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Smartboards und Tafelkreide sind in der Lehre der Zukunft kein Widerspruch

Studierenden Wissen mitzugeben, damit sie die Zukunft unserer Gesellschaft mitgestalten, ist eine zentrale Aufgabe der TU Wien. In der Fokusgruppe Lehre werden Lehr-, Lern- und Prüfungsformate mit Unterstützung durch Digitalisierung in Präsenz- und Distanzlehre formalisiert und erprobt.

Hörsaal mit Studierenden und einem Vortragendem

Noch nie war der Fokus auf digitale Themen in der Lehre so ausgeprägt wie seit die Corona-Pandemie diesen Bereich inhaltlich besonders dominiert. Dabei muss man festhalten, dass der Transformationsprozess und die Integration digitaler Methoden in der Lehre schon lange davor begonnen hatte, besonders an der TU Wien. Die Auswirkungen der Pandemie haben nur viele Entwicklungen noch einmal deutlich beschleunigt. An der TU Wien wurde mit TUWEL bereits 2006 ein System für E-Learning-Anwendungen eingeführt und seitdem kontinuierlich verbessert und ausgebaut. Parallel dazu entstand eine Supporteinrichtung und viele Schulungsmaßnahmen und Weiterbildungsangebote.

Die Stärken der digitalen Lehrunterstützung umfassend nützen

Der Themenschwerpunkt Digitalisierung in der Lehre hatte einen klareren Ausgangspunkt als 2019 der digitale Transformationsprozess an der TU Wien Fahrt aufgenommen hat. Nachdem Lehre – und damit die Wissensvermittlung an die nachfolgenden Generationen ­­– einen Eckpfeiler der universitären Aufgaben darstellt, war die Notwendigkeit einer Fokusgruppe Lehre in diesem Prozess selbstverständlich. Mit Andreas Körner, einem erfahrenen Mathematiker im Forschungsbereich Scientific Computing and Modelling, konnte ein engagierter Lehrender für die Leitung der Fokusgruppe gewonnen werden. Zentraler Punkt von Digitalisierungsfragen in der Lehre ist, wie man die Möglichkeiten der Digitalisierung optimal nutzen kann, um einerseits Flexibilität für Lehrende und Studierende zu erhöhen und andererseits die Möglichkeiten des digitalen Instrumentariums bestmöglich einzusetzen. Da spielt beispielsweise auch die Ausstattung diverser Lehrräume eine große Rolle. Mathematik stellt dabei andere Anforderungen an die Ausstattung eines Lehrraums als die Chemie oder Architektur – allesamt Studienrichtungen unter dem Dach der TU Wien. „Einer unserer Digitalisierungsprojekte schaut sich genau dieses Thema im Detail an. Wie können wir den Digital Media Classroom so gestalten, dass er den Anforderungen unserer Lehrenden gerecht wird? Wir versuchen die Schnittmengen zwischen den Anforderungen verschiedener Fächer, die in diesen Räumen gelehrt werden, zu finden und spezielle Anforderungen identifizieren“ erklärt Andreas Körner die Aufgabenstellung in einem Projekt. Andere Themen schauen noch stärker in die Zukunft und profitieren davon, dass in der von der Pandemie erzwungenen Erprobung von digitalen Formaten schon einiges ausgetestet wurde. „Wir müssen nun evaluieren, was gut funktioniert hat und ob man diese Konzepte in einen Normal- oder Hybridbetrieb mitnehmen könnte. Das gilt für Online-Lehrangebote genauso wie für digitale Prüfungsformate oder auch die Erstellung von digitalen Lehrmaterialien. Die Themen gehen uns jedenfalls nicht so schnell aus,“ zeigt sich Körner zuversichtlich.

Gemeinsam die universitäre Lehre in die Zukunft begleiten

Das Spannende und gleichzeitig das Herausfordernde an der Digitalisierung in der Lehre ist das Zusammenspielen vieler Bereiche, die gut abgestimmt sein sollten. Ohne passende Infrastruktur sind digitale Methoden und Anwendungen nicht machbar, besonders auch in Hinblick auf die Grundlagenlehre und die gelebte forschungsgeleitete Lehr an der TU Wien. Anforderungen variieren je nach Studienfach, ebenso die Vorkenntnisse der Anwender_innen. Studierende kommen vielfach zwar als digital natives an die Universität, müssen sich dennoch andere Kompetenzen aneignen, um den Studienalltag auch digital gut meistern zu können. Ziel ist es, in diesem Zusammenspiel Anregungen für neue Entwicklungen zu bekommen und gleichzeitig Feedback aus der alltäglichen Anwendung zu generieren, um einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess anzustoßen und auch weiterzutreiben. Die Zukunft der universitären Lehre hat schließlich längst begonnen.

Digital Media Classroom

Wenn Sie Lehrende_r sind und Interesse haben, mehr über den Digital Media Classroom, den technischen Raffinessen dahinter oder die möglichen Anwendungen für die Lehre dort zu erfahren, seien Sie am Mittwoch 9. Juni 2021 um 12:30 Uhr bei einer Special Edition der Digitalisierungssprechstunde aus dem Digital Media Classroom dabei. Alles Informationen dazu finden Sie auf der TU coLAB-Seite: https://colab.tuwien.ac.at/x/cRP7Ag, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Digitalisierungsstrategie

Als erste Universität Österreichs hat die TU Wien in ihrer Digitalisierungsstrategie ein klares Bekenntnis zu Maßnahmen und Projekten für die Umsetzung eines digitalen Transformationsprozesses abgegeben, der alle Bereiche der Universität und alle TU-Angehörigen einschließt. Ziel der Strategie ist es, digitale Kompetenzen und Fähigkeiten auf allen Ebenen gezielt zu fördern und alle Angehörigen der TU Wien zu befähigen Alltag, Studium und Arbeit in einer digitalen Gesellschaft zu bewältigen, zu prägen und innovativ mitzugestalten.

Fokusgruppen des digitalen Transformationsprozesses

Die Fokusgruppen des digitalen Transformationsprozesses der TU Wien bilden sämtliche großen Themenbereiche einer Universität ab: Forschung, Lehre, Verwaltung, Infrastruktur und Studierende. Die Fokusgruppen identifizieren relevante Zukunftsthemen, vernetzen Interessierte und begleiten die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.