Forschung an der TU Wien – Von der Grundlage zur Anwendung

Vizerektor Forschung und Innovation

Der Vizerektor Forschung und Innovation koordiniert die Forschungsagenden der TUW und steuert die strategische Entwicklung der Forschung an der TU Wien.

Zuständigkeiten:

  • Forschungsstrategie
  • Forschungsschwerpunkte
  • Forschungssupport
  • Forschungsfacilities
  • Forschungsfinanzierung 

Er ist bei hochdotierten & interdisziplinären Forschungsprojekten und -investitionen einzubinden (Richtlinien), steuert die Forschungsbudgetierung und koordiniert die interne Forschungsförderung.

Die Forschung an der TU Wien stützt sich auf fünf Forschungsschwerpunkte. Diese fünf Säulen repräsentieren die langjährigen Stärken und Kompetenzen der TU Wien und schärfen so ihr Profil im internationalen Wettbewerb. Innerhalb dieser Forschungsschwerpunkte wird fakultätsübergreifend gearbeitet und das Forschungsspektrum laufend weiterentwickelt. Mit den Additional Fields gibt es noch zusätzliche, aber ebenso wichtige Forschungsfelder. Alle Forschungstätigkeiten sind in einer Matrix organisiert.

Vizerektor Forschung und Innovation

Kontakt

Univ.Prof.Dipl.-Ing.Dr.techn. Johannes Fröhlich

Karlsplatz 13, 1040 Wien
Büro: Stiege 1, 1. Stock, Büro des Rektorats

T +43-1-58801-406100
mail@forschung.tuwien.ac.at

Mit TU Wien-Know-How zu einem Satelliten-Alleskönner

Am 18. Juli 2006 wird der Satellit METOP-A vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in seine polare Umlaufbahn geschossen. METOP wird hochpräzise Daten über den Zustand der Atmosphäre liefern - dank Know-How des Instituts für Photogrammetrie und Fernerkundung von der TU Wien noch mehr Informationen, als ursprünglich vorgesehen.

Symbol

METOP-A ist der erste Satellit einer Serie von drei polar umlaufenden meteorologischen Satelliten, die von EUMETSAT, der europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, betrieben werden. Die durch METOP-A gewonnen Informationen sind unverzichtbar für Wettervorhersagen und Klimabeobachtung. METOP wird außerdem Daten über Landoberflächen, Ozeane und Eisflächen gewinnen.

Eines der innovativen Produkte, die von der Prozessierung von METOP-Daten zu erwarten sind, ist ein Bodenfeuchteprodukt. Bodenfeuchte bezeichnet den Wasseranteil im Boden, der die Mikro- und Makroporen des Bodens füllt und Pflanzen zur Verfügung steht. Das Bodenfeuchteprodukt wird aus Daten abgeleitet, die von METOP's „Advanced Scatterometer“ (ASCAT) aufgenommen werden. Das ASCAT Scatterometer ist ein C-band Radarsystem, das aufgrund seiner sechs Antennen eine Bodenoberfläche aus verschiedenen Beobachtungswinkeln erfassen kann.

Ursprünglich war lediglich vorgesehen, dass ASCAT Informationen über Windgeschwindigkeit und Windrichtung liefert. Am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (I.P.F.) der Technischen Universität Wien konnte jedoch aufgrund mehr als 20 jähriger Forschungsarbeit gezeigt werden, dass sich ASCAT hervorragend für Bodenfeuchtemessungen über Landoberflächen eignet.

Obwohl die Methoden für die Ableitung von Bodenfeuchte aus Radardaten noch nicht weit verbreitet sind und innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft noch diskutiert werden, gelang es dem I.P.F. bereits mit Hilfe des Vorgänger-Instruments von ASCAT - das ERS-1/2 Scatterometer - ein globales Bodenfeuchteprodukt zu berechnen. Seit 2002 haben über 100 Nutzer weltweit diesen Datensatz beim I.P.F. angefragt und für ihre Forschungsarbeiten eingesetzt. Das hat zu einer erhöhten Akzeptanz der Bodenfeuchteableitung sowie gestiegenem Interesse am METOP ASCAT Sensor geführt. Dieses Interesse ist in zahlreichen Fachpublikationen belegt, die sich mit dem Potenzial und der zu erwartenden Qualität von METOP ASCAT Daten beschäftigen.

Das I.P.F. der TU Wien entwickelt soeben für EUMETSAT eine Software für die Echtzeitprozessierung eines Bodenfeuchtigkeitsproduktes aus ASCAT Level 2 Daten. Das Produkt soll global und in Orbit-Geometrie zur Verfügung stehen. Es ist geplant, diesen Prozessor 2008 als operationelles System bei EUMETSAT in Darmstadt zu installieren, um nur 135 Minuten nach der Aufnahme der ASCAT Daten die Information über die Bodenfeuchtigkeit an die Nutzer weiterleiten zu können. Weitere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden vorangetrieben, vor allem im Rahmen von EUMETSAT's so genannten „Satellite Application Facilities“ (SAF).

Zu den ersten wissenschaftlichen Nutzern von Level 2 Bodenfeuchte-Produkten gehören unter anderem Meteorologische Services, wie beispielsweise das Met Office UK, Météo France/CNRM oder das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen, ECMWF. Ziel dieser Institutionen ist es, Bodenfeuchtedaten so in ihre Modelle und Prozessierungsketten zu integrieren, dass Vorhersagen verbessert werden können und sich Prozesse der Landoberfläche besser beschreiben lassen.

Sollten die Forschungsergebnisse bestätigen, dass ASCAT Bodenfeuchteprodukte zu diesen Verbesserungen beitragen können, werden die ASCAT Daten voraussichtlich operationell eingesetzt.