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Sondervorlesung Faszination Baubetrieb „Bahnbau am Zug“

Gruppenfoto Menschen stehend, dahinter Rollups und Tafel in grün

© Oleksandr Melnyk

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Leopold Winkler, Oliver König, Judith Engel, Fabian Hansmann, Arthur Schönwälder und Frank Lulei (von links)

Begrüßung: zwei Männer stehend, einer mit Mikrofon in der Hand

© Oleksandr Melnyk

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Begrüßung durch Leopold Winkler und Arthur Schönwälder (von links)

zwei junge Frauen stehend, Frau rechts im Bild mit Mikro in der Hand

© Oleksandr Melnyk

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Astrid Bischofberger und Jacqueline Raab bei der Vorstellung des Instituts für Baubetrieb und Bauwirtschaft.

Menschen sitzend im Hörsaal von hinten, Sprecherin vorne

© TU Wien

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Judith Engel (ÖBB Infrastruktur AG)

Mann stehend, weißes Hemd, dunkelblauer Anzug

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Fabian Hansmann (Plasser & Theurer)

Menschen sitzend auf Hochsesseln in Diskussion

© TU Wien

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Podium mit Leopold Winkler, Judith Engel, Fabian Hansmann und Arthur Schönwälder (von links)

Unter dem Motto „Bahnbau am Zug“ fand am 21. Mai 2026 die diesjährige Ausgabe der öffentlichen Vorlesung im Rahmen der Lehrveranstaltung „Grundlagen des Baubetriebs“ an der TU Wien statt. Bereits zum dritten Mal tauschten sich Expert_innen des Bauingenieurwesens (Judith Engel, Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG sowie Fabian Hansmann, Marketingleiter Plasser & Theurer) an der TU Wien unter der Moderation der beiden Universitätslektoren Arthur Schönwälder und Leopold Winkler zu aktuellen Themen rund um den Bahnbau aus.

Faszination Baubetrieb

Die Universitätslektoren Arthur Schönwälder und Leopold Winkler behandelten zu Beginn gesellschaftsrelevante Themen zwischen universitärer Lehre und Baupraxis. Es wurde dabei ein Rückblick auf die letzten beiden Veranstaltungen als auch ein Ausblick auf die heurige Ausgabe gegeben und die Verbindung zwischen technischer Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung betont. Zusätzlich wurde auch die aktuelle Situation des Baubetriebs in Wissenschaft und Praxis mit Hinblick auf die Innovationskraft der Bauwirtschaft beleuchtet. Winkler betonte dabei die Wichtigkeit der Innovationen innerhalb des Sektors der Bauwirtschaft.

Abschließend lud Arthur Schönwälder die anwesenden Teilnehmer_innen dazu ein, die Veranstaltung für einen regen Austausch zu bahnbauspezifischen Fragestellungen und Diskussionen mit Judith Engel und Fabian Hansmann zu nutzen.

Als Vertreterinnen des Instituts für Baubetrieb und Bauwirtschaft erläuterten Jacqueline Raab und Astrid Bischofberger die Interdisziplinarität des Instituts und dessen Bedeutung im Rahmen der universitären Ausbildung.

Vortrag Judith Engel 

Judith Engel studierte Bauingenieurwesen an der TU Wien und begann ihre beruflich Karriere 2003 bei der ÖBB, wo sie u. a. die Planung und den Bau des Wiener Hauptbahnhofs verantwortete. Seit Jänner 2022 ist sie Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur, zuständig für Netzausbau und Infrastrukturbereitstellung.

In ihrem Vortrag erläuterte Engel einerseits die Herausforderungen an die ÖBB in den nächsten Jahren und wies dabei auch das österreichische Unikum der sog. Rahmenplanung positiv hervor. Damit wird sichergestellt, dass die notwendigen finanziellen Mittel durch die österreichische Bundesregierung bereitgestellt werden, sodass die ÖBB ihren gesetzlichen Verpflichtungen für Errichtung und Betrieb der Schieneninfrastruktur bestmöglich erfüllen kann.

Vortrag Fabian Hansmann

Fabian Hansmann studierte Bauingenieurwesen an der TU Graz und promovierte im Themenfeld des digitalen Anlagenmanagements. Seit 2015 arbeitet er bei Plasser & Theurer und konnte währenddessen auch zweijährige Erfahrungen am nordamerikanischen Eisenbahnmarkt sammeln. Seit 2021 leitet er das Marketing von Plasser & Theurer und beschäftigt sich intensiv mit den Zukunftsthemen des internationalen Gleisbaus und der Bahninfrastruktur.

Er berichtete in seinem Vortrag über einen vermeintlichen Zielkonflikt zwischen Bauen und Betrieb von Bahnbauinfrastruktur. Den Fokus legte er dabei auf einen Gesamtprozess im Gleisbau, der von der Zustandserfassung über Arbeitsvorbereitung und Projektumsetzung bis hin zur transparenten Nachweisführung und Dokumentation führt. Digitales Anlagenmanagement rückt dabei sukzessive in den Vordergrund und moderne Technologien wie Laserscans und Punktwolken werden immer häufiger genutzt.

Diskussionsforum 

Im Hauptteil der Veranstaltung „Bahnbau am Zug“ wurde eine lebhafte Diskussion zwischen Judith Engel und Fabian Hansmann, geleitet von den beiden Moderatoren, Arthur Schönwälder und Leopold Winkler, geführt. Es wurden gesellschaftsrelevante Fragestellungen und die Akzeptanz von Streckensperren durch die Fahrgäste diskutiert. Auch hier wurde wiederum der gegebene Zielkonflikt zwischen Ausbau und notwendiger Instandhaltung von Infrastruktur und der Durchführung von möglichst pünktlichem Zugsverkehr erörtert. Nicht immer hat sich dabei die auf den ersten Blick bevorzugte Variante als tatsächlich beste Umsetzung herausgestellt. Stattdessen wurden projektspezifische Abwägungen und ein gesamtheitliches, verbindendes Wissen der Bauingenieur_innen hervorgehoben, um bestmögliche Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen.

Auf die Frage einer Studentin nach den Anforderungen, welche in der beruflichen Praxis an junge Bauingenieur_innen gestellt werden, hielt Judith Engel fest, dass es insbesondere die Fähigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit ist, welche im Baubetrieb von entscheidender Bedeutung ist.

Institutsvorstand Frank Lulei betonte am Ende der Veranstaltung, dass dadurch die Faszination Baubetrieb erlebbar gemacht wird. Er erwähnte die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung in Bauwirtschaft und Baubetrieb, um die Vielschichtigkeit des Bau- und auch Eisenbahnwesens unter einen Hut zu bekommen und die unterschiedlichen Herausforderungen zu meistern. Neben technischer Kompetenz sind auch wirtschaftliche, soziologische und rechtliche Aspekte laufend zu steuern, um den gewünschten Projekterfolg sicherzustellen. Diese Interdisziplinarität zwischen verschiedenen Disziplinen stellt eine große Herausforderung dar und wird trotz zunehmender technischer Unterstützung – Stichwort: KI – weiterhin durch menschliche Hand gesteuert werden.

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