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Alles unter einem Hut

In unserer neuen Serie möchten wir Ihnen berufstätige Eltern vorstellen, die vor der Herausforderung stehen, Familie und Job zu vereinbaren.

 

Agata Ciabattoni mit ihrem Sohn Alexander

Agata Ciabattoni mit ihrem Sohn Alexander

In unserer neuen Serie möchten wir Ihnen berufstätige Eltern vorstellen, die vor der Herausforderung stehen, Familie und Job zu vereinbaren.

Ewa Vesely, Kinderbetreuungsbeauftragte der TU Wien, hat Agata Ciabattoni getroffen. Ciabattoni forscht als Privatdozentin im Arbeitsbereich Theoretische Informatik und Logik am Institut  für Computersprachen.  Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Fuzzy Logic und Algebraic bzw. Structural Proof Theory. Ihre Forschungstätigkeit wurde 2011 mit dem START Preis gewürdigt. Mit diesem prestigeträchtigen Preis wird das Projekt "Nichtklassische Beweise: Theorie, Automatisierung, Anwendung" über einen Zeitraum von sechs Jahren gefördert.  

Agata, im Sommer 2007 wurde Dein Sohn geboren. 3,5 Jahre später wurdest Du mit dem START Preis ausgezeichnet. Wie bringst du Familie und Beruf unter einen Hut?
Eine längere Unterbrechung der Forschungstätigkeit ist für WissenschaftlerInnen sehr schwierig. Daher habe ich mich gegen eine Karenz entschieden und meine Arbeit unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder aufgenommen. Es war sehr schwer, eine ideale Lösung für meinen Sohn zu finden, aber letztendlich hat alles gut geklappt. Die Möglichkeit in den ersten Monaten von zu Hause aus zu arbeiten, hat mir die Rückkehr in den Forschungsalltag erleichtert. Trotz aller Unterstützung war diese Zeit extrem anstrengend für mich. Aber ich war sehr motiviert und begeistert, denn ich liebe meine Arbeit.

Das bedeutet, dass in den vergangenen Jahren sowohl privat als auch beruflich einige Herausforderungen zu meistern waren. Bei euch kam erschwerend dazu, dass das soziale Netzwerk, das bei der Kinderbetreuung unterstützend wirkt, so gut wie nicht vorhanden war: Sowohl Deine als auch die Familie Deines Mannes lebt im Ausland. Wo lagen die größten Hürden, um Deiner Forschungs- und Lehrtätigkeit nachgehen zu können?
Die größte Herausforderung war natürlich Familie und Beruf zu vereinen. Ein Kind benötigt Zeit und Fürsorge – genauso wie die Forschung auch. Hier ist perfektes Zeitmanagement das Um und Auf. Man muss natürlich auch seine Freizeit opfern, aber das macht man gerne. Darüber hinaus hatten wir Personen, die uns unterstützt haben und so eine wertvolle Hilfe waren.

Könntest Du einige Faktoren nennen, die Dir die Vereinbarkeit von Familie und Forschung/Beruf erleichtern bzw. erleichtert haben?
Für mich war die Tatsache, dass ich einen guten Babysitter und eine großartige Tagesmutter gefunden habe, sehr erleichternd. Danach war ein Platz im Kindergarten wichtig. Maßgeblich war auch die tatkräftige Unterstützung meines Mannes und meiner KollegInnen.

Der Betriebskindergarten mit 60 Betreuungsplätzen trägt dazu bei, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Wie könnte deiner Meinung nach die Universität forschende/ arbeitende  Eltern unterstützen?
Der TU-Betriebskindergarten stellt eine großartige Unterstützung für arbeitende Eltern dar. Die Kinder werden aber erst ab dem Alter von einem Jahr in den KiGa aufgenommen, meistens erst ab 18 Monaten. Das ist mitunter schwierig für Eltern – im Besonderen für Mütter – die schon früher in die Forschung zurückkehren wollen oder müssen. Genau hier wäre eine Unterstützung seitens der TU Wien wünschenswert. Konkrete Vorschläge sind: Hilfestellung bei der Tagesmuttersuche in der Nähe der Universität oder ein finanzieller Zuschuss für die Kinderbetreuung. Darüber hinaus könnte man einen Raum am TU-Gelände einrichten, im dem sich Eltern mit ihren Babys aufhalten könnten oder in dem die Kinder unter der Obhut eines privat bezahlten Babysitters untergebracht werden. Auf dieser Weise könnten z.B. Mütter ihre Babys während der Arbeitszeit stillen oder mit ihnen etwas Zeit verbringen.

 

TU Freihaus Nummer 20

Link: http://www.tuwien.ac.at/dle/pr/publishing_web_print/tufreihaus/tufreihaus20/campus/