß die räumliche Lage von Objekten oder geographischen Gegebenheiten. Geoinformationssysteme hingegen können viel mehr. Sie sind dazu da, räumliche Information zu erfassen, zu analysieren und zu organisieren. Das kann für unterschiedlichste Fragestellungen wichtig sein: In der Stadtplanung etwa, in der Wirtschaft, oder auch in der Archäologie. Sogar für das Gesundheitswesen können Geoinformationssysteme wichtig sein, wie der berühmte Fall des Arztes John Snow beweist, der 1854 eine Karte von Cholerafällen in London erstellte und dadurch eine verseuchte Wasserpumpe als Ursache ausforschte. Das Department für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien organisiert vom 24. bis 26. September die achte „International Conference on Geographic Information Science“, kurz „GIScience“.

Entscheidungen mit Raumbezug
Im Fokus der Konferenz stehen räumliche Informationen und ihre Nutzung in Entscheidungsprozessen. „Es gibt eine Schätzung wonach 80% aller Entscheidungen eine räumliche Komponente besitzen“, sagt Gerhard Navratil vom Department für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien. Geographische Informationssysteme (GIS) unterstützen diese Entscheidungsfindung durch Bereitstellung der notwendigen Informationen in einer entsprechend aufbereiteten Form.

Wie in vielen anderen Bereichen auch gibt es eine Kluft zwischen der theoretischen Grundlagenforschung und der angewandten Forschung und Entwicklung. „Ideen und Konzepte der Grundlagenforschung benötigen oft zehn Jahre und mehr, um sich auch in Produkten wiederzufinden“, sagt Gerhard Navratil. Aus diesem Grund wurde die GIScience im Jahr 2000 ins Leben gerufen und hat seither alle zwei Jahre stattgefunden. Die Konferenzen haben dabei abwechselnd in den USA und Europa stattgefunden und dabei jeweils 300-350 Teilnehmer aus aller Welt angezogen.

Bei der GIScience treffen unterschiedlichste Wissenschaftsbereiche aufeinander - Geographie, Informatik, Kartographie, Linguistik, Mathematik, Soziologie, Vermessung und viele andere. GIS wird heute als Werkzeug in vielen Bereichen der Wissenschaft und des täglichen Lebens eingesetzt. So steckt beispielsweise hinter dem Stadtplan Wien, der Verkehrsauskunft der Wiener Linien oder dem Routenplaner „A nach B“ jeweils ein GIS.

Konferenz und Workshop
Der Tag vor der Konferenz (der 23.9.) wird für Workshops und Tutorials genutzt. Als Hauptvortragende für die eigentliche Konferenz konnten mit Herbert Edelsbrunner (IST Austria, Mathematik und Informatik), Jason Dykes (City University London, Visualisierung) und Renée Sieber (McGill University, Montréal, Geographie) drei international anerkannte Persönlichkeiten gewonnen werden.

Parallel zur GIScience veranstalten die Forschungsgruppen Photogrammetrie und Fernerkundung des Departments für Geodäsie und Geoinformation den „International Workshop on Remote Sensing and GIS for Monitoring of Habitat Quality“.

Näheres zum Programm gibt es auf den Homepages der Konferenzen:
giscience.org
rsgis4hq.geo.tuwien.ac.at