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Chemiker an der TU Wien rechnen jetzt zehn Mal so schnell

Die Forscher an der Technischen Universität in Wien haben deutlich an Tempo zugelegt. Berechnungen, die früher drei Wochen Rechenzeit in Anspruch nahmen, sind nun an einem Wochenende fertig. Verantwortlich dafür ist der neue Computer Cluster am Institut für Materialchemie an der TU Wien.

Unter Cluster verstehen Computerprofis den Zusammenschluss vieler kleiner Server zu einer großen Recheneinheit. So wird deren Rechenleistung gebündelt. Cluster rechnen viel schneller als Einzelcomputer und sind gleichzeitig sehr ausfallssicher. Da diese aus Standardbauteilen bestehen sind sie sehr kostengünstig.

 

Erst durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde es möglich, dieses Projekt - Österreichs ersten e1350 Cluster - zu realisieren. Die Projektleitung lag in der Hand von Prof. Zima, Prof. Schwarz und Prof. Blaha im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes AURORA. Die letzen beiden haben die erfolgreiche Software Wien2K entwickelt. Das Systemhaus "EDV-Design Ing. Robert Kibler" setzte den IBM-Cluster auf und übernahm alle Installationsarbeiten. Die operative Projektabwicklung inklusive Logistik und Finanzierung lag in der Hand von Avnet Partner Solutions Austria.

 

Das kryptische "e1350" bezeichnet eine leistungsstarke IBM-Servergeneration auf Basis von Intel Prozessoren. Mit 148 CPUs mit je 3,6 GHz, sowie insgesamt 298 Gigabyte Arbeitsspeicher und 8 Terrabyte Festplattenspeicher sorgte EDV-Design Kibler für die geballte Rechenkraft des IBM e1350 Cluster an der TU Wien. Als Serversoftware wählte Ing. Robert Kibler Linux Red Hat Advanced Server. Die MPI-Implemtierung erfolgte auf Basis von Infiniband. Folgende Compiler sind am Cluster installiert ? PGI-CDK und Intel-Compiler Suite 9.0. Damit ist der neue TU-Cluster auch Europas erster e1350 Cluster auf Basis von Infiniband.

 

Die spezielle Cluster-Software "Wien2K" wurde schon zuvor unter der Leitung von Prof. Blaha und Prof. Schwarz an der TU entwickelt. Sie erfuhr breite internationale Anerkennung und wurde bereits 800 Mal lizenziert.

Prof. Blaha ist mit der neuen Ausstattung sehr zufrieden: "Für uns bedeutet das einen starken Schub in der Forschung. Wir bekommen Ergebnisse komplexer Berechnungen bis zu 10 Mal schneller als vorher." Prof. Dr. Schwarz ergänzt: "Wichtig für dieses Projekt ist, dass Aurora uns so kräftig unterstützt hat. Natürlich profitieren nicht nur wir theoretischen Chemiker vom e1350 Cluster sonder auch alle anderen Projekte in AURORA steht der Cluster zur Verfügung."(Quelle: Bohmann Business Channel, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster)