Veranstaltungsdetails
15. Juni 2026, 15:00 bis 16:00
Diplomprüfung Lena Steiner
Andere
Betreuung: Adrian Flores Orozco, Clemens Moser
Moorgebiete spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, insbesondere im Hinblick auf den Wasserhaushalt und die Kohlenstoffspeicherung. Für das Verständnis von hydrologischen Prozessen und einer nachhaltigen Entwicklung dieser Gebiete sind Informationen über Untergrundeigenschaften entscheidend. Aufgrund der räumlichen Variabilität von Mächtigkeit und hydraulischen Eigenschaften von Torf sind herkömmliche punktuelle Untersuchungsmethoden jedoch oft nur eingeschränkt aussagekräftig. Geophysikalische Verfahren wie die spektrale induzierte Polarisationsmethode bieten eine nicht-invasive Möglichkeit zur Charakterisierung von Torfkörpern und darunterliegenden Schichten. Ziel dieser Arbeit ist es, die elektrischen Eigenschaften von Moorgebieten zu untersuchen und deren Eignung zur Beschreibung von Untergrundstrukturen sowie zur Abschätzung hydrogeologischer Eigenschaften zu bewerten.Feldmessungen wurden an sechs Standorten durchgeführt, drei im Ausseerland (Rödschitzmoor, Knoppenmoos, Ödenseemoor) und drei im Salzburger Lungau (Überlingmoor, Weitschobermoor und Ötzboden). Die Messung der komplexen Leitfähigkeit erfolgte dabei mit unterschiedlichen Elektrodenabständen und Messkonfigurationen. Die gemessenen Daten wurden invertiert, um Verteilungen der elektrischen Leitfähigkeit, Phase und Polarisierbarkeit zu bestimmen. Diese Ergebnisse wurden zwischen den Standorten sowie mit Literaturwerten verglichen, um charakteristische Wertebereiche für Torf- und Aquitardschichten zu identifizieren.Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in den elektrischen Eigenschaften zwischen dem Torf und der darunterliegenden Aquitardschicht. Torf weist in der Regel eine geringere elektrische Leitfähigkeit, jedoch höhere Polarisationswerte auf als das Untergrundmaterial. Zudem wurde eine räumliche Variabilität der elektrischen Parameter innerhalb der untersuchten Moore festgestellt. Der Vergleich mit Literaturdaten bestätigt, dass Torfschichten charakteristische elektrische Eigenschaften besitzen, die eine Abgrenzung gegenüber mineralischen Böden ermöglichen. Darüber hinaus konnten aus den elektrischen Parametern hydraulische Eigenschaften abgeschätzt werden. Die Studie zeigt somit das Potenzial komplexer Leitfähigkeitsmessungen für die hydrogeophysikalische Charakterisierung von Mooren auf, macht aber auch deren Grenzen deutlich. Insgesamt unterstreicht sie die Anwendbarkeit geophysikalischer Methoden zur Untersuchung von Moorgebieten und liefert Einblicke in das elektrische Verhalten von Torf- und Aquitardschichten.
Veranstaltung Details
- Veranstaltungsort
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Sem.R.DA grün 02A - GEO (DA02E08), Freihausgebäude, grüner Bereich, 2. Stock
1040 Wien
Wiedner Hauptstraße 8 - Veranstalter
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TU Wien
- Öffentlich
- Ja
- Kostenpflichtig
- Nein
- Anmeldung erforderlich
- Nein