SensiTrack

Kurztitel: SensiTrack

Langtitel:SensiTrack - Tracking vs Privacy in der Arbeitswelt 4.0

Laufzeit: November 2019 – Jänner 2021

Zuteilung zu den Forschungsschwerpunkten des IMW:

  • Arbeitsorganisation

Abstract:

Im Zuge der digitalen Vernetzung gewinnen Tracking Systeme zur Nachverfolgung von Produktionsabläufen verstärkt an Bedeutung. Die Aufzeichnung und Nutzung echtzeitnaher Positions- und Zustandsdaten von Transportmitteln, Werkzeugen und Ladungsträgern (Paletten, Gitterboxen) – sogenanntes „Asset Tracking“ – ist bereits Standard in verschiedenen Industriezweigen. Es ist davon auszugehen, dass der Einsatz von Nachverfolgungssystemen in Unternehmen in Zukunft noch steigen wird.

Die eingesetzten Technologien bieten neben dem Asset Tracking auch neue Möglichkeiten der Erfassung und Auswertung des zeitlichen Positionsverlaufes von MitarbeiterInnen. Dies kann einerseits aktiv geschehen, um die Arbeitssicherheit an gefährlichen Arbeitsplätzen zu erhöhen oder um MitarbeiterInnen zu lokalisieren. Da diese Systeme meist Funk-Standards wie WLAN, Bluetooth oder RFID verwenden können aber anderseits auch passiv Positionsdaten von mobilen Geräten der MitarbeiterInnen (Smartphone, Smartwatch) auch ohne deren Zustimmung erfasst werden.

Daten zum Standort der MitarbeiterInnen sind sensible Informationen. Aus Sicht der MitarbeiterInnen-Privacy sollten nur bei Zustimmung und Mehrwert für der/die MitarbeiterIn Daten dieser Art erhoben werden. Aus wissenschaftlicher Sicht stellen sich 2 grundlegende Fragen:

  • Wie kann gewährleistet werden, dass die Nutzung von Lokalisierungsdiensten keine Datenschutzprobleme verursachen?
  • Wie kann gewährleistet werden dass die Daten sicher gespeichert und nur für Positionierung verwendet werden?

Im SensiTrack Projekt werden Maßnahmen entwickelt, die es ermöglichen, die positiven Aspekte der Technologie hinsichtlich Arbeitssicherheit zu unterstützen, aber das Potential für Überwachung durch Arbeitgeber bewusst einzuschränken. Dadurch werden neue Vertrauensgrenzen für die Nutzung oder bewusste Nicht-Nutzung von aktiven bzw. passiven Trackingsystemen entwickelt. Der Fokus liegt auf dem Einsatz und der Gestaltung digitaler Technik zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Dafür werden die folgenden arbeitswissenschaftlichen Inhalte genauer untersucht:

  • Optimierungspotenziale durch aktives Tracking in gefährlichen Arbeitsbereichen
  • Privatsphärenverletzung durch Erfassung von Positionsdaten im Arbeitsumfeld
  • Vertrauenswürdige Trackingsysteme bzw. Opt-Out Möglichkeiten für MitarbeiterInnen

Im Rahmen des Projekts wird in der Pilotfabrik Industrie 4.0 in der Seestadt Aspern ein Experiment mit 200 Testpersonen durchgeführt. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts, ist die Erarbeitung des Experiment-Setups. Die Ergebnisse des Experiments werden ausgewertet und der AK sowie weiteren relevanten Stakeholdern zur Verfügung gestellt. z. B. durch Workshops mit Betriebsräten.

Partner:

  • FH St. Pölten
  • AUVA

Projektleitung:

  • FH St.Pölten Forschungsgruppe Digital Technologies
  • Institut für Creative\Media/Technologies
  • Department Medien und Digitale Technologien
  • Dipl.-Ing. Christian Jandl BSc

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Ing. Sebastian Schlund

Telefon: +43 1 58801-33054
E-Mail: sebastian.schlund@tuwien.ac.at

Das Projektteam bei seinem Kick-off am 18. November 2019

Das Projektteam bei seinem Kick-off am 18. November 2019 | Copyright: Viki Haider