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Auszeichnungen für Spitzenforschung und gesellschaftliche Wirkung

Georg Schitter und Hermann Knoflacher werden für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen geehrt.

Hauptgebäude der TU Wien von unten hinauf fotografiert. Darübergelegt ein Pokal mit Konfettiregen.

© TUW/M. Heisler; tashechka stock.adobe.com

Ausgezeichnete Forschung an der TU Wien

Gleich zwei Wissenschaftler der TU Wien dürfen sich über renommierte Auszeichnungen freuen: Georg Schitter wurde mit dem IEEE Joseph F. Keithley Award 2026 für seine Beiträge zur Messtechnik geehrt, Hermann Knoflacher erhielt den Leopold Kohr-Preis 2026 für sein jahrzehntelanges Engagement für eine menschenorientierte Verkehrs- und Stadtplanung. Die beiden Ehrungen unterstreichen die internationale Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen.

Mann im Anzug vor grünem Hintergrund

© Dr. Rosemarie Schön

Georg Schitter

Georg Schitter erhält IEEE Joseph F. Keithley Award 2026

Georg Schitter, Professor für mechatronische Systeme und Vorstand des Instituts für Mechatronik und Leistungselektronik der TU Wien, ist mit dem IEEE Joseph F. Keithley Award 2026 ausgezeichnet worden. Die renommierte Auszeichnung der IEEE Instrumentation & Measurement Society würdigt seine grundlegenden wissenschaftlichen Beiträge zu schnellen, rasterbasierten Messsystemen für wissenschaftliche Instrumentierung sowie für Anwendungen in der Automobilindustrie und der industriellen Messtechnik. Überreicht wurde die Medaille im Rahmen der International Instrumentation and Measurement Technology Conference (I2MTC) im französischen Nancy. Die Laudatio hielt die designierte IEEE-Präsidentin Jill I. Gostin vom Georgia Tech Research Institute. Im Zuge der Konferenz hielt Schitter zudem die Keynote„High-precision scanning measurement systems for scientific instrumentation and industrial applications“.

Schitters Forschung reicht von Präzisionspositioniersystemen und Nano-Messtechnik über In-Line- und robotische Messsysteme bis hin zu automatisierten Teleskopen und optischer Satellitenkommunikation. Seine Arbeiten gelten als wegweisend für die Entwicklung mechatronischer Systeme – von der Modellierung und multidisziplinären Systemintegration bis zur industriellen Anwendung. „Der IEEE Joseph F. Keithley Award ist für mich eine besondere Anerkennung der innovativen Forschungsarbeit, die wir in den vergangenen 20 Jahren im Bereich der Mechatronik und scannender Messsysteme geleistet haben. Diese Auszeichnung ist vor allem eine Würdigung des großartigen Engagements meines Teams, dem ich für seine hervorragende Arbeit herzlich danken möchte“, sagt Schitter.

Der IEEE Joseph F. Keithley Award in Instrumentation & Measurement zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der elektrischen Messtechnik. Er wird jährlich von der IEEE Instrumentation & Measurement Society für herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen verliehen. Die Auswahl der Preisträger_innen erfolgt durch das Technical Field Awards Council des IEEE Awards Board. Der Award umfasst eine Bronzemedaille, eine Urkunde sowie ein Preisgeld.

Über Georg Schitter

Georg Schitter studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz und promovierte an der ETH Zürich im Bereich Nanotechnologie. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of California, Santa Barbara folgten Professuren an der Delft University of Technology und schließlich an der TU Wien. Mit dem IEEE Joseph F. Keithley Award reiht sich eine weitere hochkarätige Auszeichnung in seine wissenschaftliche Laufbahn ein, zu der unter anderem der IFAC Young Researcher Award sowie zahlreiche internationale Best Paper Awards zählen.

7 Personen stehen nebeneinander, einer der Männder hält eine aufgeschlagene Mappe in den Händen.

© Karl Traintinger, dorfzeitung.com

Von links: Eva Knoflacher, Alfred Winter, Hermann Knoflacher, Bernhard Auinger, Hans Scharfetter, Susanna Vötter-Dankl, Günther Witzany.

Hermann Knoflacher erhält Leopold Kohr-Preis 2026

Der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher ist mit dem Leopold Kohr-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der emeritierte Universitätsprofessor der TU Wien erhält die alle drei Jahre vergebene Ehrung für sein jahrzehntelanges Engagement für eine menschenorientierte Verkehrs- und Stadtplanung. Der Preis würdigt soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leistungen, die den Grundgedanken des Philosophen Leopold Kohr folgen – insbesondere dem Leitbild einer Gesellschaft im menschlichen Maß, geprägt von Nachhaltigkeit, Eigenständigkeit und Vielfalt.

Knoflachers wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Wechselwirkungen zwischen Mobilität, öffentlichem Raum und Lebensqualität. Als Professor für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der TU Wien sowie als langjähriger Institutsvorstand prägte er die Forschung zu einer menschenzentrierten Verkehrsplanung maßgeblich. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht die Frage, wie Städte gestaltet werden müssen, damit sie den Menschen dienen und nicht dem Autoverkehr. International setzte er sich als globaler Fußgängervertreter der Vereinten Nationen für lebenswerte Städte und eine nachhaltige Mobilität ein. „Im Zentrum meiner Forschung standen immer die Menschen sowie die Frage, warum sie handeln, wie sie handeln“, sagt Knoflacher. Zum Leopold Kohr-Preis ergänzt er: „Diese Auszeichnung freut mich ganz besonders, weil sie mit keinem Preisgeld verbunden ist und damit meinem Grundsatz entspricht: Geist mal Geld ist eine Konstante.“

Der Leopold Kohr-Preis wird alle drei Jahre vergeben und zeichnet Persönlichkeiten oder Projekte aus, die die Philosophie des österreichischen Nationalökonomen und Gesellschaftsdenkers Leopold Kohr in besonderer Weise verwirklichen. Im Mittelpunkt stehen die Prinzipien des menschlichen Maßes, der eigenständigen Entwicklung sowie einer entschleunigten und nachhaltigen Gesellschaft. Die Verleihung gilt als besondere Anerkennung für Persönlichkeiten, die diese Werte durch ihr Wirken in Wissenschaft, Kultur oder Gesellschaft sichtbar machen.

Über Hermann Knoflacher

Hermann Knoflacher war ab 1975 Professor an der TU Wien und leitete ab 1985 das Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik. Seine Forschung zu den Auswirkungen von Mobilität auf Gesellschaft, Raumplanung und Lebensqualität hat die Verkehrsplanung weit über Österreich hinaus geprägt. Mit dem Leopold Kohr-Preis erhält Knoflacher eine weitere bedeutende Auszeichnung in seine langjährige wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Arbeit, die konsequent für lebenswerte Städte und den öffentlichen Raum im Dienst der Menschen steht.

 

Wir gratulieren beiden Preisträgern herzlich zu diesen Erfolgen!