Institut für Chemische Technologien und Analytik

Institut für Chemische Technologien und Analytik - Übersicht

Das Institut für Chemische Technologien und Analytik an der Fakultät für Technische Chemie überbrückt unterschiedliche Aspekte der Chemie, Technologie, Analytischen Chemie, Materialwissenschaften, Bioanalytik, Elektrochemie und Umweltchemie und vereint Grundlagenforschung und Angewandte Forschung in einem Institut - ein Alleinstellungsmerkmal im Zentral- und Osteuropäischen Raum. 

Der wissenschaftliche Fokus des Instituts liegt zum Einen bei der Entwicklung von Analytischen Strategien, Methoden und Instrumenten (zum Beispiel: (Bio)Sensoren, Omics-techniken, Massenspektrometrie, Imaging-techniken, Ultra-spuren-trenntechniken und Detektionstechniken auf elementarem und molekularen Level) und zum Anderen im Zusammenhang mit Technologien von Spezialmaterialien, von Metallen, zu seltenen Metallen, High-performance Keramiken, Dünnfilm und Compositen, bis hin zu biomedizinischen Materialien, als auch Energiespeicher und Umwandlungs-geräten im Bereich der elektrochemischen Technologien. Die Entwicklung von analytischen Techniken für die Strukturaufklärung als auch für Umweltchemische Fragestellungen sind weitere Fokuspunkte am Institut.

Die Stärke des Instituts liegt in der bemerkenswerten Kombination von industrie-getriebenen angewandten Forschungsprojekten mit einer außergewöhnlichen Bandbreite an analytische, chemischen und strukturellen Methoden, die durch den großen Pool an "High-end" wissenschaftlichen Equipment und Instrumentierungen dargestellt wird. Um ein Beispiel zu nennen: Das Institut verfügt über einen exzellenten internen Gerätepool, der kompetitive Forschung an einer großen Anzahl an unterschiedlichen Anwendungsfeldern erlaubt - von anorganischen Metall Materialien bis biologischen Gewebeproben.

Das Institut für Chemische Technologien ist in 5 Forschungsbereiche gegliedert, und besteht aus 12 Forschungsgruppen, die jeweils von international anerkannten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, und high-potential Jungakademikern und Jungakademikerinnen geleitet werden.

Altrektor Univ.-Prof. Fritz Paschke (1929–2022): Ein Nachruf

Die Technische Universität Wien und das Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme trauern um Altrektor Em.O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dr.h.c. Fritz Paschke, der am 29. März 2022 in Wien im 94. Lebensjahr verstorben ist.

Altrektor Univ.-Prof. Fritz Paschke (1929–2022): Ein Nachruf

© Moritz Malina-Altzinger

Altrektor Univ.-Prof. Fritz Paschke (1929–2022): Ein Nachruf

 

Fritz Paschke wurde am 2. März 1929 in Gösting bei Graz geboren, studierte an der TH Graz und an der TH Wien Elektrotechnik/Nachrichtentechnik und graduierte 1953 zum Diplom-Ingenieur. Danach wurde er Assistent am Institut für Hochfrequenztechnik der TH Wien bei Prof. H.W. König. Im Jahr 1955 promovierte er zum Doktor der technischen Wissenschaften. Von 1955 bis 1956 war er Konsulent der US Regierung in New York und trat danach in die Dienste des David-Sarnoff-Research Centers der Radio Corporation of America (RCA) in Princeton ein. Die wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen seiner Tätigkeit schufen die Grundlagen für eine signifikante Verbesserung des Wirkungsgrades von elektrischen Verstärkerröhren und wurden durch die Verleihung des RCA Laboratories Award für „Major Contributions to the Nonlinear Theorie of Electron Beams“ gewürdigt. 1961 kehrte er nach Europa zurück und wechselte in den Unternehmensbereich Bauelemente der Siemens AG, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster in München. Er war dort als Entwicklungsleiter der Werke für Röhren in München und Berlin mit dem Sitz in München tätig. Im Jahr 1965 erfolgte seine Berufung zum Ordinarius für Allgemeine Elektrotechnik an die TH Wien. Paschke war über viele Jahre hinweg Vorstand des Instituts „Allgemeine Elektrotechnik und Elektronik“ bzw. dessen Nachfolgeinstitute, welche bis zu 300 Mitarbeiter_innen beschäftigten. 1970/71 war Fritz Paschke Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik und von 1971 bis 1976 war er Prorektor bzw. Rektor der TH Wien. In seine Amtszeit als Rektor fielen die Fertigstellung des neuen Elektrotechnischen Instituts in der Gußhausstraße, der Ankauf und die Adaptierung des ehemaligen Hotels Goldenes Lamm in der Resselgasse als Institutsgebäude, sowie die Einrichtung eines interuniversitären Rechnerverbundes. Im Jahr 1997 emeritierte Fritz Paschke, blieb aber nahezu bis an sein Lebensende wissenschaftlich aktiv.

Professor Paschke war seit 1977 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster. Von 1974 bis 1982 war er Vizepräsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster. Die Resultate der zahlreichen Aktivitäten von Fritz Paschke sind auch heute noch deutlich sichtbar. So war er 1985 maßgeblich an der Gründung der Gesellschaft für Mikroelektronik, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster beteiligt. Fritz Paschke konnte die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft von der großen Bedeutung der Halbleiterforschung und Mikroelektronik für Österreich überzeugen und große Förderungsmittel erlangen, was zur Errichtung des Zentrums für Mikro- und Nanostrukturen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster der TU Wien führte. Fritz Paschke war 1979 auch maßgeblich an der Gründung des Bauelementewerks und Entwicklungszentrums von Siemens (heute Infineon, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster) in Villach beteiligt und setzte sich für eine enge Zusammenarbeit der TU Wien mit dem Werk ein. In Anerkennung und Würdigung seines großen Beitrags zum Technologie- und Wirtschaftsstandort Kärnten wurde ihm hierfür im Jahre 2008 das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen. Eine weitere bedeutende Aktivität war 2004 die Gründung der Forschungsstelle für Integrierte Sensorsysteme, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, die zuerst mit Förderungsmitteln der Österreichischen Nationalbank an die Österreichische Akademie der Wissenschaften angegliedert war, und 2012 in die Donau-Universität Krems eingegliedert wurde. Das Institut beschäftigt heute an die 40 Forscher_innen in den Querschnittgebieten Sensortechnologie, Sensormaterialien und Sensornetzwerke.

Auch als Unternehmer war Fritz Paschke äußerst erfolgreich. Im Jahr 1989 gründeten Josef Taus, Manfred Leeb, Theobald Ettel und Fritz Paschke die Management Trust Holding (MTH), öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ab der Gründung bis 2021 war. Die MTH umfasst verschiedene Firmen und beschäftigt aktuell mehr als 6.000 Mitarbeiter_innen. Fritz Paschkes Expertise war in vielen Firmen geschätzt, was zu zahlreichen Aufsichtsratsmandaten und Beratungsverträgen führte.

Fritz Paschke hatte immer besonderes Interesse an der Zusammenarbeit mit Instituten und Firmen im Bereich der Medizintechnik. Nach seiner Emeritierung befasste er sich eingehend mit den theoretischen Grundlagen der fotodynamischen Therapie, welche gemeinsam mit den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der ultrahellen LEDs die Basis zur Herstellung neuartiger Bestrahlungsgeräte bildeten. Die Umsetzung in die medizinische Praxis, vor allem für Anwendungen als Gewebestrahler bei entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur und des Bewegungsapparates, erfolgte in Kooperation mit der Firma REPULS, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, von welcher heute die Geräte gebaut und sehr erfolgreich vertrieben werden.

Auszeichnungen und Ehrungen

In Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen wurden ihm zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen verliehen, von denen im Folgenden einige genannt werden. 1974 wurde ihm der Dr.h.c. der Technischen Universität Budapest, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster verliehen. Im Jahr 1977 wurde er mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Wilhelm Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster und den Ludwig-Boltzmann-Preis, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (Österreichischer Staatspreis für Forschungspolitik). In den folgenden Jahren erhielt er das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, den Würdigungspreis der Stadt Wien, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster für Natur- und Technische Wissenschaften und die Prechtl-Medaille der TU Wien. Zu seinen rezenteren Preisen zählt die Verleihung des großen Kardinal-Innitzer-Würdigungspreises für Naturwissenschaften, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster 2020 und die Zuerkennung des Wissenschaftspreises 2020 der Österreichischen Forschungsgemeinschaft, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (ÖFG). Zu guter Letzt sei noch die Verleihung der „Leonardo da Vinci-Medaille, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“ genannt, welche Fritz Paschke besonders erfreut hat, da es sich hierbei um keinen Wissenschaftspreis handelt, sondern um die höchste Auszeichnung für Ingenieurausbildung in Europa. Sie wird durch die „Société Européenne pour la Formation des Ingénieurs, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“ verliehen.

Es ist die Kombination einer Vielzahl von Eigenschaften, die Fritz Paschke zu dem bemerkenswert erfolgreichen und liebenswerten Menschen machten: Seine positive Lebenseinstellung, das breite Interesse an Technologien und die Fähigkeit anderen Menschen zu vertrauen, zu helfen und letztlich Verantwortung zu geben. Vor allem seine Begabung junge Talente zu erkennen und zu fördern hat viel Gutes bewirkt. Als herausragendes Beispiel sei die Förderung der damals jungen Forscherin Ingeborg Hochmair-Desoyer genannt. Sie erhielt die Möglichkeit an seinem Institut die ersten Prototypen eines Cochleaimplantates zu entwickeln, aus welcher später die Firma MED-EL, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster mit Sitz in Innsbruck hervorging, der sie als Geschäftsführerin vorsteht. MED-EL gehört zu den Weltmarktführern in der Entwicklung und Produktion von implantierbaren Hörsystemen und beschäftigt weltweit etwa 2.200 Mitarbeiter_innen.

Fritz Paschke betonte immer, dass seine Erfolge ohne die Unterstützung seiner Familie, die für ihn über allem stand, niemals möglich gewesen wären. Besonders seine Frau, eine promovierte Biologin, mit der er fast 67 Jahre verheiratet sein durfte, war ein verlässlicher Ruhepol und eine Konstante in seinem Leben, die ihm stets zur Seite stand und ihm die notwendige Kraft und den Rückhalt gab. Seine geliebte Frau verstarb nur zwei Tage nach ihm im 97. Lebensjahr.

Mit Professor Fritz Paschke verliert die Technische Universität Wien einen exzellenten Lehrer und Wissenschaftler, und das Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster einen lieben Kollegen mit hohen menschlichen Qualitäten. Unser Mitgefühl gilt besonders seiner Familie.

Rupert Chabicovsky, Walter Toriser, Roman Beigelbeck und Bernhard Jakoby

 

Rückfragehinweis:

Univ.Prof.i.R. Dipl.-Ing. Dr.techn. Rupert Chabicovsky
Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster
Technische Universität Wien
rupert.chabicovsky@tuwien.ac.at

Aussenderin:
Technische Universität Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien
+43 1 58801 41024
pr@tuwien.ac.at

Institutsvorstand

Portrait Jürgen Fleig


Univ.Prof. Dr. Jürgen Fleig

Adresse:
Getreidemarkt 9/164
1060 Wien
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e-mail: sekretariat+E164@tuwien.ac.at