Studieren ohne Matura

Studienberechtigungsprüfung

Sie interessieren sich für ein Universitätsstudium haben aber keine Reifeprüfung abgelegt? Mit der Studienberechtigungsprüfung kann die Studienberechtigung für eine bestimmte Studienrichtungsgruppe erlangt werden. Dieser Studienrichtungsgruppe sind bestimmte Bachelor- bzw. Diplomstudien zugeordnet. Wird die Studienberechtigungsprüfung abgelegt, kann die Zulassung zu den der Studienrichtungsgruppe zugeordneten Studien durchgeführt werden und zwar an jenen Universitäten, an denen die Studienrichtungsgruppe angeboten wird.

Ist die Zulassung zu einem Studium einer Studienrichtungsgruppe durch ein Aufnahme- bzw. Auswahlverfahren oder Eignungsüberprüfung geregelt, ist nach positivem Abschluss der Studienberechtigungsprüfung die Teilnahme am Aufnahme- bzw. Auswahlverfahren oder Eignungsüberprüfung für die Zulassung zum Studium ebenfalls erforderlich.

Es ist daher wesentlich, die Studienabsicht für sich zu klären und sich über das angestrebte Studium ausreichend zu informieren!

An der TU Wien kann die Studienberechtigung für die Studienberechtigungsgruppe "Ingenieurwissenschaftliche Studien" absolviert werden. Diese Studienberechtigungsgruppe umfasst sämtliche Bachlorstudien der TU Wien. Informationen zu den an der TU Wien angebotenen Bachelorstudien finden Sie hier.

Ingenieurwissenschaftliche Studien werden ebenfalls angeboten an der Universität für Bodenkultur,  an der Universität Wien, an der Johannes-Kepler-Universität Linz, an der Technischen Universität Graz, an der Montanuniversität Leoben, an der Univeristät Klagenfurt und  an der Universität Innsbruck.

Es besteht daher die Möglichkeit, mit der an der TU Wien erlangten Studienberechtigung auch an diesen Universitäten ein ingenieurwissenschaftliches Bachelorstudium (nach Maßgabe der dort geltenden Aufnahmeverfahren) aufzunehmen. Umgekehrt können Absolvent_innen der Studienberechtigungsprüfung für ingenieurwissenschaftliche Studien auch an der TU Wien zugelassen werden. Je nach gewähltem Studium ist aber ebenfalls ein eingerichtets Aufnahme- bzw. Auswahlverfahren/Eignungsüberprüfungsverfahren (Studien-VoR-Phase) zu absolvieren.

Die Studienberechtigungsprüfung besteht aus vier Pflichtfächern und einem Wahlfach. Folgende Pflichtfächer sind festgelegt:

  1. Schriftliche Arbeit über ein allgemeines Thema
  2. Mathematik 3
  3. Physik 1
  4. Lebende Fremdsprache Englisch 2

Die Prüfungsanforderungen und Prüfungsmethoden für die Pflichtfächer orientieren sich am Lehrstoff der 12. bzw. 13. Schulstufe und sind in Anlage 1 der Verordnung des Rektorats festgelegt.

Das Wahlfachangebot finden Sie in Anlage 2 der Verordnung des Rektorats. Als Wahlfach kann auch die Absolvierung einer Lehrveranstaltung der Studieneingangs- und Orientierungsphase des angestrebten Studiums gewählt werden. Das können Sie mit dem zuständigen Referenten vereinbaren. Bei der Auswahl der Lehrveranstaltung ist aber auf den studienvorbereitenden Charakter der Studienberechtigungsprüfung Bedacht zu nehmen.

Voraussetzung für die Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung ist:

  1. es wurde bisher keine Reifeprüfung vollständig abgelegt,
  2. es wird die Zulassung zu einem Studium einer Studienberechtigungsgruppe an der TU Wien (oder der BOKU) angestrebt,
  3. das 20. Lebensjahr wurde vollendet,
  4. es liegt eine eindeutig über die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht hinausgehende erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung für das angestrebte Studium vor,
  5. die österreichische Staatsbürgerschaft oder
    die Staatsbürgerschaft eines EU/EWR-Mitgliedsstaates oder der Schweiz oder
    Nachweis der Angehörigkeit einer Personengruppe gemäß der Personengruppenverordnung, oder
    anerkannter Konventionsflüchtling oder
    Drittstaatsangehörige/r ist, der/dem einer der folgenden Aufenthaltstitel erteilt wurde:
    - "Daueraufenthalt - EG" ausgestellt von der zuständigen österreichischen Behörde
    - "Daueraufenthalt - EG" ausgestellt von der zuständigen Behörde eines anderen Mitgliedsstaates und eine Niederlassungsbewilligung für Österreich
    - "Daueraufenthaltskarte" ausgestellt von der zuständigen österreichischen Behörde oder
    Türkische Staatsangehörige auf Grund des Assoziationsabkommens EWG-Türkei
    - ordnungsgemäß bei ihren in Österreich lebenden Eltern wohnen und
    - die Eltern in Österreich ordnungsgemäß beschäftigt sind oder waren (Nachweis: Geburtsurkunde; Meldezettel Studierende/r; Meldezettel der Eltern; Einkommenssteuerbescheid, Auszug vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger oder österreichischer Pensionsbescheid eines Elternteiles)

Füllen Sie bitte Ihren Antrag auf Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung gut leserlich aus. Vorher sollten Sie sich über Ihre Studienabsicht klar geworden sein.

Das Ansuchen um Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung ist schriftlich in der Studienabteilung einzubringen. Dokumente, die nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, muss eine deutsche Übersetzung einer/eines gerichtlich beeideten Übersetzerin/Übersetzers beigefügt sein.

Dem Antrag sind folgende Nachweise und Unterlagen im Original und in Kopie anzuschließen:

  • Lebenslauf, in dem besonders der bisherige Bildungsgang dargestellt ist,
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit durch Reisepassoder Staatsbürgerschaftsnachweis in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis und Aufenthaltstitel
  • Nachweis der besonderen beruflichen oder außerberuflichen Vorbildung für die angestrebte Studienrichtung durch bspw. Zeugnisse über den erfolgreichen Besuch von Berufsschulen, Fachschulen, Zeugnisse über berufliche Fortbildungsanstalten oder Dienstprüfungen, Privatgutachten über vorhandene Fachkenntnisse, Zeugnisse über universitäre Lehrveranstaltungen, Urkunde über eine bestandene Meisterprüfung, Befähigungsnachweis gemäß der Gewerbeordnung oder dem land- und forstwirtschaftlichen Ausbildungsgesetz
  • Zeugnis über die abgelegte Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung, falls dies zutrifft bzw. schriftliche Erklärung über die Anzahl erfolgloser Versuche, die Studienberechtigungsprüfung abzulegen

Ein bis zwei Wochen nach Einreichung der Unterlagen in der Studienabteilung wenden Sie sich bitte während der Sprechstunde an den betreffenden Referenten, siehe Kontaktdaten und Links.

Die Art der Prüfungsvorbereitung ist der Kandidatin bzw. dem Kandidaten freigestellt. Der Besuch von Kursen und Lehrgängen an Einrichtungen der Erwachsenenbildung ist freiwillig. Wird ein Kurs an der Universität besucht, ist in diesem Fall die Zulassung als außerordentliche/r Studierende/r erforderlich. Dazu ist derzeit jedes Semester der Hochschülerschaftsbeitrag (Euro 20,20) und der Studienbeitrag (Euro 363,36) zu bezahlen.

Wer sich ohne Kursbesuch auf die Studienberechtigungsprüfung vorbereitet, kann sich für eine genaue Umschreibung des Prüfungsstoffes an die Prüferinnen und Prüfer wenden, die Ihnen anlässlich der Zulassung zur Prüfung bekanntgegeben werden.

Hat eine Kandidatin oder ein Kandidat die Studienberechtigungsprüfung für eine an der TU Wien vertretenen Studienrichtungsgruppen an einer anderen Universität erworben, so gilt damit die Studienberechtigung auch an der TU Wien als erworben. 

Wurde die Studienberechtigungsprüfung an der anderen Universität in einem geringerem Niveau abgelegt, als es an der TU Wien durch Verordnung in diesem Prüfungsfach festgelegt ist, wir die Studienberechtigung an der TU Wien erst nach Ablegung der zur Angleichung des Niveaus ergänzenden Prüfungen erworben. Die Feststellung der ergänzenden Prüfungsanforderungen obliegt der Vizerektorin oder dem Vizerektor für Lehre im Einvernehmen mit der Kandidatin oder dem Kandidaten.

Mit einer an einer anderen Universität abgelegten Studienberechtigungsprüfung wird eine Studienberechtigung an der Technischen Universität Wien dann nicht erworben, wenn die Kandidatin oder der Kandidat von der Ablegung der Studienberechtigungsprüfung an der TU Wien ausgeschlossen wurde.

Für Lehramtsstudien gilt die Sonderregelung, dass die Kandidatin oder der Kandidat nur für ein Fach die Studienberechtigungsprüfung ablegen muss. Die damit erworbene Berechtigung gilt ohne Einschränkung auch für das zweite Unterrichtsfach, unabhängig davon, an welcher (anderen) Universität sie oder er dieses studieren will.

Auch im Rahmen der Studienberechtigungsprüfung ist die Anerkennung bestimmter universitärer und außeruniversitärer Prüfungen für die Studienberechtigungsprüfung möglich. Beispielsweise können erfolgreich abgelegte Teile einer Reifeprüfung an höheren Schulen für Berufstätige sowie erfolgreich abgelegte Abschlussprüfungen eines als gleichwertig anerkannten Lehrganges einer Einrichtung der Erwachsenenbildung als Fachprüfungen der Studienberechtigungsprüfung anerkannt werden.

Der Antrag auf Anerkennung von Prüfungen für die SBP ist in der Studienabteilung einzubringen, dem die entsprechenden Zeugnisse beizulegen sind. Die Entscheidung der Anerkennung von Prüfungen obliegt dem Vizerektor für Lehre in Absprache mit der fachlich zuständigen Referentin oder dem fachlich zuständigen Referenten.

Informationen über die Anmeldeformalitäten erhalten Sie in der Studienabteilung, Tel: 58801/41188, E-Mail:studienabteilung@tuwien.ac.at

Unter http://www.studentenberatung.at/ sind Informationen, Tipps und Anregungen zur Selbsthilfe für zahlreiche Themen wie erfolgreiches Lernen, Prüfungsangst bewältigen, Referate halten, Umgang mit Ängsten, Depression, Suchtverhalten, Schlafstörungen, etc. sowie ein Internetkurs zur Studienwahl zu finden.

Das Sozialreferat der HTU berät in sozialen Angelegenheiten (wie z.B. Studienbeihilfe, Sozialversicherung, Behindertenangelegenheiten, Studieren mit Kind,  Arbeitsrecht, HTU-Steuerberatung und HTU-Mietrechtsberatung)  

Berufsreifeprüfung

Anders als die Studienberechtigungsprüfung wird die Berufsreifeprüfung nicht an der Universität abgelegt. Die Berufsreifeprüfung kann von Personen ohne Reifeprüfung abgelegt werden, die insbesondere eine

  • Lehrabschlussprüfung gemäß § 21 des Berufsausbildungsgesetzes (BGBl. Nr. 142/1969),
  • Facharbeiterprüfung gemäß § 7 des Land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetzes, (BGBl. Nr.298/1990),
  • mindestens dreijährige mittlere Schule (z.B. Handelsschule, BFS oä.),
  • mindestens dreijährige Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz oder MTD-Gesetz

absolviert haben.

Nähere Informationen zur Berufsreifeprüfung finden Sie auf der Homepage des Unterrichtsministeriums.