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Ausstellung zur Geschichte der Studierenden an der TU Wien

Vom Studentencomité zur HochschülerInnenschaft der TU Wien (HTU). Die Hochschülerschaft als aktiv mitwirkendes Organ in der Universitätsorganisation, das war nicht immer so. Die Ausstellung beleuchtet von 21.11. bis 2.12.2006 die Entwicklung der letzten 200 Jahre vom informellen Studentencomité zur heute bestehenden HTU.

HTU

Wien (TU). - Die Rolle der Studierenden hat sich im Laufe der letzten 200 Jahre vielfach verändert, sowohl hinsichtlich der Stellung als soziale Gruppe als auch ihres Engagements in hochschul- und allgemeinpolitischen Fragen. Die Ausstellung zeigt diesen Wandel am Beispiel der Technischen Universität (TU) Wien und ihrer Vorgänger.

Von der Untergrundbewegung zur anerkannten Interessensvertretung

Nach Gründung des Wiener polytechnischen Instituts 1815 war aufgrund der gesellschaftlichen Lage jede politische Betätigung strengstens verboten. Die heterogene Hörerschaft hatte dieses Bedürfnis anfangs auch nicht, erst im Laufe der Zeit entwickelte sich ein Selbstverständnis als Techniker, das sich während der Revolution von 1848 in der Organisation eines "Techniker-Corps" im Rahmen der "Akademischen Legion" manifestierte. Trotz der strengen Überwachung waren die Studierenden vor und nach der Revolution auch in geheimen Studentenverbindungen nach dem Muster der Burschenschaften aktiv.

Nach einer Reformphase in den 1860ern gab es immer wieder informelle Hörercomités, die die Interessen ihrer Kolleginnen gegenüber dem Rektor vertraten, z.B. bei der Einführung der Staatsprüfung oder der Ingenieurtitel-Frage.

Phase der großen Veränderungen

Grundlegende Änderungen der Rahmenbedingungen traten um 1919 ein. Erstmals wurden Frauen zum Technikstudium zugelassen und politisch orientierte Studierendenfraktionen konnten offen an der Hochschule agieren. So wurde nach dem Zerfall der Donaumonarchie auch die Technische Hochschule zum Ort der Konfrontation der verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Studentengruppen.

Ständestaat und NS-Diktatur ersetzten die studentische Selbstorganisation durch eine gleichgeschaltete Zwangsgemeinschaft.

Dienstleister mit rechtlichem Status

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) in heutiger Form als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. 1975 erhielten die Studierenden erstmals Mitwirkungsrechte, durch Mitarbeit in Universitätsgremien wurde die direkte Mitbestimmung möglich. Anfang der 80er Jahre entkoppelte sich die TU vom allgemeinen Trend: ÖVP-nahe Studentengruppen stellten die Hochschülerschaftsvorsitzenden. Seither dominiert die parteiunabhängige Fachschaftsliste. 2002 wurden die Mitwirkungsrechte wieder partiell zurückgenommen, 2004 wurde das Hochschülerschaftswahlrecht reformiert.

21.11. - 2.12.2006
Prechtl-Saal der TU Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien
Öffnungszeiten:
Mo - Sa 10 - 17 Uhr
Sa, 2.12. 10 - 13 Uhr
Auf Wunsch sind Führungen möglich
Information und Anmeldung ab 21.11.2006 im Universitätsarchiv
(Tel. 01/58801-41144)

Rückfragehinweis:
Mag.phil. Dr.phil. Juliane Mikoletzky
Leiterin Universitätsarchiv
Technische Universität Wien
Universitätsarchiv
Karlsplatz 13/010F, 1040 Wien
T +43/(0)1/58801- 41140

Aussender:
TU Wien - PR und Kommunikation
Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
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 +43-1-58801-41093
http://www.tuwien.ac.at/pr
Herbert Kreuzeder