MRBC4I

Kurztitel: MRBC4I

Langtitel: Mixed Reality Based Collaboration for Industry

Laufzeit: September 2018 - März 2021

Abstract:

Mixed Reality (sowohl Virtual Reality als auch Augmented Reality) Technologien und Anwendungen haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dennoch gibt es aus technischer, organisatorischer und psychologischer Sicht noch einige Herausforderungen für den industriellen Einsatz im Echtbetrieb – dies belegt auch der bekannte Hype Cycle von Gartner, der die Technologie derzeit noch im „Tal der Enttäuschung“ („Trough of Disillusionment“) sieht.  Die derzeit erhältlichen Produkte im Bereich Mixed Reality sind durchwegs als Einzellösungen zu betrachten und außerdem für einen breiten Einsatz unter Industriebedingungen nur bedingt geeignet.

Das Projekt MRBC4I zielt darauf ab, die österreichische Industrie mit der Umsetzung folgender Hauptziele einen entscheidenden Schritt voran zu bringen:

1) Reduktion der Eintrittsbarrieren (technisch, organisatorisch, psychologisch)

2) Die Reduktion des Aufwands und damit auch der Kosten für die Unternehmen („Enabling“)

3) Impactanalysen von Geschäftsprozessen und -modellen, Stakeholder-Akzeptanz Analysen sowie Readyness (Reifegrad) Analysen

Im Projekt werden 24 Use Cases zum Thema Mixed Reality bei und mit Unternehmenspartnern umgesetzt. Die Use Cases sind auf 4 Themenstreams verteilt:

  • Unterstützung in der Produktion
  • Remote Support
  • Schulung und Training
  • Präsentation von Produkten

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Forschungspartner ermöglicht die optimale Bündelung umfangreicher Kompetenzen und Expertisen des jeweiligen Forschungsgebietes. Unsere Forschungsgruppe beschäftigt sich gemeinsam mit der IMC Fachhochschule Krems und der FH St. Pölten in der Begleitforschung. Das Ziel des Arbeitspaketes ist es die folgende Fragestellung in Bezug auf Impactanalysen von Geschäftsprozessen und -modellen, Stakeholder-Akzeptanz Analysen sowie Readiness Analysen zu beantworten: „Wie lassen sich Mixed Reality Assistenzsysteme multikriteriell evaluieren?“

Ergebnisse:

Im Rahmen des Projekts wurden 21 Augmented und Virtual Reality (AR/VR) Use Cases erstellt und evaluiert. Unser Beitrag im Projekt war die Entwicklung eines Evaluierungsmodells, um die Auswirkungen von AR/VR zu analysieren.

Die Evaluierung teilte sich in die Unternehmens- und die Anwender*innensicht. Unternehmensseitig wurden Kriterien wie Kosten, Durchlaufzeiten, Produktivität und Qualität betrachtet. In semi-strukturierten Interviews wurden die Einschätzungen der Firmenexpert*innen eingeholt und wissenschaftlich aufbereitet.

Menschzentrierte Kriterien wie z.B. Nutzerakzeptanz, Usability oder Arbeitsbelastung wurden bei Usertest mit direkten Anwender*innen in den Firmen und Studierenden mittels Fragebögen erhoben und ausgewertet.

Die Ergebnisse im Produktionsumfeld zeigen eine durchschnittliche Verringerung der Prozess- und Durchlaufzeit um 31 bzw. 25 Prozent. Die Indikatoren für die Prozessqualität verbesserten sich um 1,9 Ränge (auf einer Likert-Skala von 1 bis 5) im Vergleich zur durchschnittlichen Ausgangssituation. Die Anwendungsfälle schnitten hinsichtlich der Nutzerakzeptanz sehr gut ab. Bei der Bewertung der Aufgabenbelastung und der Benutzerfreundlichkeit zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen, wobei die Nutzer besser abschnitten als die Studierenden. Insgesamt erwiesen sich die Methodik, die Anwendungsverfahren und die Werkzeuge als gut geeignet für eine multikriterielle Evaluierung, um AR/VR-Implementierungen ausgewogen zu bewerten.

 

Veröffentlichungen:

  • Lovasz-Bukvova, H., Hölzl, M., Zigart, T., Kormann-Hainzl, G., Schlund, S. (2021). Usability and task load of applications in Augmented and Virtual Reality, How applicable are the technologies in corporate settings?, EuroSPI European System, Software & Service Process Improvement & Innovation
  • Zigart, T., Kormann-Hainzl, G., Lovasz-Bukvova, H., Hölzl, M., Moser, T., Schlund, S. (2021). Application of a Multi-Criteria Evaluation Model for Augmented and Virtual Reality Use Cases in Manufacturing (in progress)

Partner:

Forschungseinrichtungen:

  • Fachhochschule St. Pölten
  • FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH
  • Fachhochschule Oberösterreich
  • IMC Fachhochschule Krems
  • Technische Universität Wien

Firmenpartner:

  • Bene GmbH
  • Bilfinger Chemserv GmbH
  • CODEFLÜGEL Ziviltechnikergesellschaft mbH
  • Jabil Circuit Austria GmbH
  • KBA-MÖDLING GmbH
  • Knorr-Bremse GmbH
  • KOTÁNYI GmbH
  • Kremsmüller Industrieanlagenbau KG
  • LENZE Operations Austria GmbH
  • MAN Truck & Bus Österreich GesmbH
  • Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft
  • MBIT DIGITAL SOLUTIONS
  • ÖBB-Business Competence Center GmbH
  • Piesslinger GmbH
  • Prometa GmbH
  • ROTES KREUZ, Landeverband NÖ
  • SEMPERIT
  • TEST-FUCHS GmbH
  • Umdasch Group Ventures GmbH
  • Voith Paper Rolls GmbH & Co KG
  • Wittmann Battenfeld GmBH

Kontakt:

Thomas Holzmann, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH)

Thomas Moser, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (FH St. Pölten)

Dipl.-Ing. Tanja Zigart

Telefon: +43 1 58801-33053

E-Mail: tanja.zigart@tuwien.ac.at

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