Internationale Bildungs- und Hochschulmanagementprojekte

Kurzbeschreibung des Programmpakets Erasmus+

Erasmus+ ist ein EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für 2014 bis 2020. In Erasmus+ wurden die folgenden europäischen Programme zusammengefasst, die die Kommission in den Jahren 2007-2013 durchgeführt hat:.

  • Programm für lebenslanges Lernen;
  • Programm „Jugend in Aktion“;
  • Programm „Erasmus Mundus“;
  • Tempus;
  • Alfa;
  • Edulink;
  • Programme zur Zusammenarbeit zwischen Industrieländern im Bereich der Hochschulbildung.

Erasmus+ soll über diese Programme hinausgehen, indem es Synergien fördert und dazu beiträgt, dass sich die Bereiche allgemeine und berufliche Bildung und Jugend ergänzen, indem künstliche Barrieren zwischen den verschiedenen Aktionen und Projektformen abgebaut werden.

 

FINANZIERUNG

Für Erasmus+ steht eine Finanzausstattung im Umfang von 14,774 Mrd. EUR für einen Zeitraum von sieben Jahren (2014-2020) zur Verfügung. 33,3 % dieses Budgets sind für die Hochschulbildung vorgesehen.

 

ZIELE

  • Mehr Mobilität für Studierende, Lehrende und andere Hochschulangehörige;
  • Internationalisierung und Modernisierung der Hochschulen in Europa;
  • Mitgestaltung des gemeinsamen europäischen Hochschulraums;
  • Transparenz und Vergleichbarkeit europäischer Hochschulabschlüsse;
  • Stärkung des Beitrags der Hochschulen zu Innovationen im Bildungsbereich;
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen;
  • Förderung des Fremdsprachenerwerbs und des europäischen Bewusstseins.

 

STRUKTUR

Um die gesetzten Ziele zu verwirklichen, wurden im Rahmen des Programms Erasmus+ die folgenden Aktionen eingerichtet:

LEITAKTION 1 – Lernmobilität von Einzelpersonen

Diese Leitaktion unterstützt:

  • Die Mobilität von Lernenden und von Personal: Chancen für Studierende, Praktikanten, junge Menschen, Freiwillige, Hochschullehrer und sonstige Lehrkräfte sowie für Jugendarbeiter, Personal von Ausbildungseinrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft zum Lernen und/oder zum Erwerb von Berufserfahrung im Ausland;
  • Gemeinsame Masterabschlüsse: von Hochschulkonsortien gemeinsam entwickelte internationale Studienprogramme, bei denen den weltweit besten Master-Studierenden Vollstipendien gewährt werden können;
  • Bürgschaften für Studiendarlehen: Hochschulstudierende können im Rahmen des Programms Darlehen für ein Studium im Ausland bis zum Erwerb des Master-Abschlusses absichern; bei Interesse sollten die Studierenden sich an die Banken im jeweiligen Land oder an Einrichtungen wenden, die Studiendarlehen vergeben.

 

LEITAKTION 2 – Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren

Diese Leitaktion unterstützt:

  • Länderübergreifende strategische Partnerschaften zur Entwicklung von Initiativen in mindestens einem der folgenden Bereiche: allgemeine und berufliche Bildung, Jugend, Innovationsförderung, Austausch von Erfahrungen und Know-how zwischen unterschiedlichen Organisationen u. a. in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend; verschiedene Mobilitätsaktivitäten werden unterstützt, soweit sie zur Erreichung der Projektziele beitragen;
  • Wissensallianzen zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen zur Förderung von Innovation, unternehmerischer Initiative, Kreativität, Beschäftigungsfähigkeit, Wissensaustausch und/oder multidisziplinärem Lehren und Lernen;
  • Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung der Konzeption und Durchführung gemeinsamer Lehrpläne im Bereich der beruflichen Bildung sowie gemeinsamer Programme und Lehr- und Ausbildungsmethoden auf der Grundlage von Branchentrends, um die erforderlichen Qualifikationen für mindestens einen beruflichen Bereich zu vermitteln;
  • Projekte zum Kapazitätsaufbau zur Förderung der Zusammenarbeit mit Partnerländern in den Bereichen Hochschulbildung und Jugend; Kapazitätsaufbauprojekte sollen Organisationen, Einrichtungen und Systeme bei Modernisierungs- und Internationalisierungsprozessen fördern. Förderung wird für verschiedene Mobilitätsaktivitäten gewährt, die zur Erreichung der Projektziele beitragen;
  • Elektronische Plattformen wie eTwinning, EPALE (European Platform for Adult Learning = Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa) und das Europäische Jugendportal dienen Lehrkräften, Ausbildern und Praktikern in der Schul- und Erwachsenenbildung sowie jungen Menschen, Freiwilligen und Jugendarbeitern in ganz Europa und in Drittländern u. a. als virtuelle Kooperationsräume, als Datenbanken zur Eröffnung von Chancen und Möglichkeiten und als Foren für Praktiker.

 

LEITAKTION 3 – Unterstützung politischer Reformen

Diese Leitaktion unterstützt:

  • Wissen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zur faktengestützten Politikgestaltung und zur Überwachung im Rahmen der Strategie „Europa 2020“, insbesondere:
            a) länderspezifische und themenbezogene Analysen, u. a. durch die Zusammenarbeit mit Netzen im Hochschulbereich, und
            b) Peer-Learning und Peer-Reviews nach der offenen Methode der Koordinierung in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend;
  • Vorausschauende Initiativen, um die Entwicklung innovativer politischer Konzepte durch Interessenträger anzuregen und öffentlichen Stellen zu ermöglichen, die Wirksamkeit innovativer politischer Konzepte anhand von Feldstudien anhand fundierter Methoden zu bewerten;
  • Unterstützung europäischer politischer Instrumente, um die Transparenz und die Anerkennung von Kompetenzen und Abschlüssen zu verbessern und die Übertragung von Leistungspunkten zu erleichtern, um Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu unterstützen und die Validierung nichtformalen und informellen Lernens sowie Konzepte zum Kompetenzmanagement und entsprechende Beratung zu fördern; darüber hinaus beinhaltet diese Aktion die Unterstützung von Netzen, die den innereuropäischen Austausch, die Lern- und Arbeitsmobilität der Bürger und die Entwicklung flexibler Lernpfade zwischen den verschiedenen Teilgebieten der Bereiche allgemeine und berufliche Bildung und Jugend erleichtern;
  • Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen mit weithin anerkannter Erfahrung und Analysekompetenz (z. B. mit der OECD und dem Europarat), um die Auswirkungen und den Mehrwert politischer Maßnahmen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zu verstärken;
  • Förderung des Dialogs mit Akteuren und Unterstützung von Programmen und politischen Maßnahmen bei öffentlichen Stellen, Anbietern und Akteuren in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend; diese Förderung ist erforderlich, um das Bewusstsein für die Strategie „Europa 2020“, den strategischen Rahmen für allgemeine und berufliche Bildung 2020 und die Strategie für die Jugend und andere sektorbezogene europäische politische Agenden sowie für die externe Dimension der politischen Maßnahmen der EU in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend zu stärken; dies ist auch im Hinblick auf eine wirksame Nutzung der Programmergebnisse und die Erzielung spürbarer Wirkungen von grundlegender Bedeutung.  

 

JEAN-MONNET-AKTIVITÄTEN

Die Jean-Monnet-Aktivitäten unterstützen:

  • Lehrmodule, Lehrstühle und Spitzenforschungszentren im Hochschulbereich, um das Fach Europäische Integrationsstudien innerhalb des offiziellen Curriculums einer Hochschuleinrichtung zu vertiefen, und Forschungen über die EU durchzuführen, zu überwachen und zu beaufsichtigen; dies gilt auch für sonstige Bildungsbereiche wie z. B. die Ausbildung von Lehrkräften und Ausbildungsinhalte in der Pflichtschulzeit. Diese Aktionen sollen auch zur Entwicklung umfassender Unterrichtsangebote im Bereich der europäischen Integration für künftige Fachleute in Bereichen beitragen, in denen auf dem Arbeitsmarkt zunehmender Bedarf besteht. Gleichzeitig sollen die Aktionen helfen, junge Lehrkräfte und Forscher zu ermutigen, zu beraten und zu betreuen, die sich mit Fragen der europäischen Integration befassen;
  • Politische Debatte mit Vertretern des Hochschulsektors, unterstützt durch: a) Netze zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Universitäten in Europa und weltweit und zur Förderung der Zusammenarbeit und Schaffung einer Plattform für Wissensaustausch mit Akteuren von öffentlichen Stellen und Kommissionsdienststellen über wichtige EU-Themen; b) Projekte zur Förderung von Innovation, zur gegenseitigen Bereicherung und zur Verbreitung von EU-Themen, um Diskussionen und Reflexionen über EU-Themen zu fördern und das Wissen über die EU und ihre Prozesse zu verbessern;
  • Förderung für Einrichtungen und Vereine, um satzungsgemäße Tätigkeiten von Vereinigungen zu organisieren und durchzuführen, die sich mit EU-relevanten Themen und Fragen beschäftigen. und um durch die Veröffentlichung von Fakten über die EU eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und so eine aktive Unionsbürgerschaft zu fördern. Im Rahmen von Jean-Monnet-Aktivitäten werden zudem Finanzhilfen für ausgewählte Einrichtungen gewährt, die ein Ziel von europäischem Interesse verfolgen;
  • Studien und Konferenzen, um politischen Entscheidungsträgern durch kritische und unabhängige Einschätzungen aus dem Hochschulbereich neue Erkenntnisse und konkrete Vorschläge zugänglich zu machen und über aktuelle EU-Themen zu reflektieren, insbesondere im Rahmen der jährlich stattfindenden großen internationalen Konferenz über wichtige politische Themen unter Beteiligung von Entscheidungsträgern, der Zivilgesellschaft und wichtigen Vertretern des Hochschulsektors.

 

SPORT

Aktionen im Bereich des Sports sollen folgende Aktivitäten unterstützen:

  • Kooperationspartnerschaften zur Bekämpfung von Doping bereits auf der untersten Ebene, insbesondere im Freizeitbereich etwa im Amateursport und im Fitness-Bereich, Unterstützung von Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen bei Akteuren, die an der Bekämpfung von Spielabsprachen beteiligt sind; Förderung innovativer Ansätze zur Eindämmung von Gewalt und zur Bekämpfung von Rassismus und Intoleranz im Sport; außerdem sollen diese Partnerschaften die Umsetzung der EU-Grundsätze der Good Governance im Sport und der Förderung dualer Karrieren von Sportlerinnen und Sportlern sowie die Umsetzung von EU-Strategien für soziale Integration und Chancengleichheit und der EU-Leitlinien für körperliche Aktivität unterstützen und damit zu Sport und körperlicher Aktivität ermutigen;
  • Förderung gemeinnütziger europäischer Sportveranstaltungen durch Finanzhilfen für einzelne Organisationen, die Veranstaltungen vorbereiten, ausrichten und auswerten; die Aktivitäten beinhalten die Organisation von Schulungsangeboten für Sportler und Freiwillige im Vorfeld einer Veranstaltung, die Durchführung von Eröffnungs- und Abschlussfeierlichkeiten, Wettbewerben, Veranstaltungen am Rande von Sportereignissen (Konferenzen, Seminare) und die Durchführung von Maßnahmen mit nachhaltiger Wirkung (z. B. Evaluierungen oder die Erarbeitung von Plänen für künftige Veranstaltungen);
  • Verbesserung der Faktengrundlage für die Politikgestaltung aufgrund von Studien sowie durch Datenerhebungen, Umfragen, Einrichtung von Netzen, Veranstaltung von Konferenzen und Seminaren zur Verbreitung bewährter Verfahren von Programmländern und Sportorganisationen und Stärkung von Netzen auf EU-Ebene, damit die nationalen Mitglieder dieser Netze von Synergien und dem Austausch mit Partnern profitieren;
  • Dialog mit maßgeblichen Akteuren auf europäischer Ebene; in diesem Zusammenhang ist das jährliche EU-Sportforum mit etwa 300 Akteuren auf EU-Ebene die wichtigste Veranstaltung; bei Bedarf können weitere Ad-hoc-Treffen und -Seminare organisiert werden, um einen optimalen Dialog mit Akteuren des Sportsektors sicherzustellen;
  • Unterstützung für Veranstaltungen des Vorsitzes im Bereich Sport während der halbjährigen Ratspräsidentschaft der betreffenden EU-Mitgliedstaaten.

 

WER KANN AM PROGRAMM ERASMUS+ TEILNEHMEN?

Das Programm steht zwei unterschiedlichen Gruppen von Akteuren offen:

  • Einzelpersonen  (vor allem Studierende, Praktikanten, Auszubildende, Schüler, erwachsene Lernende, junge Menschen, Freiwillige, Hochschullehrer und sonstige Lehrkräfte sowie Ausbilder, Jugendarbeiter und andere Personen, die in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend tätig sind);
  • Organisationen  (u. a. Hochschuleinrichtungen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Bildungszentren, lokale, regionale oder nationale öffentliche Stellen, Schulen, Jugendzentren usw).

 

Grundsätzlich müssen Teilnehmer von Erasmus+-Projekten in einem Programmland ansässig sein. Einige Aktionen, insbesondere in den Bereichen Hochschulbildung und Jugend, stehen auch Teilnehmern aus Partnerländern offen.

 

FÖRDERFÄHIGE LÄNDER

Das Programm Erasmus+ steht folgenden Ländern zur Teilnahme offen:

Programmländer

Die folgenden Länder können uneingeschränkt an allen Aktionen im Rahmen von Erasmus+ teilnehmen:

  • Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta , Niederlande, Österreich, Polen, Portugal , Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern
  • Programmländer außerhalb der EU: Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Türkei


Partnerländer

Die folgenden Länder können an bestimmten Aktionen im Rahmen des Programms teilnehmen, wenn gewisse Kriterien und Bedingungen erfüllt sind (siehe Beschreibung der entsprechenden Programmaktion inTeil B des Leitfadens):

Benachbarte Partnerländer der EU:

  • Länder der östlichen Partnerschaft: Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldawien, Ukraine
  • Länder des südlichen Mittelmeerraums: Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien
  • Länder des westlichen Balkans: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien
  • Sonstige: Russische Föderation.

Andere Partnerländer:

  • Einige Aktionen im Rahmen des Programms stehen weltweit allen Partnerländern offen. Bei einigen anderen Aktionen ist der geografische Geltungsbereich weniger weit gefasst. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der detaillierten Beschreibung der entsprechenden Programmaktion in Teil B des Erasmus+ Leitfadens.

Erasmus+ Hochschulcharta (ECHE):

Die Erasmus+ Hochschulcharta (Erasmus+ Charter for Higher Education, kurz ECHE) bildet die rechtliche Basis für die Teilnahme der, in den Programmländern ansässigen Hochschuleinrichtungen am Programm Erasmus+. Die Charta berechtigt diese Hochschuleinrichtungen, Fördermittel für alle Arten von Aktivitäten im EU-Bildungsprogramm Erasmus+ zu beantragen, die für Hochschulen zugänglich sind. Dies gilt sowohl für Projekte, die bei der Nationalagentur (OeAD Wien) beantragt werden als auch für multinationale Vorhaben, die bei der Europäischen Kommission (EACEA Brüssel) eingereicht werden.

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DOWNLOAD:

Policy Stament der TU Wien

Die, der  TU Wien zuerkannte Erasmus+  Hochschulcharta (ECHE) für die Jahre 2014-2020