Neue Weltraummissionen prägen und beschleunigen die Entwicklungen in der Geodäsie. Im Jahr 2028 soll der Satellit Genesis der European Space Agency (ESA) gestartet werden, welcher auf 6000 km Höhe alle vier geodätischen Weltraumverfahren (VLBI, GNSS, SLR, DORIS) verknüpfen wird und so den internationalen terrestrischen Referenzrahmen (ITRF) stärken und verbessern wird. Außerdem wird ein Satellitenpositionierungsservice für den Mond entwickelt (Moonlight), und darüber hinaus soll eine geodätische Referenzstation mit einem VLBI-Transmitter neben einem Laser Reflektor auf dem Mond entstehen (NovaMoon). Näher bei der Erde wachsen LEO-PNT Systeme für die Navigation, unter anderem Celeste der ESA. Diese Systeme werden die existierenden GNSS ergänzen und resilienter machen. Gleichzeitig werden die sehr erfolgreichen Schwerefeldmissionen weiterentwickelt: die Missionen GRACE-C und NGGM werden zusammen die Konstellation MAGIC bilden und die Variationen im Wasserkreislauf der Erde noch besser beschreiben. Auf der Erde laufen spannende Entwicklungen bei Ringlasern und Uhren (optische Atomuhren bis zu Atomkernuhren), welche die Beobachtung der Erdrotation bzw. die Höhenbestimmung über Frequenzvergleiche ermöglichen. Zu einigen dieser Entwicklungen tragen wir aktiv bei, die anderen werden genau verfolgt.