12. Januar 2026, 16:30 bis 17:30
Diplomprüfung Mario Pracher
Andere
Die fortschreitende Entwicklung unbemannter Luftfahrtsysteme (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) eröffnet neue Möglichkeiten für hochpräzise Vermessungen. Ziel dieser Arbeit war es, die Eignung und Genauigkeit von UAVs für Anwendungen im Katasterwesen zu untersuchen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob UAV-basierte Messverfahren – insbesondere UAV-LiDAR und UAV-Photogrammetrie – eine reproduzierbare Einzelpunktbestimmung mit einer Lagegenauigkeit von höchstens 5 cm ermöglichen. Diese Genauigkeitsanforderung entspricht den in der österreichischen Vermessungsverordnung festgelegten Toleranzgrenzen und stellt somit eine praxisrelevante Zielgröße für UAV-gestützte Katastervermessungen dar. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurden sowohl UAV-LiDAR- als auch photogrammetrische Aufnahmen mit einer DJI Matrice 350 RTK durchgeführt, ausgestattet mit dem Zenmuse L2-LiDAR-Sensor bzw. der Zenmuse P1-Kamera.Für die geometrische Auswertung wurden spezifische Zielkörper entwickelt und im 3D-Druck gefertigt. Kugel- und Pyramidentargets für LiDAR-Aufnahmen sowie codierte Targets für die Photogrammetrie wurden mithilfe eigens programmierter MATLAB-Ausgleichsverfahren ausgewertet. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Entwicklung eines robusten zweidimensionalen Netzausgleichungsprogramms mit automatisierter Ausreißererkennung, das zur Ermittlung präziser terrestrischer Referenzkoordinaten diente.Die Ergebnisse zeigen, dass mit UAV-LiDAR Lage- und Höhenabweichungen von unter 2,5 cm erreicht werden können. Auch in der Photogrammetrie konnten mit der DJI P1-Kamera sogar bei direkter Georeferenzierung Abweichungen im niederen Zentimeterbereich erzielt werden. Die Hypothese, dass UAV-gestützte Verfahren eine Einzelpunktbestimmung mit einer Lagegenauigkeit von höchstens 5 cm reproduzierbar ermöglichen, konnte damit eindeutig bestätigt werden.Die Untersuchungen verdeutlichen das große Potenzial UAV-basierter Katastervermessungen, insbesondere in topografisch anspruchsvollem Gelände. Gleichzeitig zeigen sie den aktuellen Entwicklungsbedarf in der Datenprozessierung: Eine integrierte, katasterkonforme Softwareumgebung für UAV-Datenerfassung, Punktwolkenprozessierung und geodätische Auswertung würde den praktischen Einsatz erheblich vereinfachen. UAV-Systeme erfüllen bei geeigneter Flugplanung und sorgfältiger Auswertung die gesetzlichen Genauigkeitsanforderungen und stellen eine effiziente technische sowie wirtschaftliche Ergänzung zur klassischen terrestrischen Vermessung dar.
Veranstaltung Details
- Veranstaltungsort
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FH Hörsaal 7 - GEO (DB02H04), Freihausgebäude, gelber Bereich, 2. Stock
1040 Wien
Wiedner Hauptstraße 8 - Veranstalter
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TU Wien
- Öffentlich
- Ja
- Kostenpflichtig
- Nein
- Anmeldung erforderlich
- Nein