EUI Research and Practice Symposium

Die European University Initiative (EUI) beeinflusst und prägt Hochschulen seit fast einem Jahrzehnt und stößt dabei auf wachsendes Interesse bei Forschenden in ganz Europa. Angesichts dieser Entwicklung beschloss eine Gruppe engagierter Wissenschaftler:innen, ein Symposium zur EUI zu veranstalten. Dabei sollten nicht nur Forschende zusammengebracht werden – ausdrücklich wurden auch Praktiker:innen eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die zweite Ausgabe des EUI Research and Practice Symposium fand am 2. und 3. Juli 2026 an der WU Wien statt. Chris Schubert und Gregor Fischer nahmen als Vertreter von EULiST daran teil.

Alliance Hopping Tour

Ergänzt wurde das Symposium durch eine sogenannte „Alliance Hopping Tour“. Rund 30 Teilnehmende besuchten alle Wiener Hochschulen, die Mitglied einer Europäischen Hochschulallianz sind. Neben der BOKU, der Universität Wien, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie der Central European University hatte auch die TU Wien die Ehre, die Delegation zu empfangen.

In zwei Programmpunkten zur Initiative European Campus Hainburg und zum Einfluss von EULiST auf die Hochschüler:innenschaft an der TU Wien erhielten die Teilnehmenden Einblicke darin, wie EULiST verschiedene Initiativen am Campus mitgestaltet.

Dekan Marko Mihovilovic präsentierte den aktuellen Stand der Initiative European Campus Hainburg, an der die Fachhochschule St. Pölten, die TU Wien sowie die Allianzen EUDRES und EULiST beteiligt sind. Mit Unterstützung des Landes Niederösterreich soll in Hainburg, einer an der Donau zwischen Wien und Bratislava gelegenen Stadt, ein Wissenschaftsstandort entstehen.

Auf einem ehemaligen Militärgelände soll ein neuer physischer Campus errichtet werden, der sich insbesondere an die wachsende Zahl von Fachkräften richtet, die in die Region ziehen. Zu den ersten Plänen gehören die Einführung eines von der Fachhochschule St. Pölten geleiteten Studiengangs sowie die Einrichtung eines Zentrums für Green Technologies and Innovation.

Weitere Informationen zum European Campus Hainburg sind hier verfügbar:
https://eudres.eu/europacampus-hainburg, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Der lokale Koordinator Gregor Fischer erläuterte, wie EULiST die Hochschüler:innenschaft an der TU Wien, die HTU, verändert hat, seit Studierende in den Leitungs- und Entscheidungsstrukturen der Allianz vertreten sind.

Die HTU, eine Institution mit 80-jähriger Geschichte und etablierten Strukturen, musste sich rasch an diese neue Form der Vertretung anpassen. Der Einfluss von EULiST führte zu strukturellen Veränderungen – von der Einführung neuer Abstimmungsverfahren bis hin zur Gründung eines Referats für internationale Angelegenheiten.

Dieses Referat bildete die Grundlage für eine neue Bewegung innerhalb der Hochschüler:innenschaft. Ziel ist es, die Stimme und Vertretung internationaler Studierender zu stärken, indem sprachliche Barrieren bei der Bewerbung von Beratungsangeboten und bei der Bereitstellung von Informationen abgebaut werden.

2. EUI Research and Practice Symposium

Ein zentrales Thema des Symposiums war die Frage nach der Wirkung beziehungsweise dem Impact der Europäischen Hochschulallianzen.

Die Diskussion begann mit der Frage, wie dieser Impact gemessen werden kann. Dazu hielt Jelena Branković eine ausgezeichnete Keynote darüber, wie Hochschulallianzen Gefahr laufen, in eine sogenannte Kennzahlenfalle zu geraten.

Mit der Frage, was konkret gemessen werden sollte, beschäftigte sich auch Alexandru Carțiș in einer Campfire-Session. Im Mittelpunkt standen die zahlreichen Blended Intensive Programmes, die CIVIS eingerichtet hat, sowie die Frage, anhand welcher Kriterien deren Erfolg beurteilt werden kann.

Darüber hinaus wurden auch konkrete Ergebnisse präsentiert, darunter ein Vortrag von Andra Stan-Dragotesc über den Einfluss Europäischer Hochschulallianzen in Rumänien.

Gregor Fischer erklärte:

„Aus der Perspektive eines Praktikers bot dieses Symposium zahlreiche Einblicke – nicht nur in die wissenschaftliche Analyse von Hochschulallianzen, sondern auch darin, wie andere Allianzen arbeiten und vor welchen Herausforderungen sie stehen.“

Weitere Informationen zum Symposium, einschließlich eines Abstract-Bandes, sind hier verfügbar:
https://www.wu.ac.at/eui26/eui26, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster