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Bauingenieure der TU Wien ausgezeichnet

am 17. November. Die Österreichische Forschungsgemeinschaft Straße und Verkehr (FSV) vergibt diesen Preis jährlich für innovative Diplomarbeiten und Dissertationen, die sich mit dem Thema Verkehr beschäftigen. Zwei Bauingenieure der TU Wien konnten heuer punkten.

Jährlich werden maximal drei Preise der FSV zu je 1.000.- Euro und vier Anerkennungspreise vergeben. Ausgezeichnet wurden die Dissertation von Karl Mensik, Universität für Bodenkultur, und die beiden Diplomarbeiten der TU Wien-Bauingenieure Günther Achs und Georg Schiner. Während sich der eine in seiner Diplomarbeit damit beschäftigt hat, dass Schrägseilbrücken "still halten", untersuchte der andere das Verhalten von Asphalt bei tiefen Temperaturen. Die 4 Anerkennungspreise gingen an AbsolventInnen der WU Wien, TU Graz/Bauingenieurwesen (2x), TU Wien/Raumplanung

 

Schrägseilbrücken, die nicht mehr schwingen

 

Aufgrund von modernen Berechnungsmethoden und hochwertigen Baustoffen können Brücken mit immer größeren Spannweiten errichtet werden. Dazu benötigt man innovative Brückensysteme, die einerseits schlanke Konstruktionen aufweisen, andererseits aus hochtragfähigen Material bestehen. Schrägseilbrücken sind die meistverwendeten Systeme für weit gespannte Brücken. Als Beispiel führt DI Günther Achs die Normandie-Schrägseilbrücke an, die 1995 fertig gestellt worden ist und eine Hauptspannweite von 856 m besitzt.

 

Achs untersuchte kritische windinduzierte Schwingungen von Schrägseilbrücken im Freibauzustand. Dabei kommen Flüssigkeitstilger (wassergefüllte U- oder V-förmige Rohrsysteme) zum Einsatz. Anhand einer Versuchsanordnung an der TU Wien wurde am experimentellen Brückenmodell der Freibauzustand einer Schrägseilbrücke abgebildet. Mehrere unterschiedliche Flüssigkeitstilger wurden untersucht. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, dass die Anwendung von Flüssigkeitstilgern eine effektive Maßnahme zur Minimierung von winderregten Schwingungen von Schrägseilbrücken im Freivorbauzustand darstellt.

 

Wie verhält sich Asphalt bei tiefen Temperaturen?

 

DI Georg Schiner hat sich in seiner Diplomarbeit "Implementierung standardisierter Prüfverfahren zur Ansprache des Tieftemperaturverhaltens von Asphalt" der Beurteilung des Tieftemperaturverhaltens von Asphalt gewidmet. Anhand von Reihenuntersuchungen an fünf verschiedenen Asphaltsorten wurden die Grundlagen zur Bestimmung von Optimierungsparametern aufgezeigt. Die Optimierungsparameter wurden für ausgewählte Asphaltmischungen anhand von Zugversuchen, Abkühlversuchen, thermischen Schrumpfversuchen, Relaxationsversuchen und Kriechversuchen abgeleitet.

 

Jury und Bewertung

 

Jede der eingereichten Diplomarbeiten (Universität oder Fachhochschule) und Dissertationen aus dem gesamten Gebiet des Verkehrswesens werden von drei Reviewern beurteilt. Über die endgültige Zuerkennung entscheidet eine fünfköpfige Jury.

 

Die Preisträger - auch jene, die einen Anerkennungspreis (Urkunde) erhielten - hatten die Gelegenheit, ihre Arbeiten vor 150 ZuhörerInnen zu präsentieren. Dr. Sammer, Juryvorsitzender und Moderator der FSV-Veranstaltung am 17. November 2005, zeigte sich von der Qualität der Arbeiten sehr beeindruckt.

 

Übrigens: die Einreichfrist für den FSV-Preis 2006 endet im Juli 2006!