Die Fahrzeugindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich. Die Forschung sowie eine fundierte und anwendungsorientierte Ausbildung sind der Schlüssel zum Erfolg, um im Wettbewerb mit anderen Standorten konkurrenzfähig zu bleiben. Es ist daher ein besonders Anliegen des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie durch die Fahrzeugverband-Jubiläumsstiftung jedes Jahr herausragende Diplom- und Dissertationsarbeiten mit besonderer Relevanz für die österreichische Fahrzeugindustrie auszuzeichnen. Die feierliche Preisverleihung fand am 3. Juli 2026 im Festsaal der TU Wien statt.
Insgesamt wurden zwölf Preisträger_innen des Jahres 2025 von der TU Wien, der TU Graz, der Johannes Kepler Universität Linz sowie der Montanuniversität Leoben ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde ein Sonderpreis des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie vergeben.
Von der TU Wien wurden die Dissertationen von Florian Kleissner, René Lenz und Agnes Poks sowie die Masterarbeit von Anna-Sophie Kräftner ausgezeichnet. Die Preise überreichte Andreas Gaggl, Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie Österreichs. Die Begrüßung und Schlussworte sprach TU Wien Rektor Jens Schneider. Für die musikalische Umrahmung sorgten Mitglieder des TUW-Orchesters.
Die Preisträger_innen der TU Wien
Dr. Florian Kleissner studierte Maschinenbau an der TU Wien und schloss sein Bachelor- und Masterstudium jeweils mit Auszeichnung ab. Seit 2022 ist er Projektassistent am Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik, wo er 2025 seine Dissertation mit Auszeichnung abschloss. Seine Dissertation „Potential of Sustainable Aviation Fuels in a Compression Ignition Aviation Engine Utilizing Cylinder-Pressure-based Combustion Control“ untersucht den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe in Hubkolben-Flugmotoren. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur sicheren Nutzung synthetischer und biogener Kraftstoffe und unterstützt damit den Übergang zu einer klimafreundlicheren Luftfahrt.
Dr. René Lenz absolvierte sein Bachelorstudium an der Universität Stuttgart und schloss anschließend das Masterstudium Automatisierungs- und Regelungstechnik an der TU Wien mit Auszeichnung ab. Seine Dissertation entstand am Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik und wurde 2024 ebenfalls mit Auszeichnung abgeschlossen. In der Arbeit „Optimal Control with Radial Force Compensation for Multiphase Permanent Magnet Synchronous Machines under Multiple Open-Circuit Faults“ entwickelte er Regelungsverfahren für fehlertolerante elektrische Antriebe. Die Ergebnisse erhöhen insbesondere die Sicherheit und Zuverlässigkeit zukünftiger Steer-by-wire-Systeme im Fahrzeugbereich.
Dr. Agnes Poks verfügt über eine Ausbildung als Industriekauffrau und Elektronikerin sowie Studienabschlüsse in Elektrotechnik an den Hochschulen Heilbronn und Darmstadt. Nach langjähriger Tätigkeit in der Entwicklung eines Elektromotorenherstellers absolvierte sie ihr Doktoratsstudium an der TU Wien. Ihre Dissertation „Predictive Control Concepts for Energy-efficient Electric Vehicles“ verbindet die Regelung elektrischer Lieferfahrzeuge mit jener ihrer Kühlaggregate. Dadurch können Energieverbrauch und Batterielebensdauer unter Berücksichtigung von Fahr- und Transportbedingungen ganzheitlich optimiert werden.
Sonderpreis an Anna-Sophie Kräftner
Mit dem Sonderpreis des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie wurde Anna-Sophie Kräftner für ihre Masterarbeit „Innovationsdoktrin im Spannungsfeld von Technologieoffenheit und Technologieklarheit: Einfluss europäischer Innovationspolitik auf die strategische Technologieausrichtung von Unternehmen am Beispiel der Automobilindustrie“ ausgezeichnet. Nach Studien an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Diplomatischen Akademie Wien absolvierte sie berufsbegleitend den Executive MBA in Strategic Management and Technology an der TU Wien. Ihre Arbeit analysiert, wie europäische Innovationspolitik die strategische Technologieausrichtung von Unternehmen in der Automobilindustrie beeinflusst und vergleicht technologieoffene mit technologieklaren Innovationsstrategien.
Übersicht aller Preisträger_innen
Technische Universität Wien
- DI Dr. Florian KLEISSNER, BSc: “Potential of Sustainable Aviation Fuels in a Compression Ignition Aviation Engine Utilizing Cylinder Pressure-Based Combustion Control” | 1. Preis
- DI Dr. René LENZ: “Optimal control with radial force compensation for multiphase permanent magnet synchronous machines under multiple open-circuit faults” | 2. Preis
- DI Dr. Agnes POKS: “Predictive Control Concepts for Energy-Efficient Electric Vehicles” | 3. Preis
- Anna-Sophie KRÄFTNER, BSc M.A.I.S. EMBA: “Innovationsdoktrin im Spannungsfeld von Technologieoffenheit und Technologieklarheit: Einfluss europäischer Innovationspolitik auf die strategische Technologieausrichtung von Unternehmen am Beispiel der Automobilindustrie” | Sonderpreis des Fahrzeugverbands-Jubiläumsstiftung
Technische Universität Graz
- DI Thomas STADLBAUER, BSc: “Entwicklung eines dreidimensionalen multiphysikalischen AEM-Brennstoffzellenmodells” | 1. Preis
- DI Dr. Christian FRÜHWIRTH, BSc: "Thermal Management Systems in Battery and Fuel Cell Electric Vehicles" | 2. Preis
- DI Dr. Kevin GSCHIEL, BSc: “Analyse und Maßnahmen zur Reduzierung von Verbrennungs-anomalien an einem aufgeladenen Wasserstoffmotor mit innerer Gemischbildung” | 2. Preis
Johannes Kepler Universität Linz
- DI Dr. Markus BREITFUSS: “Novel Method for the Contact Stress based Reduced Order Modeling of Jointed Structures” | 1. Preis
- Amirhesam AGHANOURI, BSc: “LiDAR Point Cloud Image-based Generation using Denoising Diffusion Probabilistic Models” | 2. Preis
- DI Dr. Bianca WEX: “Efficient Methods for Evaluation of AC Losses and Transient Voltages in Electric Machines” | 3. Preis
Montanuniversität Leoben
- DI Dr. Markus Franz SCHÖNOWITZ, BSc: “Neue Ansätze zur Bewertung des Korrosionseinflusses auf die Schwingfestigkeit von Aluminiumlegierungen” | 1. Preis
- DI Dr. Matthias OBERREITER, BSc: “Impact of microstructural features on the fatigue strength of cast alloys by means of a layer-based approach” | 2. Preis

