Wissenschaftliche Leistungen, langjähriges Engagement und innovative Forschung stehen im Mittelpunkt der Auszeichnungen, die TUW-Forscher_innen in den vergangenen Monaten erhalten haben. Die Bandbreite reicht vom Wissenschaftspreis der Stadt Wien über einen Distinguished Service Award der International Association for Pattern Recognition bis zum Sieg beim Falling Walls Lab Vienna und einem Life Sciences Research Award Austria.
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Auszeichnungen für Forschung und wissenschaftliche Talente
Von Hydrologie und internationalem Engagement über nachhaltige Batterietechnologien bis hin zu neuen Ansätzen in der Krebsforschung: TUW-Forscher_innen wurden in den vergangenen Monaten mit unterschiedlichen Preisen und Auszeichnungen geehrt.

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Günter Blöschl erhält Wissenschaftspreis der Stadt Wien

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Günter Blöschl im Goldenen Saal des Rathauses in Stockholm
Für seine international herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Hydrologie wurde Günter Blöschl vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Wien 2026 ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere seine Beiträge zum Verständnis von Hochwasserprozessen, Niederschlags-Abfluss-Dynamiken und hydrologischen Extremereignissen. Seine Forschung schafft wichtige Grundlagen für das Hochwasserrisikomanagement und den nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen im Klimawandel.
Blöschls Forschung verbindet Wasserbau, Klima und Gesellschaft. Mithilfe historischer Daten und neuer Computermodelle untersucht er unter anderem die Dynamik von Hochwasser- und Dürreereignissen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines besseren Verständnisses von Hochwasserereignissen an europäischen Flüssen. Der Bauingenieur studierte an der TU Wien und forschte anschließend unter anderem in Kanada und Australien. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er bereits vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Stockholm Water Prize, einem ERC Advanced Grant und der Horton-Medaille der American Geophysical Union.
Walter Kropatsch mit dem Distinguished Service Award ausgezeichnet

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Walter Kropatsch
Mit dem Distinguished Service Award der International Association for Pattern Recognition (IAPR) wurde Walter Kropatsch vom Institut für Visual Computing and Human-Centered Technology für sein außergewöhnliches langjähriges Engagement ausgezeichnet. Über einen Zeitraum von rund vier Jahrzehnten übernahm der TUW-Forscher zahlreiche Funktionen in der IAPR und leistete dabei umfangreiche Beiträge zu deren wissenschaftlicher und organisatorischer Entwicklung.
Kropatsch engagiert sich seit 1984 in der IAPR. Er war unter anderem 27 Jahre lang Mitglied des Verwaltungsrats, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Mustererkennung sowie Mitglied des IAPR-Exekutivkomitees. Von 2004 bis 2006 stand er der internationalen Fachgesellschaft als Präsident vor. Darüber hinaus leitete er verschiedene Fach-, Preis- und Organisationskomitees und war an der Organisation zahlreicher internationaler Konferenzen und Workshops beteiligt. Besonders prägend war auch sein Engagement in den technischen Ausschüssen für Fernerkundung und graphbasierte Darstellungen.
Claudia Steinbach gewinnt Falling Walls Lab Vienna

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"FallingWalls Vienna 2026"-Erstplatzierte Claudia Steinbach (links) und Juryvorsitzende Helga Nowotny (rechts)
Mit ihrem dreiminütigen Pitch „Breaking the Wall of Batteries that Breathe“ konnte sich Claudia Steinbach beim Falling Walls Lab Vienna 2026 durchsetzen. Sie präsentierte dabei einen neuen Ansatz für nachhaltige Energiespeicherung: die Sauerstoffionenbatterie, die auf reichlich verfügbaren Materialien basiert und ohne kritische Rohstoffe auskommt. Die von Steinbach vorgestellte Batterietechnologie verbindet einen keramischen Festkörperaufbau mit hoher Sicherheit, Langlebigkeit und der Möglichkeit zur Regeneration mithilfe von Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Ziel ist es, die Technologie in Richtung industrieller Einsatzfähigkeit weiterzuentwickeln und damit eine nachhaltige und skalierbare Möglichkeit zur Speicherung erneuerbarer Energie zu schaffen.
Beim Finale von Falling Walls Lab Vienna präsentierten insgesamt zehn Nachwuchswissenschaftler_innen ihre Forschungsprojekte. Steinbach wurde als eine von drei Finalist_innen ausgewählt und setzte sich im anschließenden Publikumsvoting durch. Im November 2026 wird sie Österreich gemeinsam mit der Gewinnerin des Falling Walls Lab South-West Austria beim internationalen Finale in Berlin vertreten.
Sebastian Hečko erhält Life Sciences Research Award Austria

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von links nach rechts: Sebastian Hečko, Trinh Phan-Canh, Julia Bubis, Spencer Balay, Utku Horzum
Für seine Forschungsarbeit zur gezielten Wirkstofffreisetzung in Tumoren wurde Sebastian Hečko mit einem Life Sciences Research Award Austria 2026 ausgezeichnet. Der Forscher vom Institut für Angewandte Synthetische Chemie erhielt den Preis in der Kategorie „Exzellenz und gesellschaftliche Auswirkung“. Ausgezeichnet wurde eine in Nature Communications publizierte Arbeit, die sich mit einer zentralen Herausforderung der Krebstherapie beschäftigt: Medikamente möglichst präzise am Tumor und zum richtigen Zeitpunkt freizusetzen.
Hečko entwickelte dafür eine Plattform, die den Transport von Wirkstoffen mit sogenannter „Click-to-Release“-Chemie verbindet. Elektrophoretische Minipumpen bringen dabei einen kleinen chemischen Auslöser gezielt an den gewünschten Ort. Dort wird das eigentliche Krebsmedikament abgespalten und aktiviert. Dadurch soll sich die Wirkstofffreisetzung von außen steuern und die Belastung gesunden Gewebes reduzieren lassen.
Die Life Sciences Research Awards Austria werden von der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) vergeben und zeichnen herausragende wissenschaftliche Leistungen junger Forscher_innen aus.