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Andreas Faludi, Raumplaner par excellence

Der Absolvent der Raumplanung ist international gefragter Fachmann.

Andreas Faludi

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Andreas Faludi

Andreas Faludi wurde am 1. Jänner 1940 in Budapest, Ungarn, geboren. Nach seiner Matura 1958 an der Realschule in Wien 19 studierte er Architektur und Raumplanung an der damals noch Technischen Hochschule, der heutigen TU Wien. 1965 wurde er Diplomingenieur und 1967 promovierte er zum Dr. techn. Von 1965-1967 war er Sekretär der Österreichischen Gesellschaft für Raumforschung und Raumplanung.

Lehrtätigkeit

Seine Karriere startete 1968 mit der Lehrtätigkeit für Planungstheorie (1968-1973) am damaligen Oxford Polytechnic – heute Oxford Brookes University, gefolgt von Lehrstühlen für Städtebau an der damals noch Technischen Hochschule Delft bis 1977, für Planung an der Universität von Amsterdam (1977-1998) und schließlich war er Professor für räumliche Politiksysteme in Europa an der Radboud Universität Nimwegen (1999-2004). Seit 2005 ist Faludi Professor für räumliche Politiksysteme in Europa an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden.

Umfangreiche Beratertätigkeit

Andreas Faludi ist Mitglied des Bundes Niederländischer Städtebauer und Planologen, des Niederländischen Instituts für Raumordnung und Wohnungswesen und Gründungsmitglied der Association of European Schools of Planning. Gastprofessuren an vielen internationalen Universitäten (z.B. University of California in Berkeley, Universität von Malta, Universität von Bari, Hebräische Universität in Jerusalem, Harvard Universität) und zahlreiche Publikationen in internationalen Journals (siehe Publikationsliste) zeichnen ihn als Fachmann aus.

Seine Hauptinteressen liegen bei der Planungstheorie und –methodologie bei der Untersuchung der niederländischen Planungsstrategie sowie bei der europäischen und vergleichenden Raumplanung.

Andreas Faludi privat

Der niederländisch-österreichische Staatsbürger ist verheiratet und hat eine Tochter. Was seine Karrierelaufbahn nachhaltig beeinflusst hat, laut seinen Aussagen, war ein British Council Scholarship, mit dessen Hilfe Faludi nach seiner Promotion in Wien in Großbritannien Soziologie studiert hat. Dort hat er einen akademischen Betrieb mit Diskussionen usw. kennengelernt, weshalb er auch einige Jahre in Großbritannien geblieben ist.

Themen, die Faludi besonders am Herzen liegen, haben sich im Laufe der Zeit verlagert. „In Großbritannien war mein Anliegen, der Planer- und Planerinnenausbildung eine solide theoretische Grundlage zu verschaffen. In den Niederlanden erforschte ich Planungsprozesse und die Institutionalisierung der Planung, wobei ich mich letztlich vor allem auf die Entschlüsselung des Erfolgsgeheimnisses der niederländischen Nationalplanung im 20. Jahrhundert konzentrierte.“

Seit nunmehr 15 Jahren beschäftigt sich Andreas Faludi mit europäischer Raumentwicklungspolitik, wobei es ihm hier besonders wichtig ist, zum Verständnis des Integrationsprozesses beizutragen bzw. die grundlegenden Probleme jedweder europäischer Raumentwicklungspolitik zu erhellen. 

Wenn man Andreas Faludi nach seinen Plänen für die Zukunft fragt, meint er: „Ich hoffe, über das Thema europäische Raumentwicklungspolitik ein Buch schreiben zu können, ein Vorhaben, für das meine Gastprofessuren in verschiedenen Ecken Europas durchaus förderlich sind.“

Faludi lebt und arbeitet schon seit Jahren in den Niederlanden, da er sich dort für einen Lehrstuhl beworben und - vermutlich auf Grund seiner englischsprachigen planungstheoretischen Arbeiten, wie er meint - 1974 den Ruf an die damalige Technische Hochschule (heute Technische Universität) Delft erhalten hat.

Als seine Steckenpferde nennt Andreas Faludi die Geschichte. Er liest aber auch gerne Science Fiction und Thriller, letztlich vor allem, um sozusagen im Vorbeigehen seine Sprachkenntnisse zu verbessern, wie er sagt, auf Französisch.

Wichtig ist ihm das Zeitmanagement, das ihm sein damaliger Klassenvorstand schon dringend nahegelegt hat. „Es kostet tatsächlich nicht mehr Zeit und Mühe, Arbeiten vor den vorgesehenen Terminen abzuschließen, und man verhindert so, dass man in Panik gerät. Gleichzeitig baut man Kredit auf und kann eher die Tagesordnung mitbestimmen, als wenn man Termine verschlampt.“

Tipp für junge AbsolventInnen 

Jungen Absolventinnen und Absolventen würde er raten, sich international zu orientieren, am besten zwei Fremdsprachen erlernen (unbedingt Englisch als Arbeitssprache beherrschen).

Preise und Auszeichnungen

Er erhielt ein British Council Scholarship (1967-68), einen Preis des Theodor Körner Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst (1969), war ein Australian-European Fellow (1984), ein Fulbright Scholar (1984-85) an der University of California at Berkeley, ein Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study in Social Science and the Humanities (1992-93), ein European Fulbright Fellow an der Harvard University (2000) und ein Fellow am Rockefeller Institute Bellagio (2002) und ist Ehrenmitglied des Royal Town Planning Institute (1992) und der Association of European Schools of Planning sowie korrespondierendes Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Heuer, am 10. Oktober 2008, erhielt Andreas Faludi das Ehrendoktorat vom Blekinge Institute of Technology, Schweden.


Einen Bericht zum Ehrendoktorat finden Sie hier

Link zurUniversität Delft

Publikationsliste von Andreas Faludi